Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Gaukriegerverband Elbe - Schießauszeichnung in Bronze 2. Form

an Nadel, Zustand 2.
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Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Gaukriegerverband Elbe - Schießauszeichnung in Bronze 2. Form

Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser (DRKB) - Gaukriegerverband Elbe - Schießauszeichnung in Bronze, 2. Form

Die vorliegende Schießauszeichnung in Bronze stellt ein bedeutendes Zeugnis der paramilitärischen Vereinskultur der Weimarer Republik und des frühen Dritten Reiches dar. Sie wurde vom Deutschen Reichskriegerbund Kyffhäuser, genauer gesagt vom Gaukriegerverband Elbe, verliehen und repräsentiert die zweite Form dieser Auszeichnung.

Der Deutsche Reichskriegerbund Kyffhäuser

Der Kyffhäuserbund, wie er umgangssprachlich genannt wurde, entstand 1900 aus dem Zusammenschluss verschiedener Kriegervereine und entwickelte sich zur größten Veteranenorganisation des Deutschen Reiches. Nach dem Ersten Weltkrieg reorganisierte sich der Bund 1921 als Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser e.V. und zählte in den 1920er Jahren über zwei Millionen Mitglieder. Die Organisation diente der Pflege des Andenkens an gefallene Soldaten, der Kameradschaft unter Veteranen und der wehrsportlichen Ertüchtigung.

Der Name “Kyffhäuser” bezieht sich auf das gleichnamige Gebirge in Thüringen, wo 1896 das monumentale Kyffhäuserdenkmal eingeweiht wurde. Dieses Kaiser-Wilhelm-Denkmal wurde zum Symbol der deutschen Veteranenbewegung und des nationalen Gedenkens.

Organisationsstruktur und der Gaukriegerverband Elbe

Der DRKB war in verschiedene regionale Gaukriegerverbände gegliedert. Der Gaukriegerverband Elbe umfasste das Gebiet entlang der Elbe und war einer der wichtigsten Regionalverbände. Diese Gaue organisierten lokale Veranstaltungen, Schießwettbewerbe, Gedenktage und militärische Übungen. Die dezentrale Struktur ermöglichte es dem Bund, eine breite Mitgliederbasis in ganz Deutschland zu pflegen.

Schießauszeichnungen des DRKB

Ein wesentlicher Bestandteil der Aktivitäten des Kyffhäuserbundes waren Schießwettbewerbe. Diese dienten sowohl der wehrsportlichen Betätigung als auch der Aufrechterhaltung militärischer Fertigkeiten unter den Veteranen und jüngeren Mitgliedern. Für herausragende Leistungen bei diesen Wettbewerben wurden verschiedene Schießauszeichnungen in den Stufen Bronze, Silber und Gold verliehen.

Die Auszeichnungen wurden in verschiedenen Formen ausgegeben, wobei die zweite Form vermutlich in den späten 1920er oder frühen 1930er Jahren eingeführt wurde. Die Abzeichen waren typischerweise als Anstecknadeln gestaltet und zeigten charakteristische Elemente wie das Kyffhäuserdenkmal, Eichenlaub, gekreuzte Gewehre oder andere militärische Symbole. Die Bronzestufe markierte die Grundstufe der Leistungsanerkennung.

Historischer Kontext der Weimarer Republik

In der Weimarer Republik spielten Veteranenverbände wie der DRKB eine ambivalente Rolle. Einerseits boten sie Kriegsveteranen soziale Unterstützung und ein Gefühl der Gemeinschaft, andererseits trugen sie zur Militarisierung der Gesellschaft bei. Die Schießübungen und wehrsportlichen Aktivitäten standen in einem gewissen Spannungsverhältnis zu den Abrüstungsbestimmungen des Versailler Vertrags von 1919.

Viele Mitglieder des Kyffhäuserbundes sympathisierten mit nationalistischen und konservativen Positionen. Die Organisation pflegte die “Dolchstoßlegende” und die Vorstellung, Deutschland sei im Ersten Weltkrieg nicht militärisch, sondern durch innere Feinde besiegt worden.

Die Zeit des Nationalsozialismus

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde der DRKB zunächst in das NS-System integriert und schließlich 1938 in den Nationalsozialistischen Reichskriegerbund (NSRKB) überführt. Die traditionellen Strukturen und Auszeichnungen wurden dabei teilweise übernommen, aber der Charakter der Organisation wandelte sich fundamental zu einem Instrument der NS-Propaganda.

Herstellung und Material

Die Schießauszeichnungen wurden von verschiedenen Herstellern produziert, häufig von spezialisierten Metallwarenfabriken und Ordensherstellern. Die Bronzeausführung bestand typischerweise aus bronziertem Metall oder Buntmetalllegierungen. Die Nadel auf der Rückseite ermöglichte das Tragen an der Zivilkleidung oder Vereinsuniform. Der angegebene Zustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar mit normalen Gebrauchsspuren hin.

Sammlerwert und historische Bedeutung

Heute sind solche Auszeichnungen wichtige Sachzeugen der deutschen Militär- und Vereinsgeschichte. Sie dokumentieren die Kultur der Veteranenverbände, die eine bedeutende Rolle in der deutschen Gesellschaft zwischen 1871 und 1945 spielten. Für Sammler und Historiker bieten sie Einblicke in die komplexen Verbindungen zwischen Militarismus, Nationalismus und Zivilgesellschaft.

Die Schießauszeichnung des Gaukriegerverbandes Elbe repräsentiert eine spezifische regionale Ausprägung innerhalb des gesamtdeutschen Systems militärischer Ehrenzeichen und steht exemplarisch für die breite Bewegung paramilitärischer Vereine in der Zwischenkriegszeit.