Infanteriesturmabzeichen in Silber - Miniatur

16 mm, an nachgelöteter Nadel, Zustand 2.
484031
30,00

Infanteriesturmabzeichen in Silber - Miniatur

Das Infanteriesturmabzeichen in Silber gehört zu den bedeutendsten Kampfauszeichnungen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Diese Miniaturausführung mit einer Breite von nur 16 mm stellt eine besondere Variante dar, die neben der regulären Ordensausführung existierte und spezifischen Tragevorschriften unterlag.

Das Infanteriesturmabzeichen wurde durch Verordnung vom 20. Dezember 1939 von Adolf Hitler als Oberbefehlshaber der Wehrmacht gestiftet. Die Stiftung erfolgte in Anerkennung der besonderen Leistungen und des Mutes der Infanterietruppen während des Polenfeldzuges. Ursprünglich in Bronze konzipiert, wurde am 1. Juni 1940 die silberne Stufe als höhere Verleihungsstufe eingeführt, um zwischen verschiedenen Graden militärischer Verdienste zu differenzieren.

Die Verleihungskriterien für das Infanteriesturmabzeichen in Silber waren streng definiert. Ein Soldat musste an mindestens drei Infanterieangriffen an verschiedenen Tagen teilgenommen haben oder bei einer Verwundung während eines Angriffs. Die silberne Stufe setzte voraus, dass der Träger bereits das bronzene Abzeichen besaß und weitere Kampfhandlungen nachweisen konnte. Dies machte das silberne Abzeichen zu einer besonders anerkannten Auszeichnung innerhalb der Truppe.

Das Design des Abzeichens stammte vom Berliner Grafiker und Bildhauer Ernst Peekhaus. Es zeigt ein Gewehr mit aufgepflanztem Seitengewehr, umgeben von einem ovalen Eichenlaubkranz. Die Symbolik verband traditionelle militärische Elemente - das Gewehr als Hauptwaffe der Infanterie - mit dem Eichenlaub als germanischem Symbol für Tapferkeit und Stärke. Die silberne Ausführung wurde typischerweise aus Zinkdruckguss gefertigt und anschließend versilbert.

Miniaturausführungen von Orden und Ehrenzeichen hatten in der militärischen Tradition eine lange Geschichte. Sie dienten nicht dem Tragen an der Uniform während des aktiven Dienstes, sondern waren für die zivile Kleidung, Gesellschaftsanzüge oder spezielle Anlässe bestimmt. Die Tragevorschriften der Wehrmacht sahen vor, dass Miniaturen an der Smoking- oder Frackleidung getragen werden konnten, wobei sie auf der linken Brustseite in verkleinerter Form die erworbenen Auszeichnungen repräsentierten.

Die vorliegende Miniatur mit ihren 16 mm Breite - die reguläre Ausführung maß etwa 48 mm in der Breite - entspricht den typischen Proportionen solcher Verkleinerungen. Die Beschreibung verweist auf eine nachgelötete Nadel, was ein häufiges Merkmal bei diesen Stücken darstellt. Während Originalabzeichen meist mit fest montierten oder verschraubten Nadelsystemen versehen waren, wurden bei Miniaturen oft vereinfachte Befestigungsmethoden angewandt. Eine nachgelötete Nadel kann sowohl auf eine Reparatur als auch auf eine zeitgenössische Herstellungspraxis hinweisen.

Die Herstellung von Miniaturabzeichen erfolgte durch verschiedene Firmen, die oft auch die regulären Auszeichnungen produzierten. Zu den bekannten Herstellern gehörten Unternehmen wie Souval in Wien oder verschiedene Firmen in Gablonz, einem traditionellen Zentrum der Schmuck- und Ordensindustrie. Die Qualität dieser Miniaturen variierte erheblich, von hochwertigen goldschmiedetechnischen Arbeiten bis zu einfacheren Ausführungen für den Massenmarkt.

Der Erhaltungszustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Stück hin, das sichtbare Gebrauchsspuren aufweisen kann, aber keine gravierenden Beschädigungen zeigt. Bei militärischen Auszeichnungen ist die Bewertung des Zustands von besonderer Bedeutung für Sammler und Historiker, da sie Aufschluss über die Authentizität und die Geschichte des Objekts geben kann.

Nach Kriegsende wurden alle NS-Auszeichnungen durch das Kontrollratsgesetz Nr. 1 vom Oktober 1945 verboten. Das Tragen dieser Abzeichen war in Deutschland jahrzehntelang nur in entnazifizierter Form - ohne Hakenkreuz - gestattet. Dies führte dazu, dass viele Originalstücke vernichtet oder modifiziert wurden, was authentische Exemplare heute zu historischen Dokumenten macht.

Für die militärhistorische Forschung sind solche Objekte von Bedeutung, da sie materielle Zeugnisse der Anerkennungskultur und des Auszeichnungswesens totalitärer Systeme darstellen. Sie ermöglichen Einblicke in die Motivations- und Belohnungsstrukturen der Wehrmacht sowie in die handwerklichen und industriellen Produktionsmethoden der Epoche. Die Miniaturausführungen zeigen zudem, wie militärische Auszeichnungen über den rein dienstlichen Bereich hinaus in das gesellschaftliche Leben integriert waren.