DDAC - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Kreuz und quer durch Niedersachsen 23. Juni 1935 - DDAC Gau 6 Niedersachsen "

Buntmetall vergoldet, 50 mm, Zustand 2.
322432
160,00

DDAC - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Kreuz und quer durch Niedersachsen 23. Juni 1935 - DDAC Gau 6 Niedersachsen "

Die vorliegende DDAC-Teilnehmerplakette dokumentiert eine Automobilveranstaltung aus der Frühzeit des Nationalsozialismus und repräsentiert die enge Verflechtung von Motorsport, Propaganda und Massenorganisation im Dritten Reich. Die Plakette stammt vom 23. Juni 1935 und wurde anlässlich der Veranstaltung “Kreuz und quer durch Niedersachsen” vom DDAC Gau 6 Niedersachsen herausgegeben.

Der Der Deutsche Automobil-Club (DDAC) wurde 1903 als einer der ersten deutschen Automobilclubs gegründet und entwickelte sich in der Weimarer Republik zu einem bedeutenden Verband für Kraftfahrer. Nach der Machtergreifung 1933 wurde der DDAC wie alle anderen Verbände gleichgeschaltet und in die nationalsozialistische Organisationsstruktur eingegliedert. Der Reichsführer der SS, Heinrich Himmler, übernahm die Schirmherrschaft, und der DDAC wurde zu einem wichtigen Instrument der NS-Verkehrs- und Motorisierungspolitik.

Die Organisation des DDAC folgte der typischen Gau-Struktur des NS-Staates. Der Gau 6 Niedersachsen umfasste das Gebiet Niedersachsens und war einer von mehreren regionalen Verwaltungsbezirken des Clubs. Diese Gauorganisation ermöglichte eine flächendeckende Kontrolle und Koordination der Mitglieder und Aktivitäten. Jeder Gau organisierte eigene Veranstaltungen, Schulungen und propagandistische Events, um die nationalsozialistische Ideologie mit der Förderung des Kraftfahrwesens zu verbinden.

Die Veranstaltung vom 23. Juni 1935 war typisch für die zahlreichen Orientierungsfahrten, Sternfahrten und Rallyes, die der DDAC in den 1930er Jahren organisierte. Solche Events dienten mehreren Zwecken: Sie sollten die Begeisterung für das Automobil fördern, die technischen Fähigkeiten der Fahrer verbessern und gleichzeitig den Gemeinschaftsgeist im Sinne der NS-Ideologie stärken. Die Bezeichnung “Kreuz und quer durch Niedersachsen” deutet auf eine Orientierungsfahrt oder Rallye hin, bei der Teilnehmer verschiedene Stationen in der Region anfahren mussten.

Die Plakette selbst besteht aus vergoldetem Buntmetall und hat einen Durchmesser von 50 mm, was den üblichen Dimensionen für nichttragbare Teilnehmerplaketten dieser Zeit entspricht. Im Gegensatz zu tragbaren Abzeichen, die an der Kleidung befestigt wurden, waren diese Plaketten als Erinnerungsstücke konzipiert und wurden häufig in Vitrinen ausgestellt oder in Sammelalben aufbewahrt. Die Vergoldung verlieh dem Objekt einen gewissen Wert und unterstrich die Bedeutung der Teilnahme an solchen Veranstaltungen.

Der DDAC spielte eine wichtige Rolle in der Motorisierungspropaganda des NS-Regimes. Das Automobil wurde als Symbol des technischen Fortschritts und der deutschen Ingenieurskunst inszeniert. Die Entwicklung des Volkswagens, der Ausbau des Autobahnnetzes und die Förderung des Motorsports waren zentrale Elemente dieser Politik. Der DDAC unterstützte diese Bestrebungen durch die Organisation von Massenveranstaltungen, technischen Schulungen und propagandistischen Kampagnen.

Teilnehmerplaketten wie diese wurden in großer Zahl produziert und an alle Teilnehmer einer Veranstaltung ausgegeben. Sie dienten als Beweis der Teilnahme und als Erinnerungsstück. Für viele Kraftfahrer war die Sammlung solcher Plaketten ein Hobby, und umfangreiche Sammlungen zeugten von aktiver Teilnahme am Vereinsleben. Die Plaketten wurden meist von spezialisierten Herstellern gefertigt, die auch andere NS-Abzeichen und Orden produzierten.

Der historische Kontext von 1935 ist bedeutsam: Das NS-Regime hatte sich etabliert, die Aufrüstung begann, und die Motorisierung der Wehrmacht war im vollen Gange. Der DDAC trug durch seine Schulungsprogramme dazu bei, qualifizierte Fahrer auszubilden, die später auch militärische Bedeutung erlangten. Die zivilen Automobilveranstaltungen hatten somit auch einen vormilitärischen Ausbildungscharakter.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der DDAC wie alle NS-Organisationen aufgelöst. Seine Funktionen wurden später teilweise vom ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club) übernommen, der sich bereits 1946 neu gründete. Objekte wie diese Teilnehmerplakette sind heute wichtige zeitgeschichtliche Dokumente, die Einblick in die Alltagskultur, Freizeitgestaltung und Organisationsstruktur des Dritten Reiches geben.