III. Reich - Originalunterschrift von Dr.jur. Roland Freisler, Staatssekretär im Reichsjustizministerium

auf einem Trauerbrief an Herrn Reichsminister Dr. Frick, zur Übermittlung herzlichster Beileidswünsche zum Heldentod des Sohnes, datiert Berlin den 9.8.1941 und mit sehr schöner Tintensignatur " Freisler " unterschrieben; gefaltet gebrauchter Zustand..

Roland Freisler (* 30.10.1893 in Celle; † 3.2.1945 in Berlin) war ein deutscher Jurist, dessen berufliche Karriere in der Weimarer Republik begann und im Verlauf der Diktatur des Nationalsozialismus zu ihrem Höhepunkt gelangte. Als einer der 15 Teilnehmer an der Wannseekonferenz gehörte er zu den maßgeblichen Verantwortlichen für die Organisation des Holocaust. Von August 1942 bis zu seinem Tod war Freisler Präsident des berüchtigten Volksgerichtshofes, der höchsten juristischen Instanz des NS-Regimes für politische Strafsachen. Freisler gilt als bekanntester und gefürchteter Strafrichter im nationalsozialistischen Deutschland. Er war verantwortlich für etwa 2600 Todesurteile in den von ihm geführten Verhandlungen, darunter viele Schauprozesse mit im Voraus festgelegten Urteilen. Beispielhaft dafür sind die 1943 unter Freislers Vorsitz geführten Prozesse gegen die Mitglieder der Widerstandsgruppe Weiße Rose, in denen er Christoph Probst, Hans Scholl und Sophie Scholl neben anderen zum Tode verurteilte, sowie die Prozesse gegen die Widerstandskämpfer des Hitler-Attentats vom 20. Juli 1944. Bedingt durch sein von Häme geprägtes, aggressives und befangenes Auftreten sowie seine unangemessene Prozessführung, welche darauf angelegt war, die Angeklagten zu demütigen und weitgehend ihres Rechts auf Verteidigung zu berauben, ist Freisler das personifizierte Beispiel für die Rechtsbeugung der Justiz im Dienst des Nationalsozialismus.
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