Preußen Marine Säbel für Offiziere .

Leicht gekrümmte etwas fleckige Klinge mit Hohlkehlen ohne Hersteller-Bezeichnung, die Ätzung floral und mit Trophäen, aber ohne maritime Motive, terzseitig der preußische Adler, Messinggefäß mit Löwenkopf im englischen Stil, echter Beingriff mit Drahtwicklung, diese stellenweise lose, der Parierbügel in verhältnismäßig "kantiger" Ausführung, auf dem Korb ein ungekrönter unklarer Anker, schwarze Lederscheide mit drei vergoldeten Messingbeschlägen, am mittleren und unteren fehlen die Krampen, äußerlich ein schöner Säbel mit noch viel Vergoldung, dennoch eine seltene Waffe. Zustand 2-

Klingenlänge etwa 750 mm
Gesamtlänge etwa 890 mm

Anbei die CITES-Genehmigung für den Verkauf, Ein- und Ausfuhr nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen, datiert 2026.
520434
3.500,00

Preußen Marine Säbel für Offiziere .

Der Preußische Marine-Säbel für Offiziere verkörpert eine bemerkenswerte Kontinuität in der deutschen Marinewaffengeschichte, die sich über sieben Jahrzehnte erstreckt. Seine Ursprünge liegen in der dramatischen Gründung der Königlich Preußischen Marine, die durch Kabinettsorder am 5. September 1848 während des Ersten Schleswig-Krieges gegen Dänemark ins Leben gerufen wurde. Nach 150 Jahren ohne eigenständige Seestreitkräfte markierte dieser Moment den Beginn einer neuen maritimen Ära für Preußen.

Das um 1848 eingeführte Säbelmuster erwies sich als außergewöhnlich beständig und blieb durch den Ersten Weltkrieg hindurch bis in die Zeit der Kriegsmarine des Zweiten Weltkriegs weitgehend unverändert. Diese Stabilität machte es zu einem der dauerhaftesten deutschen Militärsäbelmuster überhaupt. Die Gestaltung des Säbels zeigt deutliche Einflüsse der britischen Royal Navy, insbesondere durch den charakteristischen Löwenkopf am Griffstück. Diese Anlehnung an das britische Vorbild spiegelt die maritime Orientierung der jungen preußischen Flotte wider.

Nach der Auflösung der kurzlebigen Deutschen Reichsflotte (1848-1852) behielt die Königlich Preußische Marine das Säbelmuster bei. Die politischen Umwälzungen der deutschen Einigungskriege führten 1867 zur Transformation der preußischen Seestreitkräfte in die Norddeutsche Bundesmarine, die wiederum 1871 mit der Reichsgründung in die Kaiserliche Marine überging. Trotz dieser institutionellen Wandlungen blieb das grundlegende Säbelmuster erhalten, wenn auch mit subtilen Anpassungen der Symbolik.

Ein charakteristisches Merkmal früher Versionen war der ungekrönte Anker, während nach 1871 imperiale Ausführungen typischerweise den umwundenen Anker mit Kaiserkrone zeigten. Die Kaiserliche Marine expandierte dramatisch unter Kaiser Wilhelm II. und Admiral Alfred von Tirpitz ab den 1890er Jahren und entwickelte sich bis zum Ersten Weltkrieg zur zweitgrößten Flotte der Welt. In dieser Ära trugen Tausende von Marineoffizieren Säbel dieses Musters.

Der Säbel wurde von Offizieren und höheren Unteroffizieren bei entsprechenden Anlässen getragen. Offiziere konnten privat erworbene Säbel oder mit Genehmigung geerbte Familienstücke führen, was zu einer gewissen Vielfalt innerhalb des grundlegenden Musters führte. Verschiedene Solinger Hersteller produzierten diese Säbel, darunter renommierte Firmen wie Weyersberg, Kirschbaum & Cie., Eickhorn und andere.

Zu den prominenten Trägern gehörte Eduard von Jachmann (1822-1887), der erste Vizeadmiral der Preußischen Marine, der von 1852 bis 1878 in der Preußischen Marine, der Norddeutschen Bundesmarine und der Kaiserlichen Marine diente. Sein Werdegang verkörpert die kontinuierliche Entwicklung der deutschen Seestreitkräfte durch verschiedene politische Epochen.

Nach dem Ersten Weltkrieg und der Auflösung der Kaiserlichen Marine im Jahr 1919 setzte sich das Muster mit der Weimarer Reichsmarine (1919-1935) und der Kriegsmarine der NS-Zeit (1935-1945) fort. Die Kaiserkrone wurde aus den Insignien entfernt, doch das grundlegende Löwenkopf-Säbeldesign blieb erhalten. Nach 1945 übernahm die moderne deutsche Marine neue Muster, wodurch originale preußische und kaiserliche Marine-Säbel zu hochbegehrten Sammlerstücken wurden.

Die konstruktive Gestaltung zeichnet sich durch eine leicht gekrümmte einschneidige Klinge mit Hohlkehle aus. Mit einer Klingenlänge von etwa 75 Zentimetern und einer Gesamtlänge von etwa 89 bis 93,5 Zentimetern entsprach der Säbel den typischen Maßen für Marineoffizierssäbel. Der charakteristische Klappbügel war besonders für Marine-Säbel kennzeichnend und ermöglichte ein bequemeres Tragen an Bord.

Die Materialien verbanden Funktionalität mit Repräsentation: Stahlklingen mit Messingbeschlägen, einschließlich des Löwenkopfes am Knauf, Griffe aus Bein, Elfenbein oder mit weißem Zelluloid überzogenem Holz, umwickelt mit Messingdraht, sowie schwarze Lederscheiden mit drei Messingbeschlägen. Diese Kombination schuf eine Waffe, die sowohl praktischen militärischen Anforderungen als auch den repräsentativen Pflichten eines Marineoffiziers gerecht wurde.