Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Schießauszeichnung in Gold

2. Form, an langer Nadel, Zustand 2.
319731
€ 50,00

Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Schießauszeichnung in Gold

Die Schießauszeichnung in Gold des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser (DRKB) repräsentiert ein bedeutendes Kapitel der deutschen Veteranen- und Schützenkultur zwischen den Weltkriegen. Diese Auszeichnung in ihrer zweiten Form dokumentiert die Bemühungen der Weimarer Republik und später des Dritten Reiches, paramilitärische Traditionen und Schießfähigkeiten innerhalb der Zivilbevölkerung zu fördern.

Der Deutsche Reichskriegerbund Kyffhäuser wurde 1900 durch den Zusammenschluss verschiedener regionaler Kriegervereine gegründet und entwickelte sich zur größten Veteranenorganisation des Deutschen Reiches. Der Name bezieht sich auf das Kyffhäuser-Denkmal in Thüringen, das zu einem nationalen Symbol der deutschen Einheit geworden war. Nach dem Ersten Weltkrieg gewann die Organisation erheblich an Bedeutung, da Millionen demobilisierter Soldaten nach Heimkehr und Kameradschaft suchten.

Die Schießauszeichnungen des DRKB wurden in verschiedenen Stufen vergeben: Bronze, Silber und Gold, wobei Gold die höchste Leistungsstufe darstellte. Diese Abzeichen waren nicht nur sportliche Auszeichnungen, sondern erfüllten auch einen politischen und wehrsportlichen Zweck. In der Weimarer Republik, wo Deutschland durch den Versailler Vertrag militärisch stark eingeschränkt war, dienten solche Organisationen der indirekten militärischen Ausbildung und Vorbereitung.

Die zweite Form dieser Auszeichnung, wie bei diesem Exemplar, unterscheidet sich von der ersten Variante in Design und Herstellungsweise. Die Schießabzeichen wurden typischerweise aus vergoldetem Metall gefertigt und zeigten charakteristische Elemente wie gekreuzte Gewehre, den Kyffhäuser-Turm oder nationale Symbole. Die lange Nadel auf der Rückseite diente zur Befestigung an der Zivilkleidung oder Vereinsuniform, wodurch der Träger seine Schießfertigkeit öffentlich demonstrieren konnte.

Um die Goldauszeichnung zu erlangen, mussten die Schützen strenge Leistungskriterien erfüllen. Die Prüfungen umfassten üblicherweise verschiedene Schießdisziplinen auf unterschiedliche Distanzen mit festgelegten Mindestpunktzahlen. Diese Standards variierten im Laufe der Jahre, spiegelten aber stets militärische Schießanforderungen wider. Die Teilnehmer mussten oft mehrere Jahre Training und niedrigere Auszeichnungen durchlaufen, bevor sie zur Goldprüfung zugelassen wurden.

Nach der Machtergreifung 1933 wurde der Deutsche Reichskriegerbund Kyffhäuser in das NS-System eingegliedert und 1938 mit dem NS-Reichskriegerbund verschmolzen. Die Schießauszeichnungen erhielten in dieser Zeit eine noch stärkere wehrsportliche und vormilitärische Bedeutung im Rahmen der nationalsozialistischen Wehrertüchtigung. Die Organisation wurde instrumentalisiert, um die Bevölkerung auf den kommenden Krieg vorzubereiten.

Die Qualität und Herstellung dieser Abzeichen variierte je nach Hersteller und Zeitraum. Viele wurden von spezialisierten Firmen für militärische Effekten und Auszeichnungen produziert. Der Zustand 2 des beschriebenen Exemplars deutet auf eine gut erhaltene Auszeichnung mit leichten Gebrauchsspuren hin, was bei Stücken dieser Art durchaus üblich ist, da sie regelmäßig getragen wurden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden alle nationalsozialistischen und militärischen Organisationen aufgelöst. Der Kyffhäuserbund wurde später in modifizierter Form als demokratischer Veteranenverband wiedergegründet, distanzierte sich aber klar von seiner Geschichte während der NS-Zeit. Die historischen Schießauszeichnungen bleiben heute wichtige Dokumente der deutschen Militär- und Vereinsgeschichte.

Für Sammler und Historiker bieten diese Auszeichnungen wertvolle Einblicke in die Schützenkultur, die paramilitärische Ausbildung und die gesellschaftliche Organisation der Zwischenkriegszeit. Sie dokumentieren, wie sportliche Aktivitäten mit nationalistischen und militärischen Zielen verwoben wurden. Die verschiedenen Formen und Varianten erlauben zudem eine präzise Datierung und Zuordnung zu bestimmten historischen Perioden.