Russland Bajonett M 91 .

Für das Moisin-Nagant Gewehr, Vierkantklinge mit Schraubendreherspitze, Herstellerzeichen Bogen mit Pfeil für Ishewsk, Waffennummer "11203", nicht brüniert, gute Erhaltung. Zustand 2-
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100,00

Russland Bajonett M 91 .

Das Bajonett Modell 1891 für das Mosin-Nagant-Gewehr stellt eines der charakteristischsten Elemente der russischen und sowjetischen Militärbewaffnung dar, die über mehr als ein halbes Jahrhundert in Verwendung stand. Dieses spezifische Exemplar trägt das Herstellerzeichen von Ishewsk (dargestellt durch einen Bogen mit Pfeil) und die Waffennummer 11203, was wichtige Hinweise auf seine Herkunft und Produktionszeit liefert.

Das Mosin-Nagant-Gewehr wurde 1891 offiziell von der russischen Armee übernommen und bildete die Grundlage für die Infanteriebewaffnung des zaristischen Russlands, später der Sowjetunion und zahlreicher anderer Staaten bis weit ins 20. Jahrhundert hinein. Der Konstrukteur Sergei Iwanowitsch Mosin entwickelte das Gewehr in Zusammenarbeit mit dem belgischen Waffenhersteller Léon Nagant, woraus die Doppelbezeichnung resultierte.

Die Vierkantklinge mit Schraubendreherspitze ist ein charakteristisches Merkmal dieses Bajonetttyps. Die vierseitige Klingenform wurde bewusst gewählt, da sie eine hohe Durchschlagskraft bei gleichzeitiger struktureller Stabilität bot. Die Schraubendreherspitze diente einem praktischen Zweck: Soldaten konnten das Bajonett als Werkzeug verwenden, um verschiedene Teile ihrer Ausrüstung zu warten oder zu reparieren. Diese Multifunktionalität war typisch für die pragmatische russische Militärphilosophie jener Epoche.

Die Waffenfabrik Ishewsk (auch Izhevsk transkribiert) gehörte zu den bedeutendsten Produktionsstätten für Militärwaffen im Russischen Reich und später in der Sowjetunion. Die Stadt Ishewsk, im heutigen Udmurtien gelegen, entwickelte sich seit dem 18. Jahrhundert zu einem Zentrum der Waffenproduktion. Das Markierungssymbol des Bogens mit Pfeil wurde als Herstellerzeichen verwendet und ermöglicht heute die eindeutige Zuordnung zur Produktionsstätte.

Die Entscheidung, das Bajonett nicht zu brünieren (eine Oberflächenbehandlung zur Korrosionsbeständigkeit und zur Reduzierung von Lichtreflexionen), mag auf verschiedene Produktionsphasen oder spezifische militärische Anforderungen zurückzuführen sein. Während des Ersten Weltkriegs und der Russischen Revolution musste die Waffenproduktion massiv gesteigert werden, was häufig zu Vereinfachungen im Herstellungsprozess führte.

Das Mosin-Nagant-System mit seinem Bajonett erlebte intensive Kampfeinsätze in zahlreichen Konflikten: dem Russisch-Japanischen Krieg (1904-1905), dem Ersten Weltkrieg (1914-1918), dem Russischen Bürgerkrieg (1917-1922), dem Winterkrieg gegen Finnland (1939-1940), dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) und vielen weiteren Konflikten des 20. Jahrhunderts. Die Robustheit und Zuverlässigkeit des Systems machten es zu einer bevorzugten Waffe unter extremen klimatischen Bedingungen.

Die militärische Doktrin des zaristischen Russlands und der frühen Sowjetunion betonte die Bedeutung des Bajonettkampfes. Obwohl sich im Ersten Weltkrieg zeigte, dass Nahkampf mit aufgepflanztem Bajonett seltener wurde, behielt das Bajonett seinen symbolischen und praktischen Wert. Es verkörperte den Kampfgeist der Infanterie und diente als vielseitiges Werkzeug im Feld.

Die Waffennummer 11203 war Teil des russischen Systems zur Identifikation und Verwaltung von Militärausrüstung. Jede Waffe und ihr Zubehör erhielten eindeutige Nummern, die theoretisch eine Zuordnung zu spezifischen Einheiten oder Soldaten ermöglichten, obwohl dieses System in der Praxis, besonders während der chaotischen Kriegsjahre, nicht immer konsequent durchgehalten werden konnte.

Die Erhaltung dieses Exemplars im Zustand 2- deutet auf einen gut gepflegten Zustand mit nur geringen Gebrauchsspuren hin. Solche Stücke sind heute von erheblichem sammlerhistorischem Interesse, da sie authentische Zeugnisse einer bedeutenden Epoche der Militärgeschichte darstellen. Sie ermöglichen Forschern und Enthusiasten einen direkten Zugang zur materiellen Kultur der russischen und sowjetischen Streitkräfte.

Das Mosin-Nagant-Bajonett M 91 bleibt ein wichtiges Studienobjekt für das Verständnis der Entwicklung von Infanteriewaffen im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert, einer Zeit, in der traditionelle Kampfmethoden auf moderne industrielle Kriegsführung trafen.