Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Schießauszeichnung in Silber

2. Form, an langer Nadel, Zustand 2.
301332
€ 40,00

Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Schießauszeichnung in Silber

Die Schießauszeichnung in Silber des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser (DRKB) repräsentiert ein bedeutendes Kapitel der deutschen Veteranenorganisationen zwischen den Weltkriegen. Diese Auszeichnung wurde verliehen, um schießsportliche Leistungen innerhalb des größten Veteranenverbandes der Weimarer Republik und des Dritten Reiches zu würdigen.

Der Kyffhäuserbund, dessen vollständiger Name “Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser” lautete, entstand 1900 durch den Zusammenschluss mehrerer regionaler Kriegervereine. Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich die Organisation zu einem der einflussreichsten Veteranenverbände Deutschlands. Bis 1933 zählte der Bund über eine Million Mitglieder in mehr als 30.000 Ortsvereinen. Die Organisation benannte sich nach dem mythisch aufgeladenen Kyffhäuser-Denkmal in Thüringen, das 1896 als Symbol deutscher Einheit und militärischer Tradition errichtet worden war.

Die vorliegende Auszeichnung in ihrer zweiten Form wurde während der Zeit des Nationalsozialismus verliehen, nachdem der Kyffhäuserbund 1933/34 gleichgeschaltet und in die NS-Organisationsstruktur eingegliedert worden war. Die erste Form der Schießauszeichnung stammte noch aus der Weimarer Zeit und unterschied sich in Design und Herstellungsweise von der späteren Variante.

Die Schießauszeichnungen wurden in verschiedenen Stufen verliehen: Bronze, Silber und Gold, entsprechend der erzielten schießsportlichen Leistungen. Die silberne Stufe stellte eine mittlere Qualifikationsstufe dar und erforderte nachweislich gute Schießergebnisse bei den regelmäßig durchgeführten Wettbewerben der Ortsvereine und Landesverbände. Diese Wettbewerbe dienten nicht nur der kameradschaftlichen Pflege, sondern auch der paramilitärischen Ausbildung, die in der Zwischenkriegszeit trotz der Beschränkungen des Versailler Vertrages eine wichtige Rolle spielte.

Die technische Ausführung der Auszeichnung erfolgte typischerweise in versilbertem Metall oder Feinsilber. Die charakteristische lange Nadel auf der Rückseite diente zur Befestigung an der Uniform oder der Zivilkleidung. Das Design zeigte üblicherweise Elemente wie das Kyffhäuser-Denkmal, militärische Symbole und Hinweise auf den schießsportlichen Charakter der Auszeichnung, oft kombiniert mit Eichenlaub oder anderen traditionellen deutschen Verzierungselementen.

Die Verleihungsbestimmungen waren streng geregelt. Mitglieder mussten sich in mehreren Schießübungen bewähren und dabei festgelegte Punktzahlen erreichen. Die Dokumentation erfolgte in den Mitgliedsbüchern, und die Verleihung wurde oft im Rahmen feierlicher Veranstaltungen vorgenommen, häufig am Kyffhäuser-Tag oder anderen bedeutenden Jahrestagen.

Nach 1933 gewann die vormilitärische Ausbildung innerhalb des DRKB zunehmend an Bedeutung. Die Organisation wurde Teil des NS-Reichskriegerbundes und diente der Vorbereitung auf den kommenden Krieg. Die Schießausbildung und entsprechende Auszeichnungen erhielten dadurch eine noch stärkere wehrsportliche Komponente.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurde der Kyffhäuserbund wie alle NS-Organisationen von den Alliierten aufgelöst. In der Bundesrepublik Deutschland erfolgte 1952 eine Neugründung als Kyffhäuserbund e.V., der sich jedoch deutlich von seiner historischen Vorgängerorganisation abgrenzte und als demokratischer Veteranenverband ohne militaristische Ausrichtung etablierte.

Heute sind diese Schießauszeichnungen wichtige zeitgeschichtliche Dokumente, die Einblick in die Veteranenkultur und die paramilitärischen Strukturen der Zwischenkriegszeit und des NS-Regimes geben. Sammler und Historiker schätzen sie als materielle Zeugnisse einer komplexen Epoche deutscher Geschichte, in der Traditionspflege, Militarismus und politische Instrumentalisierung eng miteinander verwoben waren.