1. Weltkrieg Verwundetenabzeichen 1918 in Gold durchbrochene Ausführung
Das Verwundetenabzeichen des Ersten Weltkriegs stellt eine bedeutende militärische Auszeichnung des Deutschen Kaiserreichs dar, die am 3. März 1918 durch Kaiser Wilhelm II. gestiftet wurde. Diese Auszeichnung würdigte Soldaten, die im Verlauf des Ersten Weltkriegs verwundet worden waren oder durch Kampfhandlungen gesundheitliche Schäden erlitten hatten.
Die Einführung des Verwundetenabzeichens erfolgte in einer kritischen Phase des Krieges, als die deutschen Streitkräfte bereits erhebliche Verluste erlitten hatten. Die offizielle Verleihungsordnung sah drei verschiedene Stufen vor: Schwarz für ein- bis zweimal Verwundete, Silber für drei- bis viermal Verwundete und Gold für fünfmal oder häufiger Verwundete. Die goldene Ausführung stellte somit die höchste Stufe dar und zeugte von außerordentlichen Opfern und wiederholten Verwundungen im Kampfeinsatz.
Die durchbrochene Ausführung in Gold ist besonders bemerkenswert. Bei dieser Variante wurde das Hoheitszeichen - der preußische Königsadler mit der Krone - sowie der umgebende Lorbeerkranz in durchbrochener Arbeit gefertigt, was einen dreidimensionalen Effekt erzeugte und die Herstellung technisch anspruchsvoller machte. Das Abzeichen zeigt den nach links blickenden preußischen Adler mit ausgebreiteten Schwingen, der auf seinen Fängen steht, umgeben von einem Eichenlaubkranz. Über dem Adler befindet sich die Königskrone, und am unteren Rand des Kranzes ist häufig das Jahr 1918 eingeprägt.
Die Fertigung erfolgte aus Buntmetall, einer Kupfer-Zink-Legierung, die anschließend vergoldet wurde. Die Verwendung von Buntmetall anstelle von echtem Gold war der kriegsbedingten Rohstoffknappheit geschuldet. Die Vergoldung erfolgte in der Regel galvanisch und verlieh dem Abzeichen dennoch einen würdigen und repräsentativen Charakter. Die Befestigung an der Uniform erfolgte mittels einer runden Nadel auf der Rückseite, die durch ein entsprechendes Gewinde oder eine einfache Nadel mit Verschluss gesichert wurde.
Das Verwundetenabzeichen wurde traditionell auf der linken Brustseite der Uniform getragen, unterhalb anderer Orden und Auszeichnungen. Die Verleihung erfolgte auf Antrag und musste durch entsprechende militärische Dokumente belegt werden. Jede Verwundung musste in den Militärakten verzeichnet sein, wobei auch schwere Erfrierungen oder andere kriegsbedingte Gesundheitsschädigungen anerkannt wurden.
Die Produktion der Verwundetenabzeichen erfolgte durch verschiedene Hersteller im gesamten Deutschen Reich. Bekannte Manufakturen waren unter anderem Firmen in Berlin, München und Pforzheim. Die Qualität und Ausführung konnte dabei variieren, wobei die durchbrochenen Varianten als qualitativ hochwertiger galten und möglicherweise von spezialisierten Herstellern stammten.
Historisch gesehen reflektiert das Verwundetenabzeichen die brutale Realität des Ersten Weltkriegs, in dem Millionen von Soldaten verwundet wurden. Die goldene Stufe für fünf oder mehr Verwundungen zeugt von der Härte der Materialschlachten an der Westfront, in den Vogesen, an der Ostfront und in anderen Kriegsschauplätzen. Viele Träger der goldenen Ausführung hatten schwere, oft lebenslange Beeinträchtigungen erlitten.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Novemberrevolution 1918 behielt das Verwundetenabzeichen seine Bedeutung als Zeichen erlittener Opfer. Auch in der Weimarer Republik durften die Auszeichnungen weiterhin getragen werden. Während des Nationalsozialismus wurde 1939 ein neues Verwundetenabzeichen gestiftet, das jedoch in seiner Grundform dem Vorbild von 1918 folgte.
Heute sind Verwundetenabzeichen des Ersten Weltkriegs, insbesondere die goldene durchbrochene Ausführung, gesuchte Sammlerobjekte und wichtige Zeitdokumente. Sie erinnern an die immensen menschlichen Opfer des “Großen Krieges” und haben sowohl historischen als auch dokumentarischen Wert für die Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts.