Österreich Militär-Maria-Theresien-Orden Ritterkreuz

Das Ritterkreuz ist eine Fertigung der Firma "V. Mayer´s Söhne", Wien, um 1925. Kreuz Silber vergoldet, beidseitig fein emailliert. Maße des Kreuzes 31 mm x 32 mm. Komplett an Einzelschnalle nach deutschem Vorbild. Nur leicht getragen, in besonders schönem Zustand. Sehr selten.

Die Firma V. Mayer's Söhne war einer der bekanntesten Ordenshersteller in Österreich im 19. und 20. Jahrhundert.
Ritterkreuze des Maria-Theresien Ordens aus dem 1. Weltkrieg sind nur selten zu finden. Während des 1. Weltkrieges wurden Maria-Theresien Orden nur von den Firmen Rothe und Mayer hergestellt. Von den 110 Verleihungen im 1. Weltkrieg erfolgten nur 30 bis 1918, die restlichen, die restlichen 80 erst zw. 1920 und 1931! Die später beliehenen Träger erhielten Anfangs nur eine Ordenswürdigkeitserklärung und mussten sich dann selbst Stücke beschaffen.  Die Firma “V. Mayer's Söhne” beendete ihre Tätigkeit 1935.
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Österreich Militär-Maria-Theresien-Orden Ritterkreuz

Der Militär-Maria-Theresien-Orden gilt als eine der prestigeträchtigsten militärischen Auszeichnungen der österreichischen Monarchie und später der Ersten Republik. Die hier vorliegende Fertigung eines Ritterkreuzes durch die renommierte Wiener Firma V. Mayer's Söhne um 1925 repräsentiert eine besondere Periode in der Geschichte dieses legendären Ordens – jene Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, in denen zahlreiche Verleihungen nachträglich vollzogen wurden.

Der Militär-Maria-Theresien-Orden wurde am 18. Juni 1757 von Kaiserin Maria Theresia während des Siebenjährigen Krieges gestiftet. Die Besonderheit dieses Ordens lag in seinen außergewöhnlich strengen Verleihungskriterien: Er wurde ausschließlich für Offiziere vergeben, die auf eigene Initiative und Verantwortung, oft gegen direkte Befehle handelnd, einen entscheidenden militärischen Erfolg errungen hatten. Diese einzigartige Bestimmung machte den Orden zu einer der begehrtesten, aber auch seltensten Auszeichnungen Europas.

Die Struktur des Ordens umfasste drei Klassen: das Großkreuz, das Commandeurkreuz und das Ritterkreuz. Das Ritterkreuz, wie es hier vorliegt, war die dritte Klasse des Ordens und wurde an Hauptleute und Rittmeister sowie höhere Offiziersränge verliehen. Das Ordenszeichen bestand traditionell aus einem goldenen (vergoldeten) Kreuz mit weißer Emaillierung, das auf der Vorderseite das Brustbild der Kaiserin Maria Theresia und auf der Rückseite deren Monogramm “M.T.” unter der österreichischen Kaiserkrone zeigte.

Während des Ersten Weltkrieges (1914-1918) erlebte der Maria-Theresien-Orden eine Renaissance. Insgesamt wurden 110 Verleihungen ausgesprochen, was angesichts der strengen Kriterien eine bemerkenswerte Zahl darstellt. Allerdings vollzog sich die tatsächliche Aushändigung der Orden in einer für die österreichische Geschichte charakteristischen, turbulenten Phase. Von diesen 110 Verleihungen erfolgten lediglich 30 bis zum Kriegsende 1918. Die restlichen 80 Ernennungen wurden erst zwischen 1920 und 1931 vorgenommen – also nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie und während der Ersten Republik Österreich.

Diese zeitliche Verzögerung hatte praktische Konsequenzen für die Beliehenen. Viele Träger erhielten zunächst nur eine Ordenswürdigkeitserklärung, eine offizielle Bestätigung ihrer Auszeichnung, mussten sich jedoch die physischen Ordensinsignien selbst beschaffen. Dies erklärt, warum Firmen wie V. Mayer's Söhne und Rothe noch Jahre nach Kriegsende mit der Herstellung von Maria-Theresien-Orden beschäftigt waren. Diese beiden Wiener Firmen waren während des Ersten Weltkrieges die einzigen autorisierten Hersteller des Ordens.

Die Firma V. Mayer's Söhne gehörte zu den bedeutendsten Ordensmanufakturen Österreichs im 19. und 20. Jahrhundert. Das Unternehmen war für seine herausragende handwerkliche Qualität bekannt, insbesondere für die feine Emaillierarbeit und die präzise Verarbeitung der Edelmetalle. Die um 1925 gefertigten Stücke zeichnen sich durch eine beidseitig fein emaillierte Oberfläche auf vergoldetem Silber aus. Die Firma beendete ihre Tätigkeit im Jahr 1935, was Stücke aus dieser Produktionsperiode besonders selten und sammelwürdig macht.

Ein interessantes Detail des vorliegenden Stücks ist die Montierung an einer Einzelschnalle nach deutschem Vorbild. Dies spiegelt die politischen und militärischen Verbindungen zwischen Österreich und dem Deutschen Reich wider, die sich auch in der Trageweise von Orden manifestierten. In der Zwischenkriegszeit übernahm Österreich teilweise deutsche Tragevorschriften und Monturformen.

Die Seltenheit von Ritterkreuzen des Maria-Theresien-Ordens aus dem Ersten Weltkrieg kann nicht überbetont werden. Die Kombination aus den extrem strengen Verleihungskriterien, der begrenzten Produktionszeit durch nur zwei autorisierte Hersteller und den politischen Umwälzungen der Nachkriegszeit führte dazu, dass nur wenige Exemplare angefertigt wurden. Viele dieser Orden blieben in Familienbesitz oder gingen in den Wirren des 20. Jahrhunderts verloren.

Der Maria-Theresien-Orden behielt auch nach dem Ende der Monarchie seine besondere Bedeutung. Die Erste Republik Österreich erkannte den Orden weiterhin an, und die nachträglichen Verleihungen zwischen 1920 und 1931 zeigen, dass man die militärischen Leistungen der k.u.k. Offiziere auch im neuen politischen System würdigte. Dies war keineswegs selbstverständlich in einer Zeit, in der viele Symbole der Monarchie abgelehnt oder verboten wurden.

Heute sind authentische Stücke des Maria-Theresien-Ordens, insbesondere solche aus der Produktion der Zwischenkriegszeit, gesuchte Sammlerobjekte. Sie repräsentieren nicht nur höchste handwerkliche Kunst, sondern auch ein bedeutendes Kapitel europäischer Militärgeschichte – von der Aufklärung über die Napoleonischen Kriege bis zum Ende der Habsburgermonarchie im Ersten Weltkrieg.