Preussen Eisernes Kreuz 1914 1. Klasse 

Kern Eisen geschwärzt, auf der Nadel Silberfeingehaltspunze 800, getragener Zustand.
509230
300,00

Preussen Eisernes Kreuz 1914 1. Klasse 

Das Eiserne Kreuz 1. Klasse von 1914 repräsentiert eine der bedeutendsten militärischen Auszeichnungen des Deutschen Kaiserreichs während des Ersten Weltkriegs. Diese Dekoration wurde am 5. August 1914 durch Kaiser Wilhelm II. neu gestiftet, wobei sie auf die ursprüngliche Stiftung durch König Friedrich Wilhelm III. von Preußen am 10. März 1813 während der Befreiungskriege gegen Napoleon zurückging.

Das vorliegende Exemplar zeigt die charakteristischen Merkmale der Kriegsproduktion: einen geschwärzten Eisenkern, der das namensgebende Material dieser Auszeichnung darstellt. Die Verwendung von Eisen als Material hatte symbolische Bedeutung und stand für die preußischen Tugenden der Bescheidenheit und des selbstlosen Dienstes. Die auf der Nadel angebrachte Silberfeingehaltspunze 800 belegt die authentische Herstellung nach den damaligen Vorschriften und weist auf einen seriösen Hersteller hin.

Die 1. Klasse des Eisernen Kreuzes unterschied sich wesentlich von der 2. Klasse in ihrer Trageweise: Während das Eiserne Kreuz 2. Klasse am Band getragen wurde, war die 1. Klasse als Ansteckkreuz direkt auf der linken Brustseite der Uniform zu tragen. Diese Ansteckvorrichtung erfolgte mittels einer Schraubvorrichtung oder, wie bei diesem Exemplar, einer Nadel mit Silberfassung.

Die Verleihungsbedingungen für das Eiserne Kreuz 1. Klasse waren erheblich strenger als für die 2. Klasse. Zunächst musste der Träger bereits im Besitz des Eisernen Kreuzes 2. Klasse sein. Die 1. Klasse wurde für herausragende Tapferkeit oder bedeutende militärische Führungsleistungen verliehen. Während des Ersten Weltkriegs erhielten schätzungsweise etwa 218.000 Personen das Eiserne Kreuz 1. Klasse, verglichen mit über 5 Millionen Verleihungen der 2. Klasse.

Das Design folgte der traditionellen Form: ein schwarzer Eisenkern in Form eines Balkenkreuzes mit ausgeprägten Armen, eingefasst von einem silbernen Rand. Auf der Vorderseite befand sich im unteren Arm die Jahreszahl “1914”, im oberen Arm die preußische Königskrone, und im Mittelschild das verschlungene Monogramm “W” für Wilhelm II. Die Rückseite zeigte im unteren Arm das Stiftungsjahr “1813”, im oberen Arm ein Eichenlaub und im Mittelschild die Initialen “FW” für Friedrich Wilhelm III.

Der getragene Zustand des vorliegenden Stücks zeugt von seiner authentischen Verwendung. Die Abnutzungsspuren sind typisch für Auszeichnungen, die tatsächlich im Feld oder bei militärischen Anlässen getragen wurden. Die Schwärzung des Eisenkerns konnte im Laufe der Zeit durch Oxidation und mechanische Beanspruchung leiden, was bei getragenen Exemplaren häufig zu beobachten ist.

Die Herstellung erfolgte durch verschiedene autorisierte Hersteller, darunter renommierte Firmen wie Karl Godet in Berlin, Wagner & Sohn in Berlin, oder die Königliche Münze. Die Silberpunze 800 auf der Nadel entspricht dem damaligen Standard und belegt, dass die Fassung aus 800er Silber gefertigt wurde, was 80% Silberanteil bedeutet.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Zusammenbruch des Kaiserreichs 1918 durfte das Eiserne Kreuz weiterhin getragen werden. Die Weimarer Republik respektierte die im Krieg erworbenen Auszeichnungen. Viele Träger behielten ihre Dekoration als Erinnerung an ihre Kriegserfahrungen und verlorenen Kameraden.

Das Eiserne Kreuz 1914 1. Klasse bleibt ein bedeutendes zeithistorisches Dokument. Es reflektiert nicht nur die militärische Geschichte des Deutschen Kaiserreichs, sondern auch die gesellschaftlichen Werte und die militärische Kultur dieser Epoche. Als Sammlerstück bietet es einen unmittelbaren Zugang zur Geschichte des Ersten Weltkriegs und zur preußisch-deutschen Militärtradition.

Heute sind authentische Exemplare des Eisernen Kreuzes 1914 1. Klasse gesuchte Sammlerobjekte, wobei der Erhaltungszustand, die Herstellermarkierungen und die Authentizität wesentliche Faktoren für die historische und sammlerische Bewertung darstellen.