Königreich Preußen Große Büste des Generals Hans Joachim von Zieten unter Friedrich II.

Anfertigung zum 300. Geburtstag Zietens 1899. Sehr detaillierte Darstellung Zietens in der Uniform als General der Husaren mit Flügelmütze und großen Ordensschmuck. Die Rundplastik in Bronze hohl gegossen und brüniert. Rückseitig mit Signatur des Künstlers "Karl Janssen", Werksnummer "1810". Höhe ca. 74 Kg, Gewicht ca. 30 Kg. Zustand 2. 

Hans Joachim von Zieten, auch genannt Zieten aus dem Busch (* 14. Mai 1699 in Wustrau; † 27. Januar 1786 in Berlin) war einer der berühmtesten Reitergeneräle der preußischen Geschichte und ein enger Vertrauter Königs Friedrich des Großen. Seinen Ruhm verdankte er u.a. den außergewöhnlichen Erfolgen in den Schlesischen Kriegen. Noch lange nach seinem Tod genoss er ein hohes Ansehen und sein Leben und Wirken wurde häufig rezipiert.

Karl Ludwig Rudolf Janssen (* 29. Mai 1855 in Düsseldorf; † 2. Dezember 1927 ebenda) war ein deutscher Bildhauer. 1872–80 studierte er an der Königlich-Preußischen Kunstakademie in Düsseldorf. 1884 wurde er beauftragt, für den Besuch Kaiser Wilhelm I. in Düsseldorf die Plastik Vater Rhein und seine Töchter zu schaffen, die den Düsseldorfern so gut gefiel, dass die beiden zwölf Jahre später – also 1897 – beauftragt wurden, eine dauerhafte Fassung in Bronze als Brunnen zu fertigen. Ein Jahr zuvor hatte er den Auftrag für ein repräsentatives Kaiser-Wilhelm-Reiterstandbild ebenfalls zur allgemeinen Zufriedenheit gelöst.  
Eine sehr schöne Arbeit! Aufgrund der Größe und Gestaltung als Rundplastik kann angenommen werden, dass die Plastik ursprünglich an einem prominenten Ort, etwa einem Schloss oder einer Kaserne, aufgestellt worden ist.

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9.500,00

Königreich Preußen Große Büste des Generals Hans Joachim von Zieten unter Friedrich II.

Die monumentale Bronzebüste des Generals Hans Joachim von Zieten (1699-1786) stellt ein bedeutendes Beispiel der preußischen Erinnerungskultur des späten 19. Jahrhunderts dar. Geschaffen vom renommierten Bildhauer Karl Janssen im Jahr 1899 anlässlich des 300. Geburtstags des legendären Reitergenerals, verkörpert diese imposante Rundplastik die Verehrung, die Preußen seinen militärischen Helden entgegenbrachte.

Hans Joachim von Zieten, volkstümlich bekannt als “Zieten aus dem Busch”, wurde am 14. Mai 1699 in Wustrau geboren und verstarb am 27. Januar 1786 in Berlin. Er zählt zu den berühmtesten Reitergeneralen der preußischen Geschichte und war ein enger Vertrauter König Friedrichs des Großen. Seinen militärischen Ruhm verdankte er vor allem seinen außergewöhnlichen Erfolgen in den Schlesischen Kriegen (1740-1763). Zieten zeichnete sich durch persönliche Tapferkeit, strategisches Geschick und die Fähigkeit aus, seine Husarenregimenter mit unvergleichlicher Effektivität zu führen. Seine kühn geführten Kavallerieangriffe und Aufklärungsmissionen trugen wesentlich zu den preußischen Siegen bei.

Die Büste zeigt Zieten in seiner charakteristischen Uniform als General der Husaren, mit der markanten Flügelmütze und reich dekoriert mit bedeutendem Ordensschmuck. Diese detailgetreue Darstellung spiegelt nicht nur die militärische Rangstellung Zietens wider, sondern auch die Ikonographie, die sich um seine Person entwickelt hatte. Die Husarenuniform mit ihrer charakteristischen Pelzverbrämung und den auffälligen Verschnürungen symbolisierte die Elite der preußischen Kavallerie.

Karl Ludwig Rudolf Janssen (1855-1927) war einer der führenden Bildhauer des wilhelminischen Deutschlands. Nach seinem Studium an der Königlich-Preußischen Kunstakademie in Düsseldorf (1872-1880) etablierte er sich schnell als Spezialist für monumentale Plastiken und repräsentative Denkmäler. Sein bekanntestes Werk ist der Vater-Rhein-Brunnen in Düsseldorf (1897), aber auch sein Kaiser-Wilhelm-Reiterstandbild von 1896 fand große Anerkennung. Janssens Stil zeichnet sich durch akribische Detailtreue, klassizistische Proportionen und eine würdevolle Monumentalität aus.

Die Entstehung im Jahr 1899 zum 300. Geburtstag Zietens ist bezeichnend für die Heldenverehrung im Deutschen Kaiserreich. In der Ära Kaiser Wilhelms II. erlebte die Erinnerung an die preußisch-deutsche Militärgeschichte eine Renaissance. Zieten wurde als Verkörperung preußischer Tugenden wie Pflichterfüllung, Tapferkeit und Treue zum Monarchen stilisiert. Die Herstellung monumentaler Bronzebüsten bedeutender Militärpersönlichkeiten diente der Identitätsstiftung und der Legitimation des Kaiserreichs durch Rückbezug auf glorreich verklärte Epochen.

Die technische Ausführung der Büste verdient besondere Beachtung. Mit einer Höhe von etwa 74 cm und einem Gewicht von circa 30 kg handelt es sich um eine hohlgegossene, brünierte Bronzeplastik. Der Bronzeguss in dieser Größenordnung erforderte erhebliches handwerkliches Können und war kostspielig. Die Brünierung, eine chemische Oberflächenbehandlung zur Erzeugung einer dunklen Patina, verlieh dem Werk eine edle, würdevolle Erscheinung. Die rückseitige Signatur “Karl Janssen” sowie die Werksnummer “1810” dokumentieren die Authentizität und ermöglichen die Zuordnung innerhalb von Janssens Œuvre.

Als Rundplastik konzipiert, war die Büste darauf angelegt, von allen Seiten betrachtet zu werden. Dies deutet auf eine ursprüngliche Aufstellung an einem prominenten, öffentlich zugänglichen Ort hin – möglicherweise in einem Schloss, einer Kaserne, einem Offizierskasino oder einer militärischen Bildungseinrichtung. Solche Denkmäler dienten der Inspiration junger Offiziere und der Aufrechterhaltung militärischer Traditionen.

Die historische Bedeutung solcher Objekte reicht über ihren künstlerischen Wert hinaus. Sie sind materielle Zeugnisse der preußisch-deutschen Erinnerungskultur und reflektieren die gesellschaftlichen Werte ihrer Entstehungszeit. Die Verehrung Zietens blieb bis ins 20. Jahrhundert bestehen und wurde in verschiedenen politischen Systemen instrumentalisiert. Die Büste repräsentiert somit nicht nur den historischen Zieten, sondern auch die Geschichtsbilder und Ideale des Kaiserreichs um 1900.

Heute stellen solche Werke wichtige museale und sammlungswürdige Objekte dar, die Einblicke in die Kunstgeschichte, Militärgeschichte und Mentalitätsgeschichte des 19. Jahrhunderts bieten. Sie dokumentieren die Tradition der Herrscherverehrung, die Bedeutung des Militärs in der preußisch-deutschen Gesellschaft und die künstlerischen Ausdrucksformen ihrer Zeit.