Deutsches Reichssportabzeichen in Gold DRL ohne Hakenkreuz - Miniatur
Das Deutsche Reichssportabzeichen (DRL) stellt eine bedeutende Auszeichnung in der Geschichte des deutschen Sports dar, die 1913 erstmals eingeführt und während der nationalsozialistischen Zeit grundlegend umgestaltet wurde. Die hier beschriebene Miniaturversion in Gold ohne Hakenkreuz, hergestellt von Wernstein Jena, repräsentiert eine besondere Variante dieser Auszeichnung aus der Zeit nach 1945.
Das Reichssportabzeichen wurde ursprünglich am 10. November 1913 vom Deutschen Reichsausschuss für Olympische Spiele gestiftet und sollte als höchste deutsche Auszeichnung außerhalb des Wettkampfsports dienen. Nach der Machtübernahme 1933 wurde das Sportabzeichen 1937 umgestaltet und dem Deutschen Reichsbund für Leibesübungen (DRL) unterstellt, der 1938 in Nationalsozialistischer Reichsbund für Leibesübungen (NSRL) umbenannt wurde.
Die Auszeichnung existierte in drei Stufen: Bronze, Silber und Gold. Die goldene Variante war die höchste Ehrung und wurde für mindestens fünfmaliges Erwerben des Sportabzeichens verliehen. Die Verleihungsbedingungen umfassten Leistungen in verschiedenen Sportdisziplinen, darunter Leichtathletik, Schwimmen und weitere körperliche Ertüchtigungen, die den militärischen Ausbildungsidealen der Zeit entsprachen.
Die Miniaturausführung mit 17 mm Durchmesser war zum Tragen an der Zivilkleidung oder in verkleinerter Form an Uniformen gedacht. Solche Miniaturen wurden häufig als Anstecknadeln im täglichen Leben getragen und zeugten vom Stolz des Trägers auf seine sportlichen Leistungen. Die Herstellung durch Wernstein Jena weist auf einen etablierten Hersteller von Auszeichnungen und Abzeichen hin, der in der thüringischen Stadt Jena ansässig war.
Die Besonderheit dieser Variante liegt in der Abwesenheit des Hakenkreuzes. Dies kann auf verschiedene Umstände hindeuten: Entweder handelt es sich um eine Nachkriegsversion, die im Rahmen der Entnazifizierung hergestellt wurde, oder um eine spätere Fertigung für Sammler und Veteranen, die ihre sportlichen Leistungen würdigen wollten, ohne dabei die politischen Symbole des NS-Regimes zu tragen. Nach 1945 war das öffentliche Tragen von Hakenkreuz-Symbolen in Deutschland verboten, was zur Produktion von “entnazifizierten” Versionen vieler Auszeichnungen führte.
Das Reichssportabzeichen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in modifizierter Form als Deutsches Sportabzeichen weitergeführt, zunächst getrennt in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR, später nach der Wiedervereinigung in einheitlicher Form. Die historischen Vorkriegs- und Kriegsversionen ohne NS-Symbolik wurden teilweise als legitime sportliche Auszeichnungen anerkannt.
Die Bewertung mit Zustand 2 deutet auf einen sehr guten Erhaltungszustand hin, mit nur minimalen Gebrauchsspuren. Dies ist bei Miniaturausführungen bemerkenswert, da diese aufgrund ihrer geringen Größe und häufigen Nutzung oft stärker abgenutzt sind.
Aus sammlerischer Perspektive sind solche Miniaturen ohne Hakenkreuz von besonderem Interesse, da sie die komplexe Nachkriegsgeschichte deutscher Auszeichnungen dokumentieren. Sie zeigen den Versuch, sportliche Leistungen zu ehren, während gleichzeitig eine klare Distanzierung von der nationalsozialistischen Ideologie erfolgte. Die Firma Wernstein in Jena gehörte zu jenen Herstellern, die sowohl während der NS-Zeit als auch danach Auszeichnungen produzierten, was die Kontinuitäten und Brüche in der deutschen Ordensgeschichte verdeutlicht.