III. Reich - 2. Württembergischer Landesbauerntag Stuttgart 17.u.18. II. 1937

Leichtmetall/Cupal, 43x38mm.
503133
90,00

III. Reich - 2. Württembergischer Landesbauerntag Stuttgart 17.u.18. II. 1937

Das vorliegende Abzeichen zum 2. Württembergischen Landesbauerntag in Stuttgart vom 17. und 18. Februar 1937 repräsentiert ein wichtiges Zeugnis der nationalsozialistischen Agrarpolitik und ihrer propagandistischen Inszenierung in der Vorkriegszeit des Dritten Reiches.

Nach der Machtergreifung 1933 unterwarf das NS-Regime systematisch alle gesellschaftlichen Bereiche der nationalsozialistischen Ideologie - ein Prozess, der als “Gleichschaltung” bekannt wurde. Die Landwirtschaft spielte dabei eine zentrale Rolle, da sie sowohl wirtschaftlich als auch ideologisch von enormer Bedeutung war. Das Konzept von “Blut und Boden”, entwickelt von Ideologen wie Richard Walther Darré, verklärte das Bauerntum als rassische und kulturelle Grundlage des deutschen Volkes.

Der Reichsnährstand, gegründet am 13. September 1933, war die zentrale Organisation zur Kontrolle und Steuerung der deutschen Landwirtschaft. Unter der Führung von Reichsbauernführer Walter Darré organisierte diese Körperschaft des öffentlichen Rechts alle Aspekte der landwirtschaftlichen Produktion, von der Saatgutverteilung bis zur Preisfestsetzung. Die regionalen Landesbauerntage waren wichtige Instrumente dieser Organisation zur Verbreitung der NS-Agrarpolitik auf lokaler Ebene.

Württemberg als traditionell landwirtschaftlich geprägtes Gebiet war von besonderer Bedeutung für die nationalsozialistische Agrarpolitik. Die Region mit ihrer kleinbäuerlichen Struktur galt als Musterbeispiel für das idealisierte deutsche Bauerntum. Stuttgart als Landeshauptstadt bot den geeigneten Rahmen für solche propagandistischen Großveranstaltungen.

Das Jahr 1937 markierte eine Phase der intensivierten Kriegsvorbereitung, in der die Landwirtschaft eine Schlüsselrolle für die angestrebte Autarkie spielen sollte. Der “Vierjahresplan” unter Hermann Göring zielte darauf ab, Deutschland bis 1940 wirtschaftlich kriegsbereit zu machen, wobei die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion oberste Priorität hatte.

Abzeichen wie dieses aus Leichtmetall/Cupal waren charakteristische Produkte der NS-Propaganda. Das verwendete Material - eine Kupfer-Aluminium-Legierung - war kostengünstig in der Herstellung und ermöglichte die Massenproduktion solcher Erinnerungsstücke. Die Maße von 43x38mm entsprechen den typischen Dimensionen für Veranstaltungsabzeichen dieser Epoche.

Diese Abzeichen dienten mehreren Zwecken: Sie dokumentierten die Teilnahme an politischen Veranstaltungen, stärkten das Zugehörigkeitsgefühl zur “Volksgemeinschaft” und fungierten als sichtbare Symbole der Loyalität zum Regime. Gleichzeitig waren sie Ausdruck der systematischen Ästhetisierung der Politik, die ein charakteristisches Merkmal des Nationalsozialismus darstellte.

Aus historischer Sicht sind solche Objekte heute wertvolle Quellen für die Erforschung der NS-Propaganda und ihrer Wirkungsmechanismen. Sie verdeutlichen, wie das Regime durch scheinbar harmlose kulturelle und wirtschaftliche Veranstaltungen seine Ideologie verbreitete und die Bevölkerung in das nationalsozialistische System einband.