Preußen Feldbindenschloß für Offiziere

Schloß Messing vergoldet, mit aufgeklammerter Auflage "♔WII". Mit Resten der Feldbinde.
510635
150,00

Preußen Feldbindenschloß für Offiziere

Das preußische Feldbindenschloss für Offiziere mit der Krone Wilhelms II. repräsentiert einen bedeutenden Teil der militärischen Uniformausstattung des Deutschen Kaiserreichs zwischen 1888 und 1918. Diese Schlösser dienten nicht nur als funktionale Verschlüsse für die Feldbinde, sondern symbolisierten auch Rang, Status und die enge Verbindung zwischen Offizierskorps und Monarchie.

Die Feldbinde (auch Schärpe genannt) war ein wesentlicher Bestandteil der Offiziersuniform in der preußischen und später kaiserlich-deutschen Armee. Sie wurde schräg über der Brust von der rechten Schulter zur linken Hüfte getragen und diente ursprünglich praktischen Zwecken, entwickelte sich aber zunehmend zu einem Rangabzeichen. Das Schloss, das die beiden Enden der Feldbinde zusammenhielt, wurde zum sichtbaren Prestigeobjekt.

Das hier beschriebene Exemplar zeigt die typischen Merkmale der wilhelminischen Ära: Das Messingschloss ist vergoldet und trägt die aufgeklammerte Auflage mit dem Monogramm “WII” für Wilhelm II., der von 1888 bis 1918 als deutscher Kaiser und König von Preußen regierte. Diese Personalisierung durch das Herrschermonogramm war charakteristisch für die preußische Militärtradition und unterstrich die persönliche Treue der Offiziere zum Monarchen.

Die Herstellungstechnik dieser Schlösser folgte strengen militärischen Vorschriften. Das Grundmaterial war in der Regel Messing, das dann vergoldet wurde, um den würdevollen Glanz zu erzeugen, der dem Offiziersstand angemessen war. Die Vergoldung schützte zudem vor Korrosion und Oxidation. Das königliche Monogramm wurde separat gefertigt und dann aufgeklammert oder aufgelötet, was eine qualitativ hochwertige Verarbeitung erforderte.

Nach den Uniformvorschriften der preußischen Armee unterschieden sich die Feldbindenschlösser je nach Waffengattung und Einheit in Details wie Farbe der Feldbinde selbst (meist silber-schwarz oder in Regimentsfarben), während das Schloss in der Regel vergoldet war. Für Offiziere im Generalstab und andere höhere Ränge galten besondere Bestimmungen.

Die historische Bedeutung solcher Objekte liegt in mehreren Aspekten: Erstens dokumentieren sie die strikte Hierarchie und das ausgeprägte Standesbewusstsein im kaiserlichen Offizierskorps. Zweitens zeigen sie die handwerkliche Qualität der damaligen Militäreffekten-Produktion. Drittens sind sie Zeugnisse der engen Verbindung zwischen Militär und Monarchie im Deutschen Kaiserreich.

Das vorliegende Stück weist noch Reste der ursprünglichen Feldbinde auf, was für die historische Authentizität von besonderem Wert ist. Viele erhaltene Schlösser wurden von ihren Binden getrennt, da diese aus Textilmaterial anfälliger für Verschleiß und Beschädigung waren.

Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Abdankung Kaiser Wilhelms II. im November 1918 endete auch die Ära dieser monarchischen Uniformbestandteile. Die neu gegründete Reichswehr der Weimarer Republik führte neue, republikanische Uniformvorschriften ein, wodurch die königlichen und kaiserlichen Monogramme aus dem aktiven Dienst verschwanden.

Heute sind solche Feldbindenschlösser begehrte Sammlerobjekte, die Einblick in die Militärgeschichte des Kaiserreichs geben. Sie werden in Museen, Privatsammlungen und militärhistorischen Ausstellungen präsentiert und dienen der Erforschung der Uniformkunde (Phaleristik) sowie der allgemeinen Militärgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.