Nationalsozialistischer Reichskriegerbund ( NSRKB ) Brustadler

Aluminium, Hersteller "1 ges.gesch", Zustand 3.
493033
40,00

Nationalsozialistischer Reichskriegerbund ( NSRKB ) Brustadler

Der Nationalsozialistischer Reichskriegerbund (NSRKB) war eine paramilitärische Organisation des nationalsozialistischen Deutschlands, die eine zentrale Rolle in der Gleichschaltung der deutschen Veteranenverbände spielte. Der hier beschriebene Brustadler aus Aluminium mit der Herstellermarkierung "1 ges.gesch" (gesetzlich geschützt) stellt ein typisches Beispiel der Uniformabzeichen dar, die von Mitgliedern dieser Organisation getragen wurden.

Der NSRKB entstand am 4. März 1938 durch die Umbenennung des Kyffhäuserbundes, des traditionsreichen deutschen Kriegerbundes, der seit 1900 bestanden hatte. Diese Umwandlung war Teil der systematischen Nazifizierung aller gesellschaftlichen Organisationen im Deutschen Reich. Unter der Führung von Oberst Wilhelm Reinhard, der den Titel des Bundesführers trug, wurde der Verband straff nach dem Führerprinzip organisiert und direkt der NSDAP unterstellt.

Die Hauptaufgabe des NSRKB bestand darin, die Veteranen des Ersten Weltkrieges und früherer Konflikte im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie zu organisieren und für die Kriegsvorbereitungen zu mobilisieren. Die Organisation umfasste auf ihrem Höhepunkt etwa 4 Millionen Mitglieder und war damit einer der größten Massenverbände des Dritten Reiches. Der Bund gliederte sich hierarchisch in Gaue, Kreise, Bezirke und Ortsgruppen, analog zur Struktur der NSDAP.

Der Brustadler, wie das hier beschriebene Exemplar, war ein wesentlicher Bestandteil der Uniform des NSRKB. Er wurde auf der linken Brustseite der Uniform getragen und symbolisierte die Zugehörigkeit zur Organisation sowie die Verbindung zur nationalsozialistischen Bewegung. Das Adlermotiv mit ausgebreiteten Schwingen und dem Hakenkreuz in den Fängen war das zentrale Symbol der NS-Herrschaft und fand sich auf nahezu allen Uniformen und Abzeichen der Zeit.

Die Fertigung aus Aluminium war für diese Abzeichen typisch, da das Material leicht, kostengünstig und gut zu bearbeiten war. Die Herstellermarkierung "1 ges.gesch" weist auf einen registrierten Hersteller hin, der seine Designs gesetzlich schützen ließ. Das NS-Regime führte strikte Qualitätskontrollen und Zulassungsverfahren für Hersteller von Uniformeffekten ein, um Standardisierung und Kontrolle zu gewährleisten.

Die Uniformierung des NSRKB folgte detaillierten Vorschriften, die in verschiedenen Ausführungsbestimmungen festgelegt wurden. Die Mitglieder trugen feldgraue oder braune Uniformen, je nach Region und Aufgabenbereich. Der Brustadler war obligatorisch und musste nach genauen Spezifikationen angebracht werden. Diese Regelungen spiegelten die militärische Ausrichtung und den hierarchischen Charakter der Organisation wider.

Der NSRKB spielte eine bedeutende Rolle in der Wehrerziehung und vormilitärischen Ausbildung. Die Organisation führte Schießübungen durch, organisierte Geländemärsche und vermittelte militärische Grundkenntnisse. Dies diente der Vorbereitung der Bevölkerung auf den kommenden Krieg und der Schaffung einer militarisierten Gesellschaft. Veteranen wurden als Träger militärischer Traditionen und Erfahrungen instrumentalisiert, um die jüngere Generation zu beeinflussen.

Während des Zweiten Weltkrieges übernahm der NSRKB zusätzliche Aufgaben in der Heimatfront. Mitglieder unterstützten den Volkssturm, beteiligten sich an Luftschutzmaßnahmen und halfen bei der Organisation der Kriegswirtschaft. Die Organisation diente auch der Aufrechterhaltung der Moral und der Verbreitung von Durchhalteparolen in der Zivilbevölkerung.

Mit dem Zusammenbruch des Dritten Reiches im Mai 1945 wurde der NSRKB wie alle NS-Organisationen durch die Alliierten aufgelöst. Das Kontrollratsgesetz Nr. 2 vom 10. Oktober 1945 verbot die NSDAP und alle ihre Gliederungen, einschließlich des NSRKB. Die Symbole und Abzeichen der Organisation wurden verboten und durften nicht mehr öffentlich getragen oder gezeigt werden.

Heute sind solche Objekte wie der beschriebene Brustadler Gegenstand historischer Forschung und Sammlung. Sie dienen als materielle Zeugnisse einer dunklen Epoche deutscher Geschichte. In Deutschland unterliegt die Darstellung verfassungsfeindlicher Symbole dem § 86a StGB, wobei Ausnahmen für wissenschaftliche, historische und aufklärerische Zwecke bestehen. Sammler und Historiker bewahren diese Objekte als Mahnung und zur Dokumentation der nationalsozialistischen Herrschaft.