III. Reich - Erinnerungsmedaille - " Wahre treu was schwer errungen - Schleswig-Holstein 10. Febr. 1920 14. März 1940 "

silberne Zinkmedaille, 50 mm, Zustand 2.
247230
100,00

III. Reich - Erinnerungsmedaille - " Wahre treu was schwer errungen - Schleswig-Holstein 10. Febr. 1920 14. März 1940 "

Die Erinnerungsmedaille "Wahre treu was schwer errungen - Schleswig-Holstein 10. Febr. 1920 14. März 1940" ist ein bedeutendes zeithistorisches Zeugnis aus der Zeit des Dritten Reiches, das die politische Propaganda und Erinnerungskultur der nationalsozialistischen Herrschaft widerspiegelt. Diese silberne Zinkmedaille mit einem Durchmesser von 50 mm wurde zur Erinnerung an die Rückkehr Nordschleswigs an das Deutsche Reich nach zwanzig Jahren dänischer Verwaltung geschaffen.

Der historische Kontext dieser Medaille reicht zurück zum Versailler Vertrag von 1919, der nach dem Ende des Ersten Weltkriegs die Neuordnung Europas festlegte. Gemäß Artikel 109 des Vertrags musste Deutschland die Entscheidung über die Zugehörigkeit Schleswigs der lokalen Bevölkerung überlassen. Am 10. Februar 1920 fand in der nördlichen Zone eine Volksabstimmung statt, bei der sich die Mehrheit der Bevölkerung für den Anschluss an Dänemark entschied. Die südliche Zone votierte am 14. März 1920 mehrheitlich für den Verbleib bei Deutschland.

Das Datum 14. März 1940 markiert einen ganz anderen historischen Moment. Während des Zweiten Weltkriegs und nach der deutschen Besetzung Dänemarks am 9. April 1940 instrumentalisierte das NS-Regime die Erinnerung an die Abstimmung von 1920 für propagandistische Zwecke. Die Medaille sollte suggerieren, dass die "schwer errungene" Treue der deutsch gesinnten Schleswig-Holsteiner nach zwanzig Jahren Trennung nun ihre Erfüllung gefunden habe.

Die Inschrift "Wahre treu was schwer errungen" ist ein programmatischer Slogan, der die nationalsozialistische Grenz- und Volkstumspolitik widerspiegelt. Sie appelliert an ein ethnisch-nationales Identitätsverständnis und die Vorstellung einer unverbrüchlichen Bindung zwischen Volk und Territorium. Solche Medaillen dienten der NS-Propaganda als Mittel zur Mobilisierung und emotionalen Bindung der Bevölkerung an die Ziele des Regimes.

Die Wahl des Materials – Zink mit silberner Beschichtung – ist typisch für die Kriegszeit und spätere NS-Auszeichnungen. Aufgrund der Rohstoffknappheit im kriegführenden Deutschland wurden zunehmend Ersatzmetalle verwendet. Edelmetalle wie echtes Silber waren der Rüstungsindustrie vorbehalten, weshalb Zink als günstigere und verfügbare Alternative zum Einsatz kam.

Die Größe von 50 mm Durchmesser entspricht einem Format, das für Erinnerungs- und Propagandamedaillen üblich war – groß genug, um eine eindrucksvolle Wirkung zu erzielen, aber nicht so groß, dass die Herstellung unwirtschaftlich wurde. Solche Medaillen wurden oft bei Veranstaltungen, Gedenkfeiern oder als Sammlerobjekte ausgegeben und dienten der Verbreitung nationalsozialistischer Geschichtsinterpretationen.

Im Kontext der schleswig-holsteinischen Geschichte steht diese Medaille exemplarisch für die Instrumentalisierung regionaler Identität durch das NS-Regime. Die deutsch-dänische Grenzregion war seit Jahrhunderten ein Gebiet kultureller und politischer Spannungen. Nach den Deutsch-Dänischen Kriegen von 1848-1851 und 1864 war Schleswig preußisch geworden. Die Volksabstimmung von 1920 wurde international als faire demokratische Lösung angesehen, doch die NS-Propaganda stellte sie als "Diktat" dar.

Für Sammler und Historiker ist diese Medaille heute ein wichtiges Zeitdokument, das die Propagandamechanismen des Dritten Reiches verdeutlicht. Sie zeigt, wie historische Ereignisse umgedeutet und für gegenwärtige politische Zwecke instrumentalisiert wurden. Die Medaille gehört zur Kategorie der nicht-staatlichen Auszeichnungen, die von verschiedenen Organisationen, Verbänden oder lokalen Parteistrukturen herausgegeben wurden, oft ohne zentrale Genehmigung aus Berlin.

Die Erhaltung solcher Objekte in Museen und Sammlungen dient heute der historischen Aufarbeitung und Bildung. Sie erinnern an die Gefahren nationalistischer Propaganda und die Manipulation historischer Narrative für politische Zwecke. Der Zustand 2 (sehr gut) dieser Medaille deutet darauf hin, dass sie entweder wenig getragen oder sorgfältig aufbewahrt wurde, was für viele solcher Propagandaobjekte typisch ist, die oft mehr symbolischen als praktischen Wert hatten.