Nahkampfspange in Bronze - FLL

Feinzink bronziert, markiert "FEC.W.E. Peekhaus Berlin - FLL", Plättchen fehlt, viel getragener Zustand.
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325,00

Nahkampfspange in Bronze - FLL

Die Nahkampfspange in Bronze gehört zu den bedeutendsten Kampfauszeichnungen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Diese besondere Auszeichnung wurde am 25. November 1942 durch Adolf Hitler gestiftet und sollte Soldaten ehren, die sich in direkten, unmittelbaren Kampfhandlungen mit dem Feind bewährt hatten.

Die hier vorliegende Nahkampfspange wurde von der Firma W.E. Peekhaus in Berlin hergestellt, erkennbar an der Markierung “FEC.W.E. Peekhaus Berlin - FLL”. Die Abkürzung “FEC” steht für das lateinische “fecit” (hat es gemacht), während “FLL” den Herstellercode nach dem Lizenzvergabesystem darstellt. W.E. Peekhaus war einer von mehreren autorisierten Herstellern dieser Auszeichnung und produzierte verschiedene militärische Abzeichen und Orden während des Krieges.

Die Verleihungskriterien für die Nahkampfspange waren streng definiert. Die Bronzestufe wurde für mindestens 15 Nahkampftage verliehen. Als Nahkampftag galt ein Tag, an dem der Soldat in direktem Feindkontakt stand, sei es im Häuserkampf, bei Grabenkämpfen, Stoßtruppunternehmen oder ähnlichen Gefechtshandlungen. Die Auszeichnung existierte in drei Stufen: Bronze (15 Tage), Silber (30 Tage) und Gold (50 Tage).

Das vorliegende Exemplar ist aus Feinzink bronziert gefertigt, was für die Kriegsproduktion typisch war. Aufgrund der Metallknappheit während des Krieges wurden zunehmend Ersatzmaterialien verwendet. Während frühe Exemplare oft aus echten Buntmetallen bestanden, kamen später vermehrt Zink und andere Ersatzstoffe zum Einsatz, die dann entsprechend oberflächenbehandelt wurden.

Der erhaltungszustand dieser Spange zeigt deutliche Gebrauchsspuren und wird als “viel getragener Zustand” beschrieben. Das fehlende Plättchen bezieht sich auf die rückseitige Zählvorrichtung, mit der die Anzahl der Nahkampftage dokumentiert werden konnte. Diese Tragespuren sind historisch bedeutsam, da sie die tatsächliche Verwendung durch einen Soldaten belegen und die Spange somit ein authentisches Zeitzeugnis darstellt.

Die Gestaltung der Nahkampfspange folgte einem einheitlichen Muster: Ein ovaler Eichenlaubkranz umgibt ein gekreuztes Bajonett und eine Handgranate (Stielhandgranate 24), darüber ein Adler mit Hakenkreuz. Die bronzierte Ausführung unterschied sich farblich von den höheren Stufen in Silber und Gold. Die Spange wurde an der Uniform über der linken Brusttasche getragen.

Die historische Bedeutung der Nahkampfspange liegt in ihrer unmittelbaren Verbindung zu den härtesten Kampfhandlungen des Krieges. Im Gegensatz zu anderen Auszeichnungen, die auch für strategische oder organisatorische Leistungen verliehen wurden, dokumentierte die Nahkampfspange ausschließlich direkte Kampfbeteiligung. Besonders an der Ostfront, in Stalingrad, während der Kämpfe in Italien und in den letzten Kriegsmonaten in Deutschland selbst waren die Voraussetzungen für diese Auszeichnung häufig gegeben.

Die Seltenheit gut erhaltener Exemplare mit Herstellermarkierung macht solche Stücke heute zu wichtigen militärhistorischen Objekten. Die Markierung “FLL” ermöglicht eine präzise Zuordnung zu Hersteller und Produktionsperiode, was für die wissenschaftliche Dokumentation von großer Bedeutung ist. Jede Nahkampfspange mit nachweisbarer Provenienz trägt zur Erforschung der Militärgeschichte bei.

Nach Kriegsende 1945 verloren alle Auszeichnungen des Dritten Reiches ihren offiziellen Status. In der Bundesrepublik Deutschland ist das Tragen von Auszeichnungen mit Hakenkreuz-Symbolen nur in modifizierter Form (sogenannte Entnazifizierung) erlaubt. Heute sind solche Objekte ausschließlich von militärhistorischem und sammlerischem Interesse und dienen der Dokumentation und Erforschung dieser Epoche.

Die Nahkampfspange in Bronze von W.E. Peekhaus Berlin steht exemplarisch für die materielle Kultur des Zweiten Weltkriegs und dokumentiert die Realität des Nahkampfes, dem Tausende von Soldaten ausgesetzt waren. Ihr getragener Zustand macht sie zu einem authentischen Zeugnis dieser dunklen Periode der Geschichte.