Infanteriesturmabzeichen in Silber - Miniatur

9 mm, an Nadel, Zustand 2.
491933
25,00

Infanteriesturmabzeichen in Silber - Miniatur

Das Infanterie-Sturmabzeichen in Silber gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Die hier vorliegende Miniaturversion mit nur 9 mm Größe stellt eine besondere Form dieser Tapferkeitsauszeichnung dar, die typischerweise an der Nadel getragen wurde und als elegante Alternative zur regulären Ordensschnalle diente.

Das Infanterie-Sturmabzeichen wurde am 20. Dezember 1939 durch Adolf Hitler gestiftet und sollte die besonderen Leistungen der Infanteristen im Kampf würdigen. Die Verleihungsbestimmungen waren klar definiert: Ein Soldat musste an mindestens drei Infanterieangriffen an verschiedenen Tagen teilgenommen haben, oder er konnte die Auszeichnung für besondere Tapferkeit oder Verwundung während eines Angriffs erhalten. Später, im Jahr 1940, wurden die Kriterien dahingehend erweitert, dass auch Kampfhandlungen in Gegenwehr oder Nahkampfsituationen berücksichtigt wurden.

Die reguläre Ausführung des Abzeichens hatte eine Höhe von etwa 48-52 mm und zeigte ein gekreuztes Bajonett und Gewehr vor einem ovalen Eichenlaubkranz, gekrönt von einem Adler mit Hakenkreuz. Die silberne Version wurde an Infanteristen verliehen, während es auch eine bronzene Variante für andere Truppenteile gab. Das Design stammte von Ernst L. Müller aus Berlin-Steglitz, der auch andere bedeutende militärische Auszeichnungen entworfen hatte.

Die Miniaturausführungen solcher Orden und Abzeichen hatten eine besondere Tradition in der deutschen Militärkultur. Sie wurden hauptsächlich bei ziviler Kleidung oder bei besonderen gesellschaftlichen Anlässen getragen, bei denen die regulären Ordensschnallen als zu auffällig oder unpassend empfunden wurden. Offiziere und Träger mehrerer Auszeichnungen bevorzugten häufig Miniaturen für den diskreteren Gebrauch. Diese Miniaturen wurden oft von renommierten Herstellern wie Steinhauer & Lück, Friedrich Orth oder C.E. Juncker gefertigt, wobei die handwerkliche Qualität trotz der reduzierten Größe außerordentlich hoch war.

Die Befestigung an einer Nadel war bei Miniaturen üblich und ermöglichte ein flexibles Tragen an verschiedenen Kleidungsstücken. Die Nadelmontierung unterschied sich von der regulären Ausführung, die auf der Rückseite eine horizontale Nadel mit Hakenverschluss aufwies. Bei den Miniaturen war die Befestigung oft vereinfacht, aber dennoch sicher konstruiert.

Der angegebene Zustand 2 entspricht in der militärhistorischen Sammlerbewertung einem sehr guten bis guten Erhaltungszustand. Dies bedeutet, dass das Stück zwar Gebrauchsspuren aufweisen kann, aber keine gravierenden Beschädigungen, Risse oder starke Korrosion zeigt. Die Versilberung sollte weitgehend erhalten sein, möglicherweise mit leichten altersbedingten Patinaspuren.

Die Produktion von Miniaturen erfolgte während des gesamten Krieges, wobei die Qualität und Materialverwendung im Verlauf des Konflikts variierte. Frühe Stücke aus der Zeit 1939-1943 zeigen typischerweise eine hochwertigere Verarbeitung mit besseren Materialien, während spätere Kriegsproduktionen aufgrund von Ressourcenknappheit oft vereinfachte Herstellungsmethoden aufwiesen.

Das Infanterie-Sturmabzeichen in Silber wurde während des Krieges etwa zwei Millionen Mal verliehen, was es zu einer der häufigeren Tapferkeitsauszeichnungen machte. Dies spiegelt die zentrale Rolle der Infanterie in der Kriegsführung wider und die hohe Anzahl von Kampfeinsätzen, an denen deutsche Infanteristen auf allen Kriegsschauplätzen teilnahmen.

Aus militärhistorischer Perspektive dokumentieren solche Auszeichnungen nicht nur individuellen Mut, sondern auch die Organisation und Hierarchie militärischer Ehrungen im Dritten Reich. Das komplexe System von Orden und Abzeichen diente sowohl der Motivation der Truppen als auch der Schaffung einer visuellen Hierarchie militärischer Leistungen.

Heute sind solche Miniaturen begehrte Sammlerstücke, die wichtige Zeugnisse der Militärgeschichte darstellen. Ihre Erforschung und Katalogisierung trägt zum Verständnis der materiellen Kultur des Zweiten Weltkriegs bei, wobei stets der historische Kontext und die kritische Auseinandersetzung mit dieser Epoche im Vordergrund stehen müssen.