III. Reich - 2. Reichsbauerntag Goslar 1934
Das Feinzinkabzeichen des 2. Reichsbauerntages Goslar 1934 repräsentiert ein bedeutsames Kapitel der nationalsozialistischen Agrarpolitik und Propaganda. Diese kleine, aber historisch bedeutsame Insignie dokumentiert die systematische Vereinnahmung der deutschen Landwirtschaft durch das NS-Regime.
Der Reichsbauerntag war eine jährliche Großveranstaltung, die erstmals 1933 in Goslar stattfand. Die historische Stadt am Harz wurde bewusst als Veranstaltungsort gewählt, da sie symbolisch für das “alte Deutschland” und die bäuerliche Tradition stand. Der zweite Reichsbauerntag im November 1934 markierte die Konsolidierung der NS-Agrarpolitik unter Reichsbauernführer Richard Walther Darré.
Das vorliegende Abzeichen aus Feinzink mit den Maßen von etwa 42 x 27 mm entspricht der typischen Herstellungsweise von NS-Veranstaltungsabzeichen der frühen 1930er Jahre. Zink war ein kostengünstiges Material, das eine Massenproduktion ermöglichte und dennoch eine ansprechende Optik bot. Die Befestigung mittels Nadel war der Standard für solche Ehrenzeichen und Teilnehmerabzeichen.
Der Reichsbauerntag 1934 fand vom 4. bis 9. November statt und zog Zehntausende von Bauern, Funktionären und Parteimitgliedern nach Goslar. Die Veranstaltung diente der Präsentation der nationalsozialistischen “Blut und Boden”-Ideologie, die das Bauerntum als Grundpfeiler der deutschen Volksgemeinschaft propagierte. Darré verkündete während dieser Tage seine Vision einer autarken deutschen Landwirtschaft.
Solche Abzeichen wurden sowohl an offizielle Teilnehmer als auch an Besucher ausgegeben und dienten als Erkennungszeichen sowie als Erinnerungsstück. Sie dokumentieren die ausgeklügelte Symbolpolitik des NS-Regimes, das auch scheinbar unpolitische Bereiche wie die Landwirtschaft ideologisch durchdrang. Das Reichserbhofgesetz von 1933 hatte bereits die rechtlichen Grundlagen für die Kontrolle über die deutsche Bauernschaft geschaffen.