Wehrmacht Dienstauszeichnung 2. Klasse für 18 Jahre

Kreuz Eisen versilbert, mit Hoheitsadler und Ordensband. Zustand 2.
511030
250,00

Wehrmacht Dienstauszeichnung 2. Klasse für 18 Jahre

Die Wehrmacht-Dienstauszeichnung 2. Klasse für 18 Jahre repräsentiert ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte deutscher Militärauszeichnungen während der Zeit des Nationalsozialismus. Diese Auszeichnung wurde am 16. März 1936 durch Adolf Hitler per Erlass eingeführt und ersetzte die entsprechenden Dienstauszeichnungen der Reichswehr aus der Weimarer Republik.

Die Wehrmacht-Dienstauszeichnung wurde in vier Stufen verliehen: für 4, 12, 18 und 25 Dienstjahre. Die hier vorliegende 2. Klasse für 18 Dienstjahre stellte die zweithöchste Stufe dieser Auszeichnung dar und würdigte eine außergewöhnlich lange Dienstzeit in den deutschen Streitkräften. Die Verleihung erfolgte an Soldaten und Offiziere der Wehrmacht sowie an Beamte der Militärverwaltung, die die entsprechende Dienstzeit absolviert hatten.

Das Kreuz selbst besteht aus versilbertem Eisen, was der typischen Materialverwendung dieser Auszeichnungsstufe entspricht. Die 1. Klasse für 25 Jahre war hingegen aus vergoldetem Material gefertigt, während die niedrigeren Stufen für 4 und 12 Jahre in Bronze bzw. Silber ausgeführt wurden. Das charakteristische Eisenkreuz-Design knüpfte bewusst an preußische Militärtraditionen an und sollte die Kontinuität deutscher Militärgeschichte symbolisieren.

Ein zentrales Element der Auszeichnung ist der Hoheitsadler der Wehrmacht, der auf dem Kreuz prangt. Dieser Reichsadler mit gespreizten Schwingen, der ein Hakenkreuz in seinen Fängen hält, war das offizielle Symbol der Wehrmacht und unterschied diese Auszeichnung klar von ihren Vorgängern aus der Kaiserzeit und der Weimarer Republik. Die Gestaltung folgte den strengen heraldischen Vorgaben des NS-Regimes.

Das Ordensband der Wehrmacht-Dienstauszeichnung war einheitlich für alle Stufen gestaltet: Es zeigte die Reichsfarben Schwarz-Weiß-Rot in Form von abwechselnden Streifen. Dieses Farbschema sollte die Verbindung zum Deutschen Reich und dessen militärische Traditionen betonen. Das Band wurde durch eine Trageöse mit dem Kreuz verbunden und ermöglichte das Tragen der Auszeichnung an der Uniform.

Die Verleihungsbestimmungen waren präzise geregelt. Angerechnet wurde nicht nur die aktive Dienstzeit bei der Wehrmacht, sondern unter bestimmten Bedingungen auch Dienstzeiten bei der Reichswehr, der Kaiserlichen Armee oder anderen paramilitärischen Organisationen. Die Berechnung der Dienstjahre erfolgte nach genauen Richtlinien, wobei bestimmte Dienstformen mit höheren Faktoren angerechnet werden konnten.

Die Herstellung dieser Auszeichnungen erfolgte durch verschiedene autorisierte Hersteller, die strengen Qualitätskontrollen unterlagen. Jeder Hersteller verwendete spezifische Punzierungen und Kennzeichnungen, die heute bei der Authentifizierung von großer Bedeutung sind. Die Fertigung musste den offiziellen Entwürfen entsprechen, die vom Oberkommando der Wehrmacht vorgegeben wurden.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden diese Dienstauszeichnungen in großer Zahl verliehen, da viele Berufssoldaten und Offiziere die erforderlichen Dienstjahre erreichten. Die Auszeichnung wurde üblicherweise zu festlichen Anlässen überreicht und im Soldbuch sowie in der Personalakte vermerkt. Sie genoss hohes Ansehen, da sie eine lange und treue Dienstzeit dokumentierte.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde das Tragen aller NS-Auszeichnungen in Deutschland verboten. Das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen von 1957 erlaubte zwar das Tragen bestimmter militärischer Auszeichnungen in entnazifizierter Form, die Wehrmacht-Dienstauszeichnungen gehörten jedoch nicht dazu, da sie als zu eng mit dem NS-Regime verbunden angesehen wurden.

Heute sind diese Auszeichnungen bedeutende militärhistorische Sammlerstücke, die wichtige Zeugnisse einer dunklen Epoche deutscher Geschichte darstellen. Ihr Studium ermöglicht Einblicke in das Auszeichnungssystem der Wehrmacht, die Personalpolitik des NS-Regimes und die Bedeutung symbolischer Ehrungen im totalitären Staat. Der hier beschriebene Zustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, was bei über 80 Jahre alten Objekten bemerkenswert ist.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit solchen Objekten ist wichtig für das historische Verständnis, erfordert aber stets eine kritische Kontextualisierung und die Betonung der verbrecherischen Natur des NS-Regimes, dem diese Auszeichnungen dienten.