SA - Erinnerungsmedaille - " Gruppenaufmarsch Dresden 24./25.3.1934 - Der SA Mann ist revolutionär ! Er ist stark in der Liebe und stark im Hass. "

Meissen Böttgermedaille, 51 mm, Zustand 2.
340232
180,00

SA - Erinnerungsmedaille - " Gruppenaufmarsch Dresden 24./25.3.1934 - Der SA Mann ist revolutionär ! Er ist stark in der Liebe und stark im Hass. "

Die SA-Erinnerungsmedaille zum Gruppenaufmarsch Dresden 24./25. März 1934 stellt ein bedeutendes Zeugnis der nationalsozialistischen Propagandakultur und der Selbstdarstellung der Sturmabteilung (SA) in der Frühphase des NS-Regimes dar. Diese aus Meißner Böttgersteinzeug gefertigte Medaille mit einem Durchmesser von 51 mm dokumentiert einen der zahlreichen Massenaufmärsche, mit denen die SA ihre Macht und Geschlossenheit demonstrierte.

Die Sturmabteilung, gegründet 1921 als paramilitärische Kampforganisation der NSDAP, hatte bis 1934 eine zentrale Rolle beim Aufstieg der Nationalsozialisten gespielt. Unter der Führung von Ernst Röhm war die SA zu einer Massenorganisation mit mehreren Millionen Mitgliedern angewachsen. Die Organisation verstand sich als revolutionäre Kraft, was sich in der auf der Medaille eingravierter Inschrift widerspiegelt: “Der SA Mann ist revolutionär! Er ist stark in der Liebe und stark im Hass.” Diese Worte verkörpern die aggressive Ideologie und den Absolutheitsanspruch der SA.

Der Gruppenaufmarsch in Dresden am 24. und 25. März 1934 fand in einer politisch hochbrisanten Phase statt. Zu diesem Zeitpunkt schwelte bereits der Konflikt zwischen der SA-Führung und der politischen Führung des Deutschen Reiches unter Adolf Hitler. Röhm und seine Gefolgsleute strebten eine “zweite Revolution” an und forderten eine stärkere sozialrevolutionäre Ausrichtung des Regimes sowie die Integration der Reichswehr in die SA. Diese Bestrebungen stießen auf massiven Widerstand bei der Reichswehrführung, konservativen Kreisen und letztlich auch bei Hitler selbst, der seine Macht konsolidieren wollte.

Die Wahl von Meißner Böttgersteinzeug für diese Medaille ist bemerkenswert und spricht für den repräsentativen Charakter der Auszeichnung. Die Staatliche Porzellanmanufaktur Meißen hatte seit ihrer Gründung 1710 einen herausragenden Ruf für kunsthandwerkliche Qualität. Das Böttgersteinzeug, benannt nach dem Alchemisten Johann Friedrich Böttger, der als Erfinder des europäischen Porzellans gilt, wurde für besonders hochwertige Medaillen und Plaketten verwendet. Die Verwendung dieses Materials unterstreicht die Bedeutung, die solchen Veranstaltungen und deren Andenken beigemessen wurde.

Derartige Erinnerungsmedaillen erfüllten mehrere Funktionen im nationalsozialistischen System. Sie dienten der Ehrenbezeugung für Teilnehmer, verstärkten das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Organisation und fungierten als Propagandainstrumente. Die Teilnahme an Aufmärschen und der Besitz entsprechender Ehrenzeichen sollten die Bindung an die Bewegung intensivieren und die ideologische Indoktrination vertiefen.

Nur wenige Monate nach dem Dresdner Aufmarsch, in der Nacht vom 30. Juni zum 1. Juli 1934, erfolgte die sogenannte “Röhm-Revolte” oder “Nacht der langen Messer”. In einer konzertierten Aktion ließ Hitler die SA-Führung um Ernst Röhm verhaften und ermorden. Dieser Gewaltakt beendete die politische Bedeutung der SA als eigenständige Machtfaktor. Die Organisation wurde in der Folgezeit stark zurückgedrängt, während die Schutzstaffel (SS) unter Heinrich Himmler zum dominierenden Machtinstrument des Regimes aufstieg.

Im historischen Kontext gewinnt diese Medaille daher eine besondere Bedeutung: Sie dokumentiert die letzte Phase der SA-Vormachtstellung und repräsentiert eine Organisation kurz vor ihrem politischen Niedergang. Objekte wie diese Medaille sind heute wichtige Quellen für die Erforschung der nationalsozialistischen Organisationskultur, der Propagandamethoden und der Selbstinszenierung paramilitärischer Verbände.

Aus museologischer und sammlungsgeschichtlicher Perspektive gehören solche Stücke zu den dokumentarischen Zeugnissen einer verbrecherischen Diktatur. Ihre Bewahrung und wissenschaftliche Aufarbeitung dienen der historischen Bildung und der Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit. Der Erhaltungszustand 2 deutet auf eine gut erhaltene Medaille hin, was ihre Bedeutung als authentisches historisches Objekt unterstreicht.

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