Reichsarbeitsdienst weibliche Jugend ( RADwJ ) Portraitfoto, Arbeitsmaid mit Brosche

Postkartengröße. Zustand 2.
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10,00

Reichsarbeitsdienst weibliche Jugend ( RADwJ ) Portraitfoto, Arbeitsmaid mit Brosche

Das vorliegende Portraitfoto im Postkartenformat zeigt eine Arbeitsmaid des Reichsarbeitsdienstes der weiblichen Jugend (RADwJ), erkennbar an der charakteristischen Brosche ihrer Uniform. Dieses Dokument aus der Zeit des Nationalsozialismus bietet einen Einblick in die Geschichte einer Organisation, die zwischen 1939 und 1945 Millionen junger Frauen in Deutschland erfasste.

Der Reichsarbeitsdienst (RAD) wurde am 26. Juni 1935 durch das Reichsarbeitsdienstgesetz als Pflichtdienst für alle deutschen Jugendlichen eingeführt. Während der männliche Zweig bereits früher etabliert wurde, entstand der weibliche Arbeitsdienst zunächst auf freiwilliger Basis. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde am 4. September 1939 die Dienstpflicht für Frauen eingeführt, zunächst für das sogenannte “Pflichtjahr”, das unverheiratete Frauen unter 25 Jahren absolvieren mussten, bevor sie eine Anstellung in der Industrie oder im öffentlichen Dienst annehmen konnten.

Die Uniform und Abzeichen des RADwJ hatten eine wichtige symbolische Bedeutung. Die Arbeitsmaiden trugen eine charakteristische dunkelblaue oder braune Uniform mit weißer Bluse. Ein besonders markantes Element war die RAD-Brosche, die auf dem Foto sichtbar ist. Diese Brosche zeigte typischerweise das Hakenkreuz im Ährenkranz und war ein offizielles Abzeichen, das die Zugehörigkeit zur Organisation kennzeichnete. Die Brosche wurde an der Krawatte oder am Kragen getragen und war Teil der Dienstkleidung.

Fotografien wie das vorliegende waren im Dritten Reich weit verbreitet. Junge Frauen ließen sich häufig in ihrer RAD-Uniform fotografieren, oft in professionellen Fotostudios. Diese Portraitfotos im Postkartenformat dienten verschiedenen Zwecken: Sie wurden an Familienangehörige verschickt, als Erinnerungsstücke aufbewahrt oder als Ausweis der eigenen Dienstzeit verwendet. Die Bilder spiegelten auch die NS-Propaganda wider, die den Arbeitsdienst als ehrenvollen Beitrag zur “Volksgemeinschaft” darstellte.

Der Alltag im RADwJ war streng geregelt. Die jungen Frauen, meist im Alter zwischen 17 und 25 Jahren, wurden in Lagern untergebracht und leisteten ihren Dienst typischerweise für sechs Monate, ab 1941 manchmal auch länger. Die Hauptaufgaben umfassten landwirtschaftliche Arbeiten, Unterstützung in Bauernhöfen, später auch Hilfsdienste in Lazaretten und kriegswichtigen Einrichtungen. Der Tag begann früh mit Morgenappell, gefolgt von körperlicher Arbeit, ideologischer Schulung und Gemeinschaftsveranstaltungen.

Die Organisation stand unter der Leitung von Reichsarbeitsführer Konstantin Hierl, während der weibliche Zweig von verschiedenen Führerinnen geleitet wurde. Die Struktur war hierarchisch und nach militärischem Vorbild organisiert, mit verschiedenen Rängen und Dienstgraden. Die ideologische Ausrichtung betonte traditionelle Geschlechterrollen, wobei die Frauen auf ihre Rolle als Mütter und Hausfrauen vorbereitet werden sollten, während sie gleichzeitig ihren Dienst am “Volk” leisteten.

Gegen Ende des Krieges wurden die Aufgaben des RADwJ zunehmend kriegsnah. Viele Arbeitsmaiden wurden zur Flugabwehr (Flakhelferinnen), zu Nachrichtenhelferinnen oder in andere wehrmachtnahe Bereiche eingezogen. Die Bedingungen wurden härter, und die ursprünglich propagierte “friedliche” Landhilfe wich militärischen Notwendigkeiten.

Aus heutiger Sicht sind solche Fotografien wichtige zeithistorische Dokumente. Sie dokumentieren die Erfassung und Mobilisierung der Jugend im Nationalsozialismus und zeigen, wie junge Frauen in das totalitäre System eingebunden wurden. Der Zustand 2 des vorliegenden Fotos deutet auf eine gute Erhaltung hin, was bei Dokumenten aus dieser Zeit nicht selbstverständlich ist.

Für Sammler und Historiker sind solche Portraitfotos von Interesse, da sie die persönliche Dimension der Geschichte zeigen – hinter der uniformierten Arbeitsmaid steht eine individuelle junge Frau mit ihrer eigenen Geschichte. Gleichzeitig mahnen solche Objekte zur kritischen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und der Instrumentalisierung der Jugend durch diktatorische Regime.

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