Königreich Hannover Helm für einen Fähnrich im 1. Regiment Königs Dragoner

um 1833. Hoher Raupenhelm in Offiziersqualität, komplett mit allen Beschlägen in vergoldeter Ausführung. Der Helmkorpus aus schwarzem Leder. Vorn hoher Schild, umlaufend mit geprägtem Eichenlaubdekor, im Zentrum aufgelegt in Neusilber der gekörnte Stern des Hausordens mit Schwertern, darunter das große Bandeau „Peninsula – Waterloo – El Bodon“ mit Lorbeerdekor. Gewölbte Schuppenketten, seitlich mit Löwenköpfen. Seitlich mit Messing Hiebspangen in "Schlangenform". Oben mit schwarzem Lederkamm mit hoher gewebter Wollraupe, vorn mit aufgesetztem Löwenkopf aus vergoldetem Messing. Innen mit genähtem Futter in Offiziersausführung. Innen die Helmglocke mit grauem Filz ausgekleidet, mit großem Papieretikett des Herstellers von C. A. Wagner, Hof-Hutmacher, Hannover. Auf der Unterseite des Vorderschirms mit Stempel. Getragener Helm in gutem Zustand.
Der Helm wurde nur bis 1838 getragen. Extrem selten, das erste Stück, welches wir in über 30 Jahren anbieten können !


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Königreich Hannover Helm für einen Fähnrich im 1. Regiment Königs Dragoner

Dieser prächtige Raupenhelm für einen Fähnrich im 1. Regiment Königs Dragoner des Königreichs Hannover repräsentiert ein außergewöhnlich seltenes Zeugnis einer kurzen, aber bedeutenden Epoche in der hannoverschen Militärgeschichte. Der Helm wurde um 1833 gefertigt und verkörpert eine nur fünfjährige Übergangsperiode, die mit der Kavalleriereform unter König Ernst August im Jahr 1833 begann und bereits 1838 endete, als die hannoversche Kavallerie erneut reorganisiert und Husarenregimenter wiederhergestellt wurden.

Die Hannoverschen Armee existierte von 1814 bis 1866 als eigenständige Streitmacht. Im Jahr 1833 führte König Ernst August eine bedeutende Kavalleriereform durch, bei der alle Kavallerieeinheiten als Dragonerregimenter klassifiziert wurden. Diese Reorganisation erwies sich als kurzlebig, denn bereits fünf Jahre später wurde die Kavallerie erneut reformiert. Die extreme Seltenheit dieser Helmform wird durch die Tatsache dokumentiert, dass dies das erste Exemplar war, das in über 30 Jahren auf dem Markt angeboten werden konnte, und nur der zweite Dragonerhelm überhaupt in über 40 Jahren.

Der Helm wurde von C.A. Wagner, Königlicher Hof-Hutmacher in Hannover, hergestellt, dessen großes Papieretikett im Inneren der Helmglocke erhalten ist. Die Ausführung entspricht höchster Offiziersqualität mit schwarzem Lederkorpus und vergoldeten Messingbeschlägen. Der hohe Vorderschild zeigt umlaufend geprägtes Eichenlaubdekor, während im Zentrum der gekörnte Stern des Hausordens mit Schwertern aus Neusilber angebracht ist. Darunter befindet sich das große Bandeau mit Lorbeerdekor, das die Schlachtenehren “Peninsula – Waterloo – El Bodon” trägt.

Diese Schlachtenehren verweisen auf die ruhmreiche Geschichte der King's German Legion (KGL), aus deren Tradition das 1. Regiment hervorgegangen war. Das 1. Regiment Königs Dragoner führte seine Abstammung auf das 1. Regiment Leichte Dragoner der King's German Legion zurück, das sich in der Schlacht von Garcia Hernandez (1812) und während des gesamten Peninsular-Krieges ausgezeichnet hatte. Die KGL wurde 1803 aus hannoverschen Soldaten gebildet, nachdem Napoleon das Kurfürstentum Hannover aufgelöst hatte, und kämpfte bis 1816 kontinuierlich als Teil der britischen Armee. Nach ihrer Auflösung wurden zahlreiche Einheiten in die neu gegründete hannoversche Armee integriert, wobei Veteranen und Traditionen der KGL übernommen wurden.

Die auf dem Helm verewigten Schlachtennamen repräsentieren bedeutende Gefechte der Napoleonischen Kriege: die Feldzüge des Peninsular-Krieges (1808-1814), die Schlacht von Waterloo (1815) und die Schlacht von El Bodon (25. September 1811). Diese Ehrenbezeichnungen wurden von den Nachfolgeregimenten der hannoverschen Armee weitergeführt.

Die konstruktiven Besonderheiten des Helms umfassen gewölbte Schuppenketten mit seitlichen Löwenköpfen, seitliche Hiebspangen in Schlangenform aus Messing, sowie einen schwarzen Lederkamm mit hoher gewebter Wollraupe, vorn mit aufgesetztem Löwenkopf aus vergoldetem Messing. Das Innere zeigt ein genähtes Futter in Offiziersausführung, während die Helmglocke mit grauem Filz ausgekleidet ist. Die Unterseite des Vorderschirms trägt einen Stempel.

Nach 1838 wurde dieser Helmtyp durch neue Muster für die wiederhergestellten Husaren- und anderen Kavallerieregimenter ersetzt. Der Raupenhelm-Stil blieb allerdings in Bayern bis 1886 in Verwendung. Die Geschichte der hannoverschen Armee endete 1866, als Hannover im Deutschen Krieg besiegt und von Preußen annektiert wurde. Die Traditionen der hannoverschen Einheiten wurden jedoch in preußischen Verbänden fortgeführt. Im Jahr 1899 gewährte Kaiser Wilhelm II. bestimmten preußischen Einheiten mit hannoverschem Erbe die Erlaubnis, KGL-Schlachtenehren auf ihren Helmplatten zu tragen.

Dieser dokumentierte Helm stammt aus der königlichen Sammlung von Schloss Marienburg und wurde im Oktober 2005 bei Sotheby's versteigert. Der Rang eines Fähnrich bezeichnete während dieser Periode den niedrigsten Offiziersrang in Kavallerieregimentern.

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