Reichsministerium für besetzte Ostgebiete "RMBO", braune Fellmütze für Beamte des Mittleren Dienst im Osteinsatz

um 1943. Braunes Tuch mit Schafsfell, Hoheitsadler für Beamte im Osteinsatz, maschinell vernäht, umlaufend mit einer Silberkordel, innen mit goldgelbem Futter, Größe ca. 56. Getragen, innen das Futter etwas beschädigt, Zustand 2.
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Reichsministerium für besetzte Ostgebiete "RMBO", braune Fellmütze für Beamte des Mittleren Dienst im Osteinsatz

Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (RMbO) - Fellmütze für Beamte im Osteinsatz

Das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete wurde am 17. Juli 1941, kurz nach dem Beginn des Unternehmens Barbarossa, unter der Leitung von Alfred Rosenberg gegründet. Diese Institution war für die Zivilverwaltung der eroberten sowjetischen Gebiete verantwortlich und spielte eine zentrale Rolle in der nationalsozialistischen Besatzungspolitik im Osten.

Die hier beschriebene braune Fellmütze repräsentiert die spezielle Ausstattung, die für Beamte des mittleren Dienstes konzipiert wurde, welche im sogenannten “Osteinsatz” tätig waren. Diese Kopfbedeckung war nicht nur ein praktisches Kleidungsstück für die extremen klimatischen Bedingungen der Ostfront, sondern auch ein Rangabzeichen, das den Träger als Angehörigen der deutschen Zivilverwaltung identifizierte.

Struktur und Organisation des RMbO

Das Ministerium war hierarchisch aufgebaut und beschäftigte Tausende von Beamten verschiedener Dienstgrade. Der mittlere Dienst umfasste Sekretäre, Verwaltungsassistenten und andere Funktionäre, die zwischen dem einfachen und gehobenen Dienst angesiedelt waren. Diese Beamten bildeten das Rückgrat der täglichen Verwaltungsarbeit in den besetzten Gebieten.

Die besetzten Ostgebiete wurden in zwei Reichskommissariate unterteilt: das Reichskommissariat Ostland (baltische Staaten und Weißrussland) unter Hinrich Lohse und das Reichskommissariat Ukraine unter Erich Koch. Weitere Gebiete waren für eine spätere Verwaltung vorgesehen, kamen aber aufgrund des Kriegsverlaufs nie unter vollständige deutsche Zivilverwaltung.

Die Uniform und ihre Bedeutung

Die Uniformierung der Zivilbeamten im Osteinsatz folgte spezifischen Richtlinien, die 1942 und 1943 präzisiert wurden. Die braune Fellmütze mit Schafsfellbesatz war für die harten Winter in Osteuropa unerlässlich, wo Temperaturen regelmäßig weit unter den Gefrierpunkt sanken. Das verwendete Schafsfell bot hervorragende Isolationseigenschaften und war gleichzeitig robust genug für den täglichen Gebrauch.

Der auf der Mütze angebrachte Hoheitsadler war maschinell vernäht und unterschied sich in seiner Ausführung von den Adlern der Wehrmacht oder anderer Organisationen. Die Silberkordel, die um die Mütze verlief, war ein charakteristisches Merkmal für Beamte des mittleren Dienstes und diente der Rangkennzeichnung. Das goldgelbe Innenfutter entsprach den Standardvorgaben für diese Dienstgradgruppe.

Der Osteinsatz und seine Realität

Der Begriff “Osteinsatz” umschrieb die Tätigkeit deutscher Beamter in den besetzten Ostgebieten zwischen 1941 und 1945. Diese Beamten waren an der Durchführung der nationalsozialistischen Besatzungspolitik beteiligt, die systematische Ausbeutung, Unterdrückung und Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung umfasste. Das RMbO war direkt an der Planung und Umsetzung von Zwangsarbeit, wirtschaftlicher Ausbeutung und der Unterstützung der Vernichtungspolitik beteiligt.

Die Beamten im Osteinsatz arbeiteten oft unter schwierigen Bedingungen: extreme Kälte, mangelhafte Infrastruktur, Partisanenaktivitäten und die zunehmende Kriegsmüdigkeit prägten ihren Alltag. Die spezielle Winterausrüstung, zu der auch die beschriebene Fellmütze gehörte, war daher eine Notwendigkeit.

Herstellung und Beschaffung

Die Uniformteile für das RMbO wurden über das Reichsamt für Bekleidung und Ausrüstung beschafft. Aufgrund der Materialknappheit ab 1943 wurden vermehrt Ersatzmaterialien verwendet, doch Fellmützen für den Osteinsatz blieben prioritär, da sie für die Funktionsfähigkeit der Verwaltung in den Wintermonaten unerlässlich waren. Die maschinelle Fertigung deutet auf eine Produktion in spezialisierten Werkstätten oder durch beauftragte Firmen hin.

Historische Einordnung

Objekte wie diese Fellmütze sind heute wichtige Sachzeugen einer verbrecherischen Besatzungspolitik. Sie dokumentieren die bürokratische Durchdringung der besetzten Gebiete und die Beteiligung einer großen Zahl von Zivilbeamten an den nationalsozialistischen Verbrechen im Osten. Das RMbO wurde nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes im Mai 1945 aufgelöst. Alfred Rosenberg wurde im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess zum Tode verurteilt und 1946 hingerichtet.

Die Erhaltung solcher Objekte in Sammlungen und Museen dient der historischen Dokumentation und Aufarbeitung dieser dunklen Epoche deutscher Geschichte.

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