Flottenkriegsabzeichen 

Buntmetall, Hersteller "Fec. Adolf Bock - Ausf. Schwerin Berlin".
499233
950,00

Flottenkriegsabzeichen 

Das Flottenkriegsabzeichen gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen der deutschen Kriegsmarine während des Zweiten Weltkriegs. Diese Dekoration wurde am 30. April 1941 durch Großadmiral Erich Raeder, den damaligen Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, gestiftet und sollte die besonderen Leistungen der Besatzungen von Überwasserschiffen würdigen.

Das vorliegende Exemplar wurde vom Hersteller Adolf Bock mit Sitz in Schwerin, Berlin gefertigt. Die Kennzeichnung “Fec.” (lateinisch fecit = hat gemacht) sowie die Angabe “Ausf.” (Ausführung) waren typische Herstellermarkierungen der Zeit. Adolf Bock war einer von mehreren autorisierten Herstellern dieser Auszeichnung und produzierte Orden und Ehrenzeichen in Buntmetall, einer Kupferlegierung, die während der Kriegsjahre aufgrund von Materialknappheit zunehmend zum Einsatz kam.

Verleihungskriterien und historischer Kontext: Das Flottenkriegsabzeichen wurde an Besatzungsmitglieder von Kriegsschiffen der Reichsmarine und später der Kriegsmarine verliehen, die an mindestens zwölf Wochen aktiven Kriegseinsätzen auf See teilgenommen hatten. Alternativ konnte es auch für besondere Einzelleistungen im Gefecht oder für Verwundungen im Kampf verliehen werden. Die Verleihung erfolgte unabhängig vom Dienstgrad und umfasste alle Mannschafts- und Offiziersränge.

Die Auszeichnung bestand aus einem ovalen Eichenlaubkranz mit einer Reichsadler-Darstellung im oberen Teil und einem Kriegsschiff im unteren Bereich. Das Design symbolisierte die Verbindung zwischen dem deutschen Reich und seiner Seestreitkraft. Die Herstellung erfolgte in verschiedenen Qualitätsstufen und Materialien: frühe Exemplare waren häufig aus versilbertem Buntmetall oder Zink gefertigt, während spätere Kriegsproduktionen zunehmend aus einfacheren Materialien bestanden.

Die Rolle der Hersteller: Die Produktion militärischer Auszeichnungen war während des Dritten Reiches streng reguliert. Nur autorisierte Hersteller durften offizielle Orden und Ehrenzeichen produzieren. Adolf Bock gehörte zu diesen lizenzierten Manufakturen. Die Berliner Firma war bekannt für ihre handwerkliche Qualität und produzierte neben dem Flottenkriegsabzeichen auch andere militärische Auszeichnungen. Die Kennzeichnung mit Herstellernamen war nicht bei allen Auszeichnungen üblich, macht das Stück aber heute für Sammler und Historiker besonders interessant, da sich dadurch Produktionswege und -zeiträume nachvollziehen lassen.

Technische Ausführung: Die Verwendung von Buntmetall war typisch für die Kriegsproduktion. Dieses Material, eine Legierung hauptsächlich aus Kupfer und Zink, bot einen praktischen Kompromiss zwischen Haltbarkeit, Bearbeitbarkeit und Verfügbarkeit. Im Verlauf des Krieges wurden edelere Materialien wie Silber zunehmend knapper und für wichtigere Kriegszwecke reserviert. Die Oberfläche wurde häufig versilbert oder mit anderen Beschichtungen versehen, um den gewünschten metallischen Glanz zu erzielen.

Historische Bedeutung: Das Flottenkriegsabzeichen dokumentiert einen wichtigen Aspekt der deutschen Marinegeschichte. Die Kriegsmarine spielte im Zweiten Weltkrieg eine zentrale, wenn auch oft unterschätzte Rolle. Von den großen Schlachtschiffen wie der Bismarck und der Tirpitz bis zu den zahlreichen Kreuzern, Zerstörern und kleineren Einheiten führte die Flotte Operationen im Atlantik, in der Nordsee, im Mittelmeer und in anderen Gewässern durch.

Träger dieser Auszeichnung waren an bedeutenden Seegefechten, Geleitzugschlachten und anderen Marineeinsätzen beteiligt. Die Verleihung dokumentierte nicht nur individuelle Tapferkeit, sondern auch die Zugehörigkeit zu einer militärischen Elite, die unter oft extremen Bedingungen ihren Dienst versah.

Sammlerwert und Authentizität: Heute sind original Flottenkriegsabzeichen gesuchte militärhistorische Objekte. Die Herstellermarkierung ist ein wichtiges Authentizitätsmerkmal, da der Markt auch mit Nachkriegsfälschungen und Reproduktionen überschwemmt wurde. Exemplare von bekannten Herstellern wie Adolf Bock sind besonders dokumentiert und können oft zeitlich und produktionstechnisch eingeordnet werden.

Als historisches Zeugnis erinnert das Flottenkriegsabzeichen an eine dunkle Periode der deutschen Geschichte. Es dient heute vor allem der wissenschaftlichen und pädagogischen Aufarbeitung und hilft, die militärischen Strukturen und das Auszeichnungswesen des NS-Regimes zu verstehen.