Luftwaffe / Preussen Orden Pour le Mérite Kleiner Nachlass aus dem Besitz von Generalleutnant Eduard Ritter von Schleich

Bei dem Stück handelt es sich um eine typische Fertigung aus dem 1.Weltkrieg der Firma Steinhauer & Lück, Lüdenscheid, um 1925/30. Buntmetall vergoldet, beidseitig fein emailliert. Oben mit der der sogenannten "Barocköse" und vergoldetem Bandring, ohne Herstellerbezeichnung. Komplett mit mit dem getragenen konfektionierten Halsband. Getragenes Stück, im unteren Kreuzarm leichter Emailleschaden, in gutem Zustand.
Dazu das Soldbuch der Luftwaffe, ausgestellt vom Luftverteidigungskommando 4 am 25. Oktober 1939 mit Beförderungen vom Generalmajor bis 1943 Generalleutnant, mit sehr schönem Uniformfoto als Generalleutnant mit diesem Pour le Mérite (!), eingetragene Dienststellungen: 1941 General der Luftwaffe in Dänemark, 1943 Kommandierender General und Befehlshaber Luftgau Norwegen, 1944 zur Führerreserve O.K.L., 30.4.1945 aus de aktiven Wehrdienst entlassen. Eingetragene Auszeichnungen: 1940 Spange zu E.K. II 1941 Rumänisches und Bulgarisches Flugzeugführerabzeichen, Kommandeurkreuz zum Stern von Rumänien, Kriegsverdienstkreuz 1939 1. Klasse mit Schwertern, 1942 Rumänien Medaille Kreuzzug gegen den Kommunismus. Letzte Eintragung 1.5.1945. Das Soldbuch mit einem grauen Leineneinband, typische Gebrauchsspuren, Zustand 2.
Luftwaffe goldener Geschenkring von Reichsmarschall Hermann Göring. Es handelt sich hierbei um ein Weihnachtsgeschenk, gegeben 1941. Goldener Fingerring, im Zentrum ein eingefasster blauer Edelstein mit aufgelegtem Flugzeugführerabzeichen aus Gold, seitlich dekoriert mit Hoheitsadlern der Luftwaffe. Innen gestempelt "585" Gold (= 14 Karat" sowie sehr schöner Geschenkgravur "S. lb. E.R. v. Schleich Göring 24.12.41" sowie Markierung des Juweliers Walter Kramer in Ribnitz. Leichte Trage- und Gebrauchsspuren, Zustand 2. Komplett in einem alten Etui.
Dazu 5 original Fotopostkarten von Ritter v, schleich als Jagdflieger im 1. Weltkrieg, ein signiertes Originalfoto als Jagdflieger "Ritter von Schleich Major" sowie ein signiertes Foto als Generalmajor der Luftwaffe neben Adolf Galland am Tisch "Ritter von Schleich". Weiterhin das Buch "Ritter v. Schleich - Jagdflieger im Weltkrieg und im Dritten Reich" von Fried Lange, auf dem Vorsatzblatt mit eigenhändiger Unterschrift "Ritter von Schleich", herausgegeben 1939.

Eduard-Maria Joseph Schleich, seit 1918 Ritter von Schleich (* 9. August 1888 in München; † 15. November 1947 in Dießen am Ammersee), war ein deutscher Offizier und Politiker. Im Ersten Weltkrieg war Schleich ein bekannter Jagdflieger. Nach dem Krieg arbeitete Schleich für die Nationalsozialisten beim Aufbau der SS-Fliegerstaffel und als Reichstagsabgeordneter der NSDAP. Im Zweiten Weltkrieg war er Generalleutnant der deutschen Luftwaffe. Schleich ging 1908 als Kadett zur bayerischen Armee. Er schloss seine Offiziersausbildung ab und wurde zum Leutnant befördert. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges war Schleich zunächst als Infanterieoffizier eingesetzt und wurde am 25. August 1914 verwundet. Nach seiner Genesung kam er zur Fliegertruppe, zunächst als Beobachter und bald darauf Pilot. Das zugehörige Flugzeugführer-Abzeichen mit der Nr. 125 erhielt er am 11. September 1915.[1] 1917 avancierte er zum Kommandeur der Jagdstaffel 21, danach der neu aufgestellten bayerischen Jagdstaffel 32, der Jagdgruppe 8 und schließlich, kurz vor Kriegsende, des Jagdgeschwaders 4. Im August 1918 wurde Schleich zum Hauptmann befördert. Schleich war mit 35 Luftsiegen einer der erfolgreichsten deutschen Jagdflieger im Ersten Weltkrieg. Da er seine Flugzeuge ab 1917 schwarz anstrich, wurde er als „Schwarzer Ritter“ bekannt. Für seine militärischen Erfolge wurde Schleich hoch dekoriert. Er erhielt beide Klassen des Eisernen Kreuzes, am 4. Dezember 1917 den Orden Pour le Mérite und als höchste Tapferkeitsauszeichnung des Königreiches Bayern am 14. Juni 1918 das Ritterkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens. Aufgrund der damit verbundenen Erhebung in den persönlichen Adel durfte er sich ab diesem Zeitpunkt „Ritter von Schleich“ nennen. Nach Kriegsende gehörte Schleich Abwicklungsstellen der Fliegertruppe unter anderem in Schleißheim an. Zum 31. Dezember 1921 wurde er im Rang eines Majors verabschiedet. Im Zivilleben arbeitete Schleich ab Mai 1924 als Flugleiter bei verschiedenen Fluggesellschaften, zuletzt von April 1927 bis Oktober 1929 bei der kurz zuvor gegründeten Lufthansa. Am 1. April 1931 trat Schleich der SS im Rang eines SS-Sturmbannführers bei. Vom 1. Oktober 1931 bis zum 15. April 1934 führte er die SS-Fliegerstaffel Süd.  1932 begleitete die SS-Fliegerstaffel-Süd Adolf Hitlers Ju 52 im Reichstagswahlkampf. Nach der Machtübernahme der NSDAP wurden die Fliegerstaffeln der SA und SS in den Deutschen Luftsportverband (DLV) überführt. Damit endeten die Mitgliedschaften in SA und SS. Innerhalb des DLV-Präsidiums war Schleich Fliegerkommandant, zudem führte er die Landesgruppe Thüringen. Besondere Bedeutung hatte seine Funktion als Verbindungsmann zur Reichsjugendführung; der Reichsjugendführer Baldur von Schirach bezeichnete Schleich als Freund. Im November 1933 ließ sich Schleich für die NSDAP in den Reichstag wählen. Am 1. April 1935 trat Schleich im Rang eines Majors in die neu gegründete Luftwaffe ein. Er war als Ausbilder um die Sturzkampfbomber und deren Besatzungen zuständig. Schleich wurde am 1. November 1938 als Oberst Kommandeur des Jagdgeschwaders 132. Das Jagdgeschwader 26 unter Schleichs Leitung nahm zu Beginn des Zweiten Weltkrieges ab 1. September 1939 am Überfall auf Polen teil. Ende des Monats wurde es an die Westfront verlegt, wo es zu diesem Zeitpunkt nur wenige Kampfhandlungen gab. Bereits im Dezember 1939 wurde Schleich aus der Kampfeinheit abgezogen und zum Generalmajor befördert, zu einer neu gegründeten Jagdfliegerschule 5 nach Schwechat bei Wien versetzt. Im Herbst 1940 wechselte er in das mit Deutschland verbündete Rumänien, um die Rumänische Luftwaffe bei Organisation und Schulung zu unterstützen. Nur wenige Tage vor dem Deutsch-Sowjetischen Krieg wurde Schleich aus Rumänien abgezogen und am 12. Juni 1941 Kommandierender General der Deutschen Luftwaffe im besetzten Dänemark. Im Januar 1944 übernahm er die Leitung des Luftgau Norwegens, die er bis Oktober desselben Jahres innehatte. Nach Zusammenlegung des Kommandos für fliegende und Bodentruppen wurde er am 10. Oktober für eine Übergangszeit von einem Monat Kommandierender General der Deutschen Luftwaffe in Norwegen. Zwischenzeitlich zum Generalleutnant befördert, wurde Schleich am 15. November 1944 in die inaktive Reserve versetzt. Bei Kriegsende wurde Schleich am 9. Mai 1945 gefangen genommen. Bis zu seinem Tod befand er sich in einem US-amerikanischen Kriegsgefangenenlager.

Der Orden Pour le Mérite wurde von Friedrich dem Großen im Jahr 1740 gestiftet und war neben dem Orden vom Schwarzen Adler die bedeutendste Auszeichnung, die in Preußen vergeben werden konnte. Seit seiner Stiftung 1740 wurde der Orden bis zum Ende des 1. Weltkriegs 1918 an insgesamt 5.430 Personen verliehen. Im Ersten Weltkrieg wurde der Pour le Mérite 687 Mal verliehen, mit Eichenlaub nur 122 Mal. Zweitstücke aus dieser Zeit tauchen immer wieder auf. Aufgrund des täglichen Tragens der verliehenen Kreuze im 1. Weltkrieg hatten die meisten Stücke mehr oder weniger große Emailleschäden. Aus diesem Grund haben sich viele Offiziere, die nach 1918 in der Reichswehr und Wehrmacht dienten, entsprechende Zweitstücke gekauft, um diese weiter zutragen.
Das Stück aus dem Nachlass ist eine typische Fertigung der Firma Steinhauer & Lück aus den 1920/30er Jahren. Obwohl die Firma bereits seit 1889 existierte, hat sie im 1. Weltkrieg keinen Auftrag für die Herstellung des Pour le Mérite erhalten, dann aber aufgrund der hohen Nachfrage mit der Produktion nach dem 1. Weltkrieg begonnen. Anbei ein paar Fotos aus den 1930er Jahren, die den Schauraum der Firma zeigen, auf denen deutlich in der Auslage der Pour le Mérite zu sehen ist, weiterhin ein zeitgenössisches Foto eines Verkaufskataloges aus der Zeit von Steinhauer, auf dem der PlM fotografiert ist. Zum Abschluß noch eine Vergrößerung eines Fotos von Ritter von Greim, auf dem ganz eindeutig das Steinhauer Pour le Mérite zu erkennen ist.
Für den gesamten von uns verkauften Nachlass geben wir uns lebenslange Echtheits-Garantie.
471131

Der Orden Pour le Mérite – Höchste preußische Tapferkeitsauszeichnung und der Nachlass des Generalleutnants Eduard Ritter von Schleich

Der Orden Pour le Mérite zählt zu den berühmtesten militärischen Auszeichnungen der europäischen Geschichte. Im Jahr 1740 von König Friedrich II. von Preußen gestiftet, ersetzte er den älteren Ordre de la Générosité aus dem Jahr 1667. Die französische Namensgebung reflektiert die Hofsprache jener Epoche. Neben dem Orden vom Schwarzen Adler war der Pour le Mérite die bedeutendste Auszeichnung, die im preußischen Staat vergeben werden konnte. Ab 1810 wurde die Verleihung ausschließlich auf militärische Verdienste beschränkt, und der Orden entwickelte sich zum höchsten Zeichen persönlicher Tapferkeit und wiederholter Bewährung im Felde für Offiziere der deutschen Streitkräfte.

Die physische Gestalt des Ordens zeigt ein blau emailliertes Malteserkreuz mit goldenen Adlern zwischen den Kreuzarmen. Auf der Vorderseite trägt der obere Kreuzarm die gekrönte Chiffre „F“ für Friedrich II., während die Kreuzarme die Inschrift „POUR LE MÉRITE“ in goldenen Buchstaben tragen. Die offiziell im Ersten Weltkrieg beauftragten Stücke wurden bis Ende 1915 in Gold gefertigt – insgesamt 106 goldene Exemplare –, danach in vergoldetem Silber mit dem Feingehaltsstempel 938/1000. Die drei offiziellen Hersteller während des Krieges waren die Berliner Firmen Wagner (Johann Wagner & Sohn), Friedländer und Godet (Gebrüder Godet & Co.). Deren Stücke trugen entsprechende Herstellermarken im unteren Kreuzarm.

Der Erste Weltkrieg verlieh dem Orden internationale Berühmtheit, insbesondere durch die Verleihung an die Jagdflieger der deutschen Fliegertruppe. Der populäre Beiname „Blauer Max“ geht auf Max Immelmann zurück, der zusammen mit Oswald Boelcke im Januar 1916 zu den ersten Fliegern gehörte, die den Orden erhielten. Weitere berühmte Träger waren Manfred von Richthofen, der „Rote Baron“ mit 80 Luftsiegen, sowie herausragende Heerführer wie Paul von Hindenburg, Erich Ludendorff und August von Mackensen. Im Marinebereich sei der U-Boot-Kommandant Lothar von Arnauld de la Perière erwähnt. Insgesamt wurde der Orden seit seiner Stiftung an 5.430 Personen verliehen. Er konnte nicht postum vergeben werden. Neben dem Grundkreuz existierten Varianten mit Eichenlaub für wiederholte Verdienste (im Ersten Weltkrieg 122-mal verliehen), mit Krone zum 50-jährigen Jubiläum sowie das Großkreuz, das nur fünfmal vergeben wurde.

Für die Jagdflieger des Ersten Weltkriegs stiegen die Anforderungen im Laufe des Konflikts erheblich: Waren 1916 noch etwa 8 Luftsiege erforderlich, stieg die Schwelle bis Anfang 1917 auf 16 und gegen Kriegsende auf etwa 30 Siege.

Eduard Ritter von Schleich (geboren am 9. August 1888 in München, gestorben am 15. November 1947 in Dießen am Ammersee) erhielt seinen Pour le Mérite am 4. Dezember 1917 für 25 Luftsiege. Er beendete den Krieg mit 35 bestätigten Abschüssen und gehörte damit zu den erfolgreichsten deutschen Jagdfliegern. Als Kommandeur zunächst der Jagdstaffel 21, dann der bayerischen Jagdstaffel 32, der Jagdgruppe 8 und schließlich des Jagdgeschwaders 4 war er durch seine schwarz gestrichenen Flugzeuge als der „Schwarze Ritter“ bekannt geworden. Neben dem Pour le Mérite erhielt er beide Klassen des Eisernen Kreuzes sowie als höchste bayerische Tapferkeitsauszeichnung am 14. Juni 1918 das Ritterkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens, das ihm den persönlichen Adelstitel „Ritter von“ einbrachte.

Mit dem Ende der preußischen Monarchie im November 1918 erlosch die militärische Klasse des Ordens. Die zivile Klasse wurde 1923 als unabhängige Organisation wiederbelebt und besteht seit 1952 als „Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste“ fort. Der letzte lebende Träger der militärischen Klasse war Ernst Jünger, der 1998 verstarb.

Das vorliegende Stück aus dem Nachlass von Schleich ist eine charakteristische Fertigung der Firma Steinhauer & Lück aus Lüdenscheid. Diese Firma, die seit 1889 existierte, hatte während des Ersten Weltkriegs keinen offiziellen Fertigungsauftrag für den Pour le Mérite erhalten. Ihr Stück zeigt die typische „Barocköse“ als Aufhängung und einen vergoldeten Bandring, trägt jedoch keine Herstellerbezeichnung. Es ist aus vergoldetem Buntmetall gefertigt und beidseitig emailliert – Merkmale, die es deutlich von den offiziellen Kriegsfertigungen aus Gold bzw. vergoldetem Silber unterscheiden. Die offiziellen Stücke trugen Markierungen wie „938 W“ (Wagner), „GuS 938“ (Godet) oder Friedländer-Stempel im unteren Kreuzarm.

Der Hintergrund für die Existenz solcher Zweitstücke liegt im täglichen Tragen des Ordens an der Uniform, das zu erheblichen Emailleschäden führte. Viele Offiziere, die nach 1918 in der Reichswehr und Wehrmacht dienten, erwarben daher Ersatzstücke von Herstellern wie Steinhauer & Lück. Im Jahr 1957 wurde diese Firma von der deutschen Regierung sogar offiziell autorisiert, Ersatzstücke für noch lebende Träger des Ersten Weltkriegs herzustellen.

Der vorliegende Nachlass umfasst neben dem Pour le Mérite mit getragenem Halsband auch das Soldbuch der Luftwaffe von Schleichs, ausgestellt am 25. Oktober 1939, mit dokumentierten Beförderungen vom Generalmajor bis zum Generalleutnant (1943) sowie seinen verschiedenen Dienststellungen – darunter 1941 als General der Luftwaffe in Dänemark und 1943 als Kommandierender General und Befehlshaber des Luftgaus Norwegen. Das Soldbuch enthält ein Uniformfoto als Generalleutnant, auf dem der Pour le Mérite getragen wird. Ergänzt wird der Nachlass durch historische Fotopostkarten aus der Zeit als Jagdflieger im Ersten Weltkrieg sowie signierte Fotografien.

Der Nachlass dokumentiert in eindrucksvoller Weise die Karriere eines der bekanntesten deutschen Jagdflieger des Ersten Weltkriegs und bietet zugleich einen materialkundlich bedeutsamen Einblick in die Nachfertigungsgeschichte einer der berühmtesten Militärauszeichnungen der Welt.

r