Deutsches Jungvolk in der HJ ( DJ ) - Mitgliedsabzeichen 1. Form " DJ "

mit RZM-Hersteller 72, an Nadel, Emaille minimal beschädigt. Zustand 2.
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150,00

Deutsches Jungvolk in der HJ ( DJ ) - Mitgliedsabzeichen 1. Form " DJ "

Das Mitgliedsabzeichen des Deutschen Jungvolks in der Hitler-Jugend (DJ) stellt ein bedeutendes zeithistorisches Dokument der nationalsozialistischen Jugendorganisation dar. Das beschriebene Exemplar repräsentiert die erste Form dieses Abzeichens und trägt die Herstellerkennzeichnung RZM 72, was es ermöglicht, das Stück zeitlich und produktionstechnisch einzuordnen.

Das Deutsche Jungvolk wurde als Unterorganisation der Hitler-Jugend für Jungen im Alter von 10 bis 14 Jahren im Jahr 1928 gegründet. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 erfolgte eine massive Expansion dieser Jugendorganisation. Mit dem Gesetz über die Hitler-Jugend vom 1. Dezember 1936 und der darauf folgenden Jugenddienstpflicht vom 25. März 1939 wurde die Mitgliedschaft faktisch obligatorisch für alle deutschen Jungen.

Die Mitgliedsabzeichen dienten als sichtbare Kennzeichnung der Zugehörigkeit zur Organisation. Die erste Form des DJ-Abzeichens, die hier vorliegt, wurde in den frühen Jahren der Organisation verwendet. Sie zeigt charakteristischerweise die stilisierten Buchstaben “DJ” in einer für die Zeit typischen Gestaltung. Diese frühen Abzeichen wurden aus Metall gefertigt und mit Emaille verziert, was ihnen eine besondere Haltbarkeit und Farbbrillanz verlieh.

Die Kennzeichnung RZM steht für “Reichszeugmeisterei”, die zentrale Beschaffungsstelle der NSDAP, die 1929 gegründet wurde. Ab 1934 wurden alle offiziellen Parteiabzeichen und Ausrüstungsgegenstände unter strenger Kontrolle der RZM hergestellt. Die Herstellernummer 72 verweist auf einen spezifischen, von der RZM lizenzierten Produzenten. Diese Nummerierung ermöglichte eine lückenlose Qualitätskontrolle und sollte die Herstellung nicht autorisierter Abzeichen verhindern.

Die technische Ausführung mit Nadelkonstruktion auf der Rückseite entsprach dem Standard der Zeit und ermöglichte das Befestigen des Abzeichens an der Uniform oder Zivilkleidung. Die Jungen des Deutschen Jungvolks trugen dieses Abzeichen mit großem Stolz, da es ihre Integration in die nationalsozialistische Gemeinschaft symbolisierte.

Die Emaillearbeit bei solchen Abzeichen erforderte handwerkliches Geschick. Das Email wurde in mehreren Schichten aufgetragen und bei hohen Temperaturen eingebrannt. Dass das vorliegende Stück nur minimale Emaillebeschädigungen aufweist, spricht für eine qualitativ hochwertige Verarbeitung und relativ sorgfältige Behandlung über die Jahrzehnte hinweg.

Im Kontext der Uniformierung trugen Angehörige des Deutschen Jungvolks eine charakteristische schwarze Kluft mit braunem Hemd, ähnlich der Hitler-Jugend, jedoch mit spezifischen Abzeichen, die sie als jüngere Altersgruppe kennzeichneten. Das Mitgliedsabzeichen war dabei ein wesentlicher Bestandteil der offiziellen Ausrüstung.

Nach 1945 wurden solche Abzeichen im Rahmen der Entnazifizierung größtenteils eingezogen und vernichtet. Das Tragen derartiger Symbole ist in Deutschland und Österreich heute gemäß § 86a StGB beziehungsweise entsprechender österreichischer Gesetzgebung grundsätzlich verboten. Ausnahmen gelten für wissenschaftliche, künstlerische oder aufklärerische Zwecke.

Aus militärhistorischer und sammlungstechnischer Perspektive sind solche Objekte bedeutende Quellen für die Erforschung der nationalsozialistischen Herrschaft und ihrer Methoden der Jugendindoktrination. Sie dokumentieren die systematische Erfassung und ideologische Beeinflussung einer ganzen Generation junger Menschen.