SS/SD Operation Bernhard : gefälschte 50 Pound Banknote, hergestellt im Konzentrationslager Sachsenhausen

Perfekt gedruckte Fälschung einer "50 Pounds" Banknote, datiert 15. May 1935, Leichte Altersspuren, Zustand 2.

Im Zweiten Weltkrieg führte der Sicherheitsdienst (SD) die größte Geldfälschaktion der Welt durch: Das Ziel der „Operation Bernhard“ war es, eine große Menge an britischem Falschgeld in Umlauf zu bringen und dadurch den Wert des britischen Pfund zu beschädigen. Die daraus resultierende Schwächung der Wirtschaft hätte unter anderem einen Rückgang der britischen Kriegsproduktionen zur Folge gehabt. Bereits kurz nach Kriegsausbruch wurde eine Geldfälscherwerkstatt in den Räumlichkeiten des Reichsicherheitshauptamtes (RSHA) eingerichtet. Hitler, der die Operation persönlich abzeichnete, empfahl, sich als erstes auf Pfundnoten der „Bank of England“ zu konzentrieren. Der Name der „Operation Bernhard“ lässt sich auf deren Leiter, SS-Sturmbannführer Bernhard Krüger, zurückführen. Die Aktion war streng geheim, es durften nicht einmal Gerüchte über das Falschgeld nach Großbritannien gelangen. Der kleinste Hinweis auf die deutschen Pläne hätte die Aktion noch vor ihrem Start zum Scheitern verurteilt.  Aus diesem Grund griffen die Deutschen auf Zwangsarbeiter zurück. Gezielt suchte man unter jüdischen Häftlingen nach Facharbeitern der Druckertechnik, Graphikern, Graveuren sowie Papierfachleuten und brachte sie mitsamt Ausrüstung in das Konzentrationslager Sachsenhausen. Dort dienten die Baracken 18 und 19 ab 1942 als Geldfälscherwerkstatt. Damit die anderen Häftlinge in Sachsenhausen nichts von der Aktion mitbekamen, wurden die beiden Baracken durch hohe Zäune vom restlichen Lager getrennt. Die 144 dort tätigen Häftlinge fälschten Banknoten im Wert von 5, 10, 20 und 50 Pfund Sterling. Die Blüten waren teils von so außergewöhnlich guter Qualität, dass selbst Mitarbeiter der „Bank of England“ die Fälschungen nicht erkannten. Die jüdischen Fälscher erfuhren eine bessere Behandlung als ihre Mithäftlinge im restlichen Lager. Beispielsweise konnten sie sich im abgegrenzten Bereich frei bewegen, bekamen mehr Essen, konnten normale Kleidung tragen oder sich die Haare wachsen lassen.  Insgesamt wurde Geld in Höhe von etwa 132 Millionen Pfund gedruckt. Die Qualität schwankte freilich stark: von Scheinen der A-Klasse, die selbst von der Bank of England akzeptiert wurden, bis zu Scheinen der C-Klasse, die für den Abwurf über England bestimmt waren. Da bei diesen Scheinen an ein Einschleusen in dem Wirtschaftskreislauf auf dem offiziellen Weg nicht zu denken war, hoffte man, dass das von den Menschen aufgesammelte Geld in kleinen Mengen ausgegeben wurde.  Der ursprüngliche Plan, England mit massenhaften Mengen an Falschgeld zu überschwemmen, wurde letztlich nicht umgesetzt, nur wenige Scheine kamen in Umlauf. Das lag auch daran, dass die Zwangsarbeiter die Produktion und Auslieferung heimlich verzögerten. Um die Operation bei Kriegsende zu vertuschen, wurde das Equipment und viele tausend Noten Falschgeld im österreichischen Toplitzsee versenkt. Die „Operation Bernhard“ blieb auch viele Jahre nach Ende des Krieges weitgehend unbekannt. Im Zuge der Vernichtung der Gerätschaften sollten auch die Häftlinge ermordet werden. Zum Glück für die Gefangenen kam es nicht so weit und sie wurden gemeinsam mit dem restlichen Lager am 06. Mai 1945 von den amerikanischen Truppen befreit. Vor allem durch die befreiten Gefangenen wurden die Alliierten auf die Operation aufmerksam. Sicherheitshalber rief die Bank of England daher alle im Umlauf befindlichen Pfund-Noten ab fünf Pfund zurück, vernichtete sie und gab schließlich neue Noten heraus. Erst mit der teilweisen Bergung der Druckerplatten und Blüten aus dem Toplitzsee ab dem Jahr 1959 wurde die Aktion der Öffentlichkeit bekannt. 
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