Kriegsdenkmünze für Kämpfer 1870/71 mit 5 aufgelegten Gefechtsspangen
Die Kriegsdenkmünze für Kämpfer 1870/71 mit fünf aufgelöteten Gefechtsspangen repräsentiert ein bedeutendes militärhistorisches Zeugnis des Deutsch-Französischen Krieges. Diese Auszeichnung wurde am 20. Mai 1871 durch Kaiser Wilhelm I. für alle Angehörigen der preußischen Streitkräfte gestiftet, die an den Kampfhandlungen gegen Frankreich teilgenommen hatten.
Die vorliegende Medaille trägt fünf Gefechtsspangen: Vionville-Mars-La-Tour, Gravelotte-St.Privat, Metz, Beaune la Rolande und Le Mans. Diese Namen markieren entscheidende Schlachten und Belagerungen, die den Verlauf des Krieges maßgeblich prägten.
Die Schlacht bei Vionville-Mars-La-Tour am 16. August 1870 war ein blutiges Gefecht, bei dem preußische Truppen unter General von Alvensleben die französische Rheinarmee unter Marschall Bazaine angriffen. Die Schlacht bei Gravelotte-St.Privat am 18. August 1870 gilt als eine der verlustreichsten Schlachten des gesamten Krieges, bei der über 20.000 Soldaten beider Seiten fielen oder verwundet wurden.
Die Spange Metz bezieht sich auf die langwierige Belagerung der französischen Festungsstadt, die vom 19. August bis 27. Oktober 1870 dauerte und mit der Kapitulation von Marschall Bazaine und 180.000 französischen Soldaten endete. Beaune la Rolande erinnert an die Schlacht vom 28. November 1870, bei der bayerische Truppen gegen die französische Loire-Armee kämpften. Die Spange Le Mans schließlich bezeugt die Teilnahme an der Schlacht vom 10.-12. Januar 1871, einem der letzten größeren Gefechte des Krieges.
Nach den preußischen Bestimmungen wurden solche Gefechtsspangen nur an Soldaten verliehen, die nachweislich an den entsprechenden Schlachten teilgenommen hatten. Die Kombination von fünf Spangen auf einer Medaille deutet auf einen Veteranen hin, der während des gesamten Feldzuges kontinuierlich im Einsatz war und mehrere der bedeutendsten Schlachten miterlebt hatte.
Die Medaille selbst zeigt auf der Vorderseite das Bildnis Kaiser Wilhelms I. mit der Umschrift “WILHELM DEUTSCHER KAISER KÖNIG V. PREUSSEN”. Die Rückseite trägt die Inschrift “GOTT WAR MIT UNS DER SIEG WAR UNSER 1870-1871” sowie Eichen- und Lorbeerzweige als Symbole für Stärke und Sieg.
Das Fehlen einer Randinschrift bei dieser Medaille entspricht der regulären Ausführung der Kriegsdenkmünze. Lediglich bei besonderen Varianten oder Stiftungen wurden individuelle Gravuren angebracht. Die verlöteten Gefechtsspangen wurden aus Bronze gefertigt und zeigten die Namen der jeweiligen Schlachten in erhaben geprägter Schrift.
Solche mehrfach ausgespangten Medaillen sind heute seltene Sammlerobjekte, da sie das komplette Kriegserlebnis eines einzelnen Soldaten dokumentieren. Sie zeugen von der systematischen preußischen Militärverwaltung, die jeden Feldzug und jede Schlacht minutiös dokumentierte und entsprechende Auszeichnungen verlieh.