Preußen Regimentsgeschichte "Danziger Infanterie-Regiment Nr. 128" II. Teil
Das Danziger Infanterie-Regiment Nr. 128: Eine preußische Regimentsgeschichte Die vorliegende Regimentsgeschichte des Danziger Infanterie-Regiments Nr. 128 repräsentiert eine bedeutende Quelle für die Militärgeschichte des Deutschen Kaiserreichs und der preußischen Armee. Diese zweibändige Dokumentation, deren zweiter Teil hier vorliegt, wurde von Walter Richter, Oberleutnant der Reserve, bearbeitet und zusammengestellt. Das Werk erschien bei der renommierten Bernhard Sport Buchdruckerei und Verlagsanstalt in Zeulenroda, Thüringen. Die Tradition der Regimentsgeschichten Regimentsgeschichten bildeten seit dem 19. Jahrhundert einen wesentlichen Bestandteil der deutschen Militärliteratur. Sie dienten nicht nur der historischen Dokumentation, sondern auch der Traditionspflege und Identitätsstiftung innerhalb der militärischen Einheiten. Nach dem Ersten Weltkrieg erlebte die Publikation solcher Werke eine besondere Blütezeit, da viele Veteranen und ehemalige Offiziere bestrebt waren, die Geschichte ihrer aufgelösten Regimenter für die Nachwelt zu bewahren. Das Regiment Nr. 128 und seine Geschichte Das Infanterie-Regiment Nr. 128 gehörte zur preußischen Armee und trug den Ehrennamen nach der Stadt Danzig, dem heutigen Gdańsk in Polen. Diese Stadt hatte als Festung und Garnisonsstandort eine lange militärische Tradition im preußisch-deutschen Reich. Die Nummerierung der preußischen Infanterie-Regimenter folgte einem systematischen Schema, wobei die Nummern über 100 im Allgemeinen auf Einheiten hinwiesen, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgestellt wurden. Die preußische Armee gliederte ihre Infanterie-Regimenter üblicherweise in mehrere Bataillone, die in verschiedenen Garnisonen stationiert sein konnten. Jedes Regiment entwickelte im Laufe seiner Existenz eigene Traditionen, Uniformdetails und eine besondere Identität, die eng mit seiner Garnisonsstadt verbunden war. Aufbau und Inhalt des Werkes Mit 169 Seiten und einem zusätzlichen Kartenanhang stellt dieser zweite Teil einen umfassenden Bildband dar. Solche Regimentsgeschichten enthielten typischerweise detaillierte Chroniken der Einsätze, biografische Informationen über bedeutende Offiziere, Listen gefallener Soldaten, Beschreibungen von Schlachten und Gefechten sowie umfangreiches Bildmaterial. Der Kartenanhang war besonders wertvoll, da er die geografischen Bewegungen des Regiments und die Positionen in verschiedenen Gefechten visuell darstellte. Die Tatsache, dass es sich um den zweiten Teil handelt, deutet darauf hin, dass das Werk die Geschichte des Regiments chronologisch oder thematisch aufteilt. Häufig behandelte der erste Band die Friedenszeit und die frühen Kriegsjahre, während der zweite Band spätere Kriegsereignisse oder die Nachkriegszeit dokumentierte. Der Autor und Herausgeber Walter Richter trug den Rang eines Oberleutnants der Reserve. Reserveoffiziere spielten eine zentrale Rolle in der deutschen Militärstruktur, besonders während des Ersten Weltkriegs. Sie waren häufig gebildete Bürger, die neben ihrer zivilen Karriere militärische Verpflichtungen erfüllten. Nach dem Krieg widmeten sich viele dieser Offiziere der Aufarbeitung und Dokumentation ihrer militärischen Erfahrungen. Die Bearbeitung einer Regimentsgeschichte erforderte umfassende Recherchen in militärischen Archiven, die Sammlung von Augenzeugenberichten und die Sichtung offizieller Kriegstagebücher. Der Verlag und die Drucktradition Die Bernhard Sport Buchdruckerei und Verlagsanstalt in Zeulenroda in Thüringen war eine von mehreren Druckereien, die sich auf militärische Literatur spezialisiert hatten. Zeulenroda entwickelte sich im frühen 20. Jahrhundert zu einem bedeutenden Standort für Buchproduktion. Die Qualität solcher Publikationen variierte stark, doch die Bezeichnung als “Bildband” deutet auf eine aufwändige Produktion mit zahlreichen Fotografien, Illustrationen und möglicherweise kolorierten Karten hin. Historischer Kontext und Bedeutung Solche Regimentsgeschichten sind heute von unschätzbarem Wert für Militärhistoriker, Genealogen und Sammler. Sie bieten detaillierte Einblicke in die militärische Organisation, Taktik und das alltägliche Leben der Soldaten. Für Familienforscher sind sie oft die einzige Quelle, um das Schicksal einzelner Soldaten nachzuvollziehen. Die fotografischen Abbildungen dokumentieren Uniformen, Ausrüstung und historische Persönlichkeiten und dienen der militärhistorischen Forschung als primäre Quellen. Die Publikation solcher Werke in der Zwischenkriegszeit war auch Teil der Verarbeitung der deutschen Kriegserfahrung. Sie spiegelten sowohl den Stolz auf militärische Leistungen als auch die Trauer über die Verluste wider. Die Bewahrung der Regimentsgeschichte diente der Ehrung der Gefallenen und der Aufrechterhaltung kameradschaftlicher Verbindungen zwischen ehemaligen Frontsoldaten. Sammlerwert und Erhaltung Regimentsgeschichten wie diese sind heute begehrte Sammlerstücke. Ihr Wert hängt von Faktoren wie Erhaltungszustand, Vollständigkeit, Seltenheit des betreffenden Regiments und der Qualität der Illustrationen ab. Der angegebene “Zustand 2” deutet auf eine gute Erhaltung mit möglicherweise geringen Gebrauchsspuren hin. Vollständige Exemplare mit intaktem Kartenanhang sind besonders wertvoll, da diese Beilagen häufig verloren gingen oder separat entfernt wurden.