NSDAP Dienstauszeichnung in Bronze 

leichte Ausführung aus Aluminium, im Ring "15" markiert (RZM M11/15)  Karl Wurster, Markneukirchen, mit langem Band. Zustand 2+
481434
300,00

NSDAP Dienstauszeichnung in Bronze 

Die NSDAP-Dienstauszeichnung in Bronze war eine parteiinterne Auszeichnung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), die zur Würdigung langjähriger Parteimitgliedschaft verliehen wurde. Diese Auszeichnung stellte einen wesentlichen Bestandteil des nationalsozialistischen Ehrungssystems dar und symbolisierte die Loyalität und das Engagement von Parteimitgliedern gegenüber der Bewegung.

Die Dienstauszeichnung wurde in drei Stufen verliehen: in Bronze für 10 Jahre Mitgliedschaft, in Silber für 15 Jahre und in Gold für 25 Jahre treuer Dienste. Die Stiftung dieser Auszeichnung erfolgte durch Adolf Hitler am 24. Januar 1939, kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs. Sie sollte die besondere Verbundenheit langjähriger Parteigenossen mit der NSDAP zum Ausdruck bringen und deren Treue öffentlich dokumentieren.

Das vorliegende Exemplar stammt vom Hersteller Karl Wurster aus Markneukirchen im Vogtland, einer Region, die für ihre Musikinstrumenten- und Metallwarenindustrie bekannt war. Die Kennzeichnung RZM M11/15 im Ring identifiziert den Hersteller eindeutig. Das Reichszeugmeisterei (RZM)-System wurde 1929 eingeführt und kontrollierte die Herstellung und Verteilung aller offiziellen NSDAP-Ausrüstungsgegenstände, Uniformen und Abzeichen. Die Präfixnummer M11 bezeichnete die Warengruppe für Metallabzeichen und Auszeichnungen, während die 15 den spezifischen Hersteller identifizierte.

Besonders bemerkenswert an diesem Stück ist die leichte Ausführung aus Aluminium. Während frühe Exemplare üblicherweise aus Bronze, Silber oder vergoldetem Material gefertigt wurden, führte die zunehmende Rohstoffknappheit während des Zweiten Weltkriegs zu Materialsubstitutionen. Aluminium war leichter verfügbar und wurde daher häufig als Ersatzmaterial verwendet, obwohl die Auszeichnung weiterhin als “Bronze” bezeichnet wurde. Diese Materialverwendung deutet auf eine Herstellung während der Kriegsjahre hin, möglicherweise zwischen 1940 und 1945.

Das Design der Auszeichnung folgte einem einheitlichen Muster: Im Zentrum befand sich ein Hakenkreuz innerhalb eines Eichenlaubkranzes, umgeben von einem Ring mit der Inschrift “Für treue Dienste in der NSDAP”. Die Auszeichnung wurde an einem charakteristischen roten Band mit weißen Randstreifen und einem schwarzen Mittelstreifen getragen - den Farben der NSDAP und des Deutschen Reiches. Das vorliegende Exemplar besitzt noch das originale lange Band, was für die Vollständigkeit und den Sammlerwert von erheblicher Bedeutung ist.

Die Verleihung der Dienstauszeichnung war an strenge Kriterien gebunden. Die Mitgliedschaftsjahre wurden ab dem Datum des Parteieintritts gezählt, wobei auch Unterbrechungen der Mitgliedschaft berücksichtigt wurden. Nach der “Machtergreifung” 1933 wuchs die NSDAP-Mitgliederzahl rapide an, und entsprechend stieg auch die Zahl der zu verleihenden Auszeichnungen. Die ersten Verleihungen für 10-jährige Mitgliedschaft konnten theoretisch an Parteigenossen erfolgen, die seit der Gründungsphase der NSDAP in den frühen 1920er Jahren dabei waren.

Die Firma Karl Wurster in Markneukirchen war einer von zahlreichen privaten Herstellern, die im Auftrag der RZM produzierten. Die vogtländische Metallindustrie spielte eine wichtige Rolle in der Produktion von militärischen und paramilitärischen Auszeichnungen während der NS-Zeit. Die Qualität und Ausführung variierte zwischen den verschiedenen Herstellern, wobei die Aluminiumversionen in der Regel einfacher gefertigt waren als die frühen Bronzeexemplare.

Nach 1945 wurde das Tragen von NS-Auszeichnungen in Deutschland verboten. Gemäß dem Strafgesetzbuch (StGB) § 86a ist das öffentliche zur Schaustellung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen strafbar, mit Ausnahmen für historische, wissenschaftliche oder künstlerische Zwecke. Solche Objekte dienen heute ausschließlich der historischen Dokumentation und Forschung und erinnern an ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte.

Der Erhaltungszustand “2+” nach der gängigen Sammlerbewertungsskala deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar mit nur minimalen Gebrauchsspuren hin. Für militärhistorische Museen und wissenschaftliche Sammlungen sind solche Objekte wichtige Zeitdokumente, die das komplexe System von Ehrungen und Loyalitätsbindungen innerhalb der nationalsozialistischen Organisationsstruktur veranschaulichen.