Die Nahkampfspange in Bronze – Auszeichnung für den Nahkampf im Zweiten Weltkrieg
Die Nahkampfspange gehört zu den bedeutendsten deutschen Militärauszeichnungen des Zweiten Weltkriegs und wurde speziell zur Anerkennung der Teilnahme an Nahkampfhandlungen geschaffen. Die hier vorliegende Spange in Bronze stellt die erste Stufe dieser dreiteiligen Auszeichnung dar und dokumentiert die harten Kampfbedingungen an den Fronten des Zweiten Weltkriegs.
Die Nahkampfspange wurde durch Verordnung vom 25. November 1942 von Adolf Hitler gestiftet und am 29. November 1942 offiziell eingeführt. Sie sollte Soldaten auszeichnen, die sich in unmittelbarem Feindkontakt bewährt hatten – eine Form des Kampfes, die besondere körperliche und psychische Belastbarkeit erforderte. Die Auszeichnung existierte in drei Stufen: Bronze (für 15 Nahkampftage), Silber (für 30 Nahkampftage) und Gold (für 50 Nahkampftage).
Das vorliegende Exemplar wurde vom Hersteller W.E. Peekhaus Berlin in Zusammenarbeit mit A.G.M.u.K. Gablonz gefertigt. Die Herstellermarkierung “FEC. W.E. Peekhaus Berlin - A.G.M.u.K. Gablonz” auf der Rückseite ist charakteristisch für die Produktionsweise dieser Zeit. Die Firma W.E. Peekhaus war einer von mehreren autorisierten Herstellern militärischer Auszeichnungen im Deutschen Reich. Die Abkürzung A.G.M.u.K. steht für “Arbeitsgemeinschaft Metall- und Kunststoffwaren” in Gablonz an der Neiße (heute Jablonec nad Nisou, Tschechien), einem traditionellen Zentrum der Schmuck- und Metallwarenindustrie.
Die technische Ausführung dieser Nahkampfspange ist typisch für die Kriegsproduktion: Das Stück besteht aus Feinzink, das bronziert wurde – eine kriegsbedingte Materialsparmaßnahme, da Bronze und andere Buntmetalle zunehmend knapp wurden. Die magnetischen Eigenschaften des Plättchens bestätigen die Verwendung von eisenhaltigen Materialien in der Grundkonstruktion, was ebenfalls charakteristisch für die spätere Kriegsproduktion ist. In der frühen Kriegsphase wurden Auszeichnungen noch aus Buntmetallen gefertigt, doch mit fortschreitender Kriegsdauer musste auf Ersatzmaterialien zurückgegriffen werden.
Das Design der Nahkampfspange zeigt typischerweise einen Eichenlaubkranz, in dessen Zentrum sich Kampfgerät wie Handgranate und Bajonett befinden – Symbole des unmittelbaren Nahkampfes. Die Gestaltung sollte die brutale Realität des Kampfes Mann gegen Mann symbolisieren und unterschied sich damit deutlich von anderen Auszeichnungen, die eher strategische oder technische Leistungen würdigten.
Die Verleihungskriterien waren präzise definiert: Als “Nahkampftag” galt ein Tag, an dem der Soldat in direktem Feindkontakt stand, also bei Angriffen mit der blanken Waffe, im Häuser- und Grabenkampf oder bei der Abwehr feindlicher Einbrüche. Die Beurteilung lag bei den Kompaniechefs, die Verleihung erfolgte durch Regiments- oder Bataillonskommandeure. Die strenge Definition sollte sicherstellen, dass nur tatsächliche Kampfleistungen gewürdigt wurden.
Die Nahkampfspange wurde auf der linken Brustseite der Uniform getragen, oberhalb eventuell vorhandener Bandspangen. Ihre Position im Ordensgefüge verdeutlichte die hohe Wertschätzung, die dieser Auszeichnung beigemessen wurde. Für viele Soldaten war sie ein Zeichen extremer Bewährung unter härtesten Bedingungen, gleichzeitig dokumentiert sie heute die Brutalität des Zweiten Weltkriegs.
Aus historischer Perspektive sind Nahkampfspangen wie dieses Exemplar wichtige Zeugnisse der Materialkultur des Zweiten Weltkriegs. Sie dokumentieren nicht nur die militärische Auszeichnungspraxis des Deutschen Reiches, sondern auch die industrielle Produktion unter Kriegsbedingungen, den Umgang mit Materialknappheit und die Zusammenarbeit verschiedener Herstellerbetriebe. Die Herstellermarkierungen ermöglichen heute die genaue Zuordnung und Authentifizierung solcher Stücke.
Sammler und Historiker schätzen authentische Nahkampfspangen als Studienobjekte zur Erforschung der Militärgeschichte des Zweiten Weltkriegs. Die verschiedenen Hersteller, Materialvarianten und Produktionsmethoden erlauben Rückschlüsse auf Produktionszeiträume und wirtschaftliche Bedingungen während des Krieges.