Infanteriesturmabzeichen in Silber - Miniatur

16 mm, an Nadel, Zustand 2.
483731
45,00

Infanteriesturmabzeichen in Silber - Miniatur

Das Infanteriesturmabzeichen in Silber gehört zu den bedeutendsten Kampfauszeichnungen der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Diese Miniaturversion mit einer Größe von 16 mm stellt eine besondere Variante dieser Auszeichnung dar, die aus praktischen und zeremoniellen Gründen getragen wurde.

Das Infanteriesturmabzeichen wurde durch Verordnung vom 20. Dezember 1939 von Adolf Hitler gestiftet und war die Nachfolgeauszeichnung des Sturmabzeichens aus dem Ersten Weltkrieg. Die Auszeichnung sollte die besonderen Leistungen der Infanterie im Kampf würdigen und wurde in drei Stufen verliehen: Bronze, Silber und Gold. Die silberne Stufe, um die es sich bei diesem Objekt handelt, wurde für die Teilnahme an drei Infanterieangriffen oder Gegenangriffen an verschiedenen Tagen verliehen, wobei auch Panzerjagd- und Nahkampftage angerechnet werden konnten.

Das Abzeichen zeigt in seinem Design ein Gewehr mit aufgepflanztem Bajonett, umgeben von einem Eichenlaubkranz, der typisch für deutsche militärische Auszeichnungen dieser Epoche war. Über dem Gewehr befindet sich häufig ein Adler mit Hakenkreuz als Hoheitszeichen des Deutschen Reiches. Das gesamte Abzeichen ist in Silber gehalten, wobei die reguläre Größe etwa 50-55 mm beträgt.

Miniaturabzeichen wie das hier beschriebene 16-mm-Exemplar hatten eine besondere Funktion. Sie wurden typischerweise an der Zivilkleidung oder an der Gesellschaftsuniform getragen, wenn das Tragen der regulären Ordensspange nicht angebracht war. Miniaturausführungen waren besonders bei höheren Offizieren beliebt, die bei gesellschaftlichen Anlässen ihre Auszeichnungen in dezenterer Form präsentieren wollten. Die Befestigung erfolgte mittels einer Nadelkonstruktion auf der Rückseite, wie bei diesem Exemplar beschrieben.

Die Herstellung dieser Miniaturabzeichen erforderte besonderes handwerkliches Geschick. Verschiedene Hersteller produzierten diese Auszeichnungen, wobei die Qualität stark variieren konnte. Einige Firmen wie Friedrich Linden aus Lüdenscheid, Josef Feix & Söhne aus Gablonz oder Wilhelm Deumer aus Lüdenscheid waren bekannt für ihre hochwertigen Miniaturausführungen. Die Abzeichen wurden aus verschiedenen Materialien gefertigt, darunter Buntmetall mit Versilberung oder Zinklegierungen.

Der historische Kontext des Infanteriesturmabzeichens ist eng mit dem Verlauf des Zweiten Weltkriegs verbunden. In den ersten Kriegsjahren wurde die Auszeichnung häufig verliehen, da die Wehrmacht in zahlreiche Offensivoperationen verwickelt war. Mit zunehmender Dauer des Krieges und dem Übergang zu defensiven Operationen änderten sich auch die Verleihungsbedingungen mehrfach. Die Auszeichnung blieb bis zum Kriegsende 1945 eine der begehrtesten Ehrenzeichen der deutschen Infanterie.

Die Bewertung des Zustands mit “Zustand 2” deutet nach gängiger numismatischer und militaria-sammlerischer Klassifizierung auf ein gut erhaltenes Stück mit minimalen Gebrauchsspuren hin. Dies ist für ein Objekt, das über 75 Jahre alt ist und möglicherweise unter Kriegsbedingungen getragen wurde, bemerkenswert. Miniaturabzeichen haben oft die Zeit besser überdauert als ihre regulären Gegenstücke, da sie seltener und meist unter schonenderen Bedingungen getragen wurden.

Heute sind solche Miniaturabzeichen begehrte Sammlerstücke im Bereich der Militaria und Phaleristik. Sie dokumentieren nicht nur die militärische Auszeichnungspraxis des Dritten Reiches, sondern auch die handwerkliche Tradition der deutschen Ordensfertigung. Sammler schätzen besonders gut erhaltene Exemplare mit originaler Nadel und klaren Details. Die historische Forschung nutzt solche Objekte, um die Auszeichnungspraxis und die soziale Bedeutung militärischer Ehrenzeichen in der Wehrmacht zu verstehen.

Es ist wichtig zu betonen, dass solche Objekte heute ausschließlich als historische Dokumente und Sammlerstücke von Bedeutung sind. Sie dienen der wissenschaftlichen Aufarbeitung und dem Verständnis dieser dunklen Epoche der deutschen Geschichte, ohne die damit verbundene Ideologie zu verherrlichen.