Weimarer Republik Nationalverband Deutscher Offiziere ( NDO ) - Mitgliedsabzeichen

an Nadel, Hersteller : L.Chr.Lauer Berlin, Zustand 2.
524731
€ 60,00

Weimarer Republik Nationalverband Deutscher Offiziere ( NDO ) - Mitgliedsabzeichen

Das Mitgliedsabzeichen des Nationalverbands Deutscher Offiziere (NDO) verkörpert eine der kompromisslosesten Oppositionsbewegungen gegen die Weimarer Republik. Dieses emaillierte Abzeichen, hergestellt von L.Chr.Lauer Berlin, diente als sichtbares Erkennungszeichen einer Organisation, die von ihrer Gründung am 16. Dezember 1918 an die republikanische Staatsform ablehnte und deren Beseitigung anstrebte.

Die Entstehungsgeschichte des NDO ist eng mit dem Schock der Novemberrevolution 1918 verbunden. Auf einer Versammlung des Deutschen Offiziersbundes am 5. Dezember 1918 lehnte eine kleine Gruppe von Offizieren die damals vorherrschende Ansicht ab, dass man sich mit der gegebenen Situation abfinden und lediglich die eigene materielle Existenz sichern müsse. Stattdessen forderten sie den politischen Kampf gegen die aus der Novemberrevolution entstandenen Verhältnisse. Bei einer Sonderversammlung elf Tage später, am 16. Dezember 1918, wurde der Nationalverband Deutscher Offiziere formell gegründet.

Der Verband entwickelte sich zu einer bedeutenden Organisation innerhalb der feindlichen "vaterländischen" Opposition, die von Anfang an gegen die Weimarer Republik agitierte. Die politische Ausrichtung war eindeutig: Die Mitglieder des NDO setzten sich für die Rückkehr zur Monarchie und die Wiederherstellung des deutschen Kolonialreiches ein. Mit 8.000 bis 10.000 Mitgliedern verfügte der Verband über eine beachtliche organisatorische Basis, die in Landesverbände, Bezirksgruppen und Ortsgruppen gegliedert war. Bemerkenswert ist die internationale Präsenz der Organisation mit Vertretern oder ausländischen Ortsgruppen in Südamerika, Finnland, Griechenland, Italien, Schweden, der Schweiz, der Türkei, den USA, Java und Sumatra.

Das Mitgliedsabzeichen selbst zeichnet sich durch seine charakteristische Form eines achtstrahligen Sterns aus. In den Zacken des Sterns waren die Buchstaben der Organisation eingearbeitet: Im linken Zacken befand sich ein Kreis mit dem Buchstaben D, im oberen Zacken der Buchstabe N und im rechten Zacken der Buchstabe O. Ein zentraler kreisförmiger Ring grenzte die Zacken ab. Auf dem äußeren Ring war das Motto "Furchtlos und treu" eingraviert – eine Losung, die das Selbstverständnis dieser monarchistisch gesinnten Offiziersvereinigung prägnant zum Ausdruck brachte. Im Zentrum des Kreises, der ansonsten mit silberner oder bronzener Beschriftung auf schwarzem Grund aufgebaut war, befand sich ein Wappen mit horizontalen Streifen.

Die Herstellung erfolgte durch L.Chr.Lauer, einen renommierten Medaillen- und Abzeichenhersteller, der 1860 in Nürnberg gegründet worden war und später eine Zweigstelle in Berlin unterhielt. Die Firma operierte während ihrer produktivsten Periode unter der Leitung von Ludwig und Wolfgang Lauer. Das Abzeichen trägt auf der Rückseite die Herstellermarke "L.Chr.Lauer Berlin" oder "L. CHR. LAUER BERLIN S.W. RITTERST 56". Es existieren verschiedene Varianten des Abzeichens: eine größere Version von etwa 29x20 mm aus der Zeit um 1928 und eine kleinere Version von 25 mm aus der Zeit um 1920. Die Materialien variierten zwischen emailliertem Weißmetall und emailliertem Messing. Die Befestigung erfolgte über eine Nadel.

Zur ideologischen Verbreitung gab der Verband die Zeitschrift "Deutsche Treue" heraus, die alle zehn Tage erschien und das politische Gedankengut der Organisation transportierte. Zu den bekannten Mitgliedern des NDO zählte Robert Mulka.

Im Februar 1934 endete die eigenständige Existenz des NDO, als er mit anderen Offiziersvereinigungen zum Reichsverband Deutscher Offiziere (RDO) verschmolzen wurde. Der Reichsverband Deutscher Offiziere wurde später Teil der im Oktober 1936 gegründeten Vereinigung Deutscher Frontkämpfer-Verbände, die schließlich 1945 aufgelöst wurde. Das Mitgliedsabzeichen des NDO bleibt somit ein bedeutendes zeithistorisches Dokument, das die antirepublikanischen Strömungen innerhalb des deutschen Offizierskorps der Zwischenkriegszeit materiell fassbar macht und die Kontinuität monarchistischer und antidemokratischer Tendenzen in dieser sozialen Gruppe dokumentiert.