Kyffhäuser-Frauengruppen im Deutschen Reichskriegerbund Kyffhäuser ( KFG ) - Goldenes Kyffhäuserfrauenabzeichen 2. Form

an Nadel, rückseitig gestempelt " Kyffhäuserbund ", Zustand 2.
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€ 200,00

Kyffhäuser-Frauengruppen im Deutschen Reichskriegerbund Kyffhäuser ( KFG ) - Goldenes Kyffhäuserfrauenabzeichen 2. Form

Das Goldene Kyffhäuserfrauenabzeichen in der 2. Form stellt ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Veteranenkultur der Weimarer Republik und des Dritten Reiches dar. Dieses Abzeichen gehörte zum Auszeichnungssystem der Kyffhäuser-Frauengruppen, die innerhalb des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser (KFG) organisiert waren.

Der Kyffhäuserbund wurde bereits 1900 gegründet und entwickelte sich zur größten deutschen Veteranenorganisation. Nach dem Ersten Weltkrieg erfolgte 1921 die Umbenennung in Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser. Die Organisation verstand sich als überparteiliche Vereinigung ehemaliger Soldaten und spielte eine wichtige Rolle in der deutschen Gesellschaft der Zwischenkriegszeit. Der Name bezieht sich auf das Kyffhäuser-Denkmal in Thüringen, das Kaiser Wilhelm I. gewidmet war und als nationales Symbol galt.

Die Kyffhäuser-Frauengruppen bildeten einen integralen Bestandteil dieser Veteranenorganisation. Frauen engagierten sich in vielfältiger Weise: Sie unterstützten Kriegsversehrte und Kriegswitwen, organisierten karitative Veranstaltungen, pflegten Kriegsgräber und trugen zur Erinnerungskultur bei. Die Frauengruppen waren nicht nur Hilfsorganisationen, sondern auch eigenständige Gemeinschaften, die das soziale Gefüge der Veteranenbewegung prägten.

Das Goldene Kyffhäuserfrauenabzeichen wurde als Anerkennung für besondere Verdienste und langjährige Mitgliedschaft verliehen. Die Existenz einer 2. Form deutet auf eine Modifikation des ursprünglichen Designs hin, die vermutlich in den 1930er Jahren erfolgte. Solche Änderungen waren oft durch neue Statuten oder organisatorische Umstrukturierungen bedingt. Die rückseitige Stempelung “Kyffhäuserbund” diente der Authentifizierung und verhinderte die Anfertigung nicht autorisierter Kopien.

Die Abzeichen wurden von verschiedenen Herstellern produziert, wobei die Qualität und Ausführung variieren konnte. Das goldene Abzeichen stand in der Hierarchie über den silbernen und bronzenen Varianten und wurde nur an einen ausgewählten Personenkreis verliehen. Die Verleihungskriterien umfassten typischerweise eine Mindestdienstzeit von 25 Jahren sowie außergewöhnliche Leistungen für die Organisation.

Nach der Machtergreifung 1933 wurde der Kyffhäuserbund in das nationalsozialistische Herrschaftssystem eingegliedert. 1938 erfolgte die formelle Auflösung und Überführung in den NS-Reichskriegerbund (NSRKB). Die bestehenden Abzeichen und Auszeichnungen blieben jedoch in Gebrauch, wenngleich sich ihre symbolische Bedeutung im neuen politischen Kontext wandelte.

Die Nadel als Tragesystem war typisch für deutsche Organisationsabzeichen dieser Epoche. Sie ermöglichte das Anbringen an der Zivilkleidung, üblicherweise auf der linken Brustseite. Frauen trugen solche Abzeichen bei offiziellen Anlässen, Gedenkveranstaltungen und Versammlungen der Organisation.

Aus sammlerischer Perspektive sind Kyffhäuserfrauenabzeichen heute gesuchte Objekte der deutschen Phaleristik. Der Zustand 2 (gut erhalten mit leichten Gebrauchsspuren) macht dieses Exemplar zu einem wertvollen historischen Dokument. Die originale Stempelung erhöht die Authentizität und den dokumentarischen Wert erheblich.

Die historische Einordnung solcher Objekte erfordert differenzierte Betrachtung. Einerseits repräsentieren sie legitime Veteranenfürsorge und weibliches soziales Engagement, andererseits standen sie ab Mitte der 1930er Jahre im Kontext der nationalsozialistischen Instrumentalisierung von Veteranenorganisationen. Diese Ambivalenz macht sie zu wichtigen Zeugnissen einer komplexen historischen Periode.

Nach 1945 wurden die Kyffhäuser-Organisationen aufgelöst. In der Bundesrepublik Deutschland entstand später der Verband Deutscher Soldaten, während in der DDR jegliche Veteranenorganisationen nach westlichem Muster verboten waren. Die historischen Abzeichen blieben als Erinnerungsstücke in Privatbesitz oder gelangten in Museen und Sammlungen.