Elastolin - 2 große Lagerfeuer

für 7,5 cm, Zustand 2.
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45,00

Elastolin - 2 große Lagerfeuer

Die Elastolin-Lagerfeuerstücke für 7,5-cm-Figuren repräsentieren einen faszinierenden Aspekt der deutschen Spielzeuggeschichte des 20. Jahrhunderts. Diese Zubehörteile wurden von der Firma O. & M. Hausser in Ludwigsburg bei Stuttgart hergestellt, einem Unternehmen, das von 1904 bis in die 1980er Jahre zu den führenden Herstellern von Masse- und Kunststofffiguren in Deutschland gehörte.

Die Firma Hausser entwickelte um 1910 das patentierte Material Elastolin, eine innovative Masse-Komposition aus Leim, Kreide, Sägemehl, Kasein und anderen Zusatzstoffen. Dieses Material erwies sich als ideal für die Herstellung detaillierter Spielfiguren und Zubehörteile, da es formbar, relativ stabil und kostengünstiger in der Produktion war als Holz oder Metall. Der Name “Elastolin” sollte auf die gewisse Elastizität und Bruchfestigkeit des Materials hinweisen.

Die 7,5-cm-Figuren bildeten eine der Standardgrößen im Sortiment von Hausser und wurden besonders in den 1930er und 1940er Jahren populär. Diese Größe ermöglichte eine gute Balance zwischen Detailreichtum und Spielbarkeit. Zu den Figurenserien gehörten Soldaten verschiedener Epochen und Nationen, Zivilfiguren, sowie ein umfangreiches Sortiment an Zubehör und Geländestücken.

Die Lagerfeuer waren ein wesentlicher Bestandteil militärischer Lagerszenerie und dienten dazu, realistische Darstellungen von Feldlagern, Biwaks oder Ruhepausen zu schaffen. In der militärischen Realität waren Lagerfeuer von zentraler Bedeutung für Soldaten im Feld: Sie dienten zum Kochen, zur Wärme, als Lichtquelle und als sozialer Mittelpunkt der Truppe. Diese Funktion wurde auch im Spielzeugbereich nachempfunden.

Die Herstellung dieser Zubehörteile erfolgte in einem mehrstufigen Prozess. Zunächst wurde die Elastolin-Masse in Metallformen gepresst, dann getrocknet und anschließend handbemalt. Die Bemalung erfolgte oft durch Heimarbeiterinnen in der Region um Ludwigsburg, was der Firma ermöglichte, große Stückzahlen zu produzieren. Die Lagerfeuer wurden typischerweise mit realistischen Farben gestaltet: schwarze oder graue Holzscheite, orange-rote Flammen und möglicherweise Details wie Glut oder Raucheffekte.

Der historische Kontext der Produktion dieser Stücke ist eng mit der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts verknüpft. In den 1930er Jahren erlebte die Firma Hausser einen erheblichen Aufschwung, da militärische Spielzeuge zunehmend populär wurden. Während der NS-Zeit wurde die Produktion teilweise auf zeitgenössische Wehrmacht-Darstellungen ausgerichtet, was heute bei Sammlern zu ethischen Diskussionen führt. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste die Produktion umgestellt werden, und es wurden verstärkt historische und zivile Themen bedient.

Die Zustandsbezeichnung “Zustand 2” folgt der etablierten Sammlerskala, bei der Zustand 1 neuwertig und Zustand 6 stark beschädigt bedeutet. Zustand 2 bezeichnet ein Stück mit minimalen Gebrauchsspuren, leichten Farbabrieben oder kleinen Fehlstellen, das aber insgesamt gut erhalten ist. Bei Elastolin-Material ist dies besonders bedeutsam, da die Masse-Komposition empfindlich auf Feuchtigkeit und mechanische Belastung reagieren konnte.

Für Sammler sind solche Zubehörteile heute von besonderem Interesse, da sie oft seltener erhalten geblieben sind als die Figuren selbst. Während Soldatenfiguren den Kern einer Sammlung bildeten und entsprechend sorgfältig aufbewahrt wurden, gingen kleinere Zubehörteile wie Lagerfeuer häufiger verloren oder wurden beim Spielen stärker beansprucht. Komplette Lagerszenerie mit entsprechendem Zubehör zu rekonstruieren, stellt daher eine besondere Herausforderung für Sammler dar.

Die kulturhistorische Bedeutung solcher Spielzeuge liegt in ihrer Funktion als Zeitzeugen. Sie spiegeln wider, wie militärische Themen im zivilen Bereich, insbesondere in der Kindererziehung, präsent waren. Gleichzeitig dokumentieren sie die handwerkliche Qualität und künstlerische Gestaltung deutscher Spielzeugproduktion. Die Firma Hausser beschäftigte talentierte Modelleure, die historische Uniformen und Ausrüstung detailgetreu nachbildeten.

Nach der Einstellung der Elastolin-Produktion in den 1980er Jahren sind diese Stücke zu begehrten Sammelobjekten geworden. Der Markt für historische Spielzeugsoldaten und Zubehör hat sich professionalisiert, mit spezialisierten Händlern, Auktionshäusern und Sammlervereinigungen. Die Bewertung erfolgt nach Kriterien wie Seltenheit, Erhaltungszustand, historischer Bedeutung und künstlerischer Qualität.

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