Infanteriesturmabzeichen in Bronze 

Feinzink bronziert. Zustand 2.
488433
350,00

Infanteriesturmabzeichen in Bronze 

Das Infanterie-Sturmabzeichen in Bronze stellt eine der bedeutendsten militärischen Auszeichnungen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese Kampfauszeichnung wurde am 20. Dezember 1939 durch Adolf Hitler gestiftet und sollte die besonderen Leistungen der Infanteristen im Kampfeinsatz würdigen.

Die Stiftung dieser Auszeichnung erfolgte durch den Erlass des Oberbefehlshabers der Wehrmacht, der die Kriterien für die Verleihung präzise festlegte. Das Abzeichen wurde in drei Stufen verliehen: Bronze (für drei Teilnahmen an Infanterieangriffen oder Gegenangriffen an verschiedenen Tagen), Silber (für Verwundung während eines solchen Angriffs nach Erfüllung der Bronzestufe-Kriterien) und später die seltene Silberstufe mit goldenem Eichenlaubkranz.

Das vorliegende Exemplar in Bronze wurde aus Feinzink gefertigt und anschließend bronziert. Diese Herstellungstechnik war während des Krieges weit verbreitet, insbesondere in den späteren Kriegsjahren, als strategisch wichtige Metalle knapp wurden. Die Verwendung von Zink als Grundmaterial ermöglichte eine kostengünstigere Produktion bei gleichzeitiger Beibehaltung der heraldischen Gestaltung.

Die Gestaltung des Abzeichens zeigt charakteristischerweise ein aufrecht stehendes Gewehr mit aufgepflanztem Bajonett, umgeben von einem ovalen Eichenlaubkranz. Diese Symbolik repräsentierte die traditionellen Werte der Infanterie: Kampfbereitschaft, Standhaftigkeit und militärische Tugend. Das Design wurde von dem Berliner Bildhauer und Medailleur Ernst L. Müller entworfen.

Die Verleihungskriterien für das Infanterie-Sturmabzeichen in Bronze waren streng definiert: Der Soldat musste an mindestens drei Infanterieangriffen, Gegenangriffen oder Handnahkämpfen an verschiedenen Tagen teilgenommen haben. Alternativ konnte es auch für besondere Einzelleistungen während eines Angriffs verliehen werden. Die Auszeichnung wurde im Namen des Führers durch den zuständigen Divisionskommandeur oder einen gleichrangigen Befehlshaber verliehen.

Zahlreiche deutsche Hersteller produzierten dieses Abzeichen während des Krieges, darunter renommierte Firmen wie Friedrich Linden aus Lüdenscheid, Josef Feix & Söhne aus Gablonz, und viele andere. Jeder Hersteller hatte oft seine eigenen Fertigungsmerkmale, was heute für Sammler und Historiker von großem Interesse ist. Die Qualität der Herstellung variierte erheblich, abhängig vom Produktionszeitpunkt und den verfügbaren Materialien.

Das Abzeichen wurde am Uniformrock auf der linken Brustseite getragen, unterhalb der Brusttasche und über eventuellen Bandspangen. Die Trageweise war in den Uniformvorschriften genau geregelt und musste strikt eingehalten werden. Die bronzierte Oberfläche entwickelte im Laufe der Zeit eine charakteristische Patina, die heute als Zeichen der Authentizität gilt.

Während des Kriegsverlaufs wurden Hunderttausende dieser Abzeichen verliehen, was die Intensität der Infanteriekämpfe an allen Fronten widerspiegelt. Von den Feldzügen in Polen und Frankreich über den Balkan bis hin zu den erbitterten Kämpfen an der Ostfront und in Nordafrika – überall wurde das Infanterie-Sturmabzeichen als Anerkennung für bewährte Kampfleistungen vergeben.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde durch das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen von 1957 in der Bundesrepublik Deutschland geregelt, dass solche Auszeichnungen nur in einer entnazifizierten Form, das heißt ohne Hakenkreuz, getragen werden dürfen. Dies unterstreicht die schwierige Auseinandersetzung mit der militärischen Vergangenheit.

Heute sind original erhaltene Infanterie-Sturmabzeichen wichtige militärhistorische Objekte, die in Museen und Sammlungen weltweit bewahrt werden. Sie dienen als materielle Zeugnisse einer verheerenden kriegerischen Epoche und sind für die Forschung zur Militärgeschichte, Uniformkunde und Phaleristik von erheblicher Bedeutung. Der Erhaltungszustand, die Herstellermerkmale und die Materialzusammensetzung geben Aufschluss über Produktionsbedingungen und Ressourcenlage während verschiedener Kriegsphasen.