Wehrmacht Feldbluse M 42 für einen Feldwebel im Infanterie-Regiment 6.

Fertigung aus feldgrauem Tuch mit dunkelgrünen Kragen. Bevo-gewebter Brustadler wurde nachträglich aufgenäht, Kragenspiegel mit Waffenfarbe und Tuchunterlage, maschinell vernäht, dunkelgrüne Schulterstücke mit Schlaufen, Waffenfarbe weiß. Um den Kragen umlaufend die späte mausgraue Uffz.-Litze maschinell vernäht. Auf der linken Brust Schlaufen für 3 Steckabzeichen. Innen mit Seidenfutter, Größenangabe, Reichsbetriebsnummer und Abnahmestempel "F 43". Maße: Schulterbreite ca. 43 cm, Armlänge-Außen ca. 60 cm, Gesamtlänge ca. 64 cm. Die Feldbluse wurde zeitgenössisch verkleinert, hat ein paar kleine Mottenschäden und die Koppeltrageschlaufen wurden entfernt, Zustand 2.
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Wehrmacht Feldbluse M 42 für einen Feldwebel im Infanterie-Regiment 6.

Die vorliegende Wehrmacht Feldbluse M 42 repräsentiert einen wichtigen Entwicklungsschritt in der deutschen Militäruniformgeschichte während des Zweiten Weltkriegs. Das Modell 42 wurde ab 1942 eingeführt und stellte eine vereinfachte Version der früheren Feldblusen dar, die aus der zunehmenden Materialknappheit und dem Bedarf an rationellerer Produktion resultierte.

Die Feldbluse gehörte einem Feldwebel (Unteroffizier mit Portepee) des Infanterie-Regiments 6, einer traditionsreichen Einheit der Wehrmacht. Der Rang des Feldwebels war ein wichtiger Unteroffiziersdienstgrad, der erhebliche Verantwortung in der Truppenführung trug. Dies zeigt sich an der charakteristischen mausgrauen Unteroffizierslitze, die um den Kragen verläuft und maschinell vernäht wurde.

Die Waffenfarbe Weiß an den Schulterklappen und Kragenspiegeln identifiziert den Träger eindeutig als Angehörigen der Infanterie, der zahlenmäßig größten Waffengattung der Wehrmacht. Das Farbsystem der Waffenfarben wurde bereits in der Reichswehr etabliert und von der Wehrmacht übernommen, um die verschiedenen Truppengattungen optisch zu unterscheiden.

Besonders bemerkenswert ist der Bevo-gewebte Brustadler, der nachträglich aufgenäht wurde. Die Firma BeVo (Bandfabrik Ewald Vorsteher) aus Wuppertal war einer der Hauptlieferanten für maschinell gewebte Hoheitsabzeichen. Diese Technik war kostengünstiger und schneller in der Produktion als handgestickte Exemplare und wurde besonders ab 1942 bevorzugt eingesetzt.

Der Fertigungsstempel “F 43” im Inneren der Feldbluse gibt Aufschluss über das Herstellungsjahr 1943. Die Reichsbetriebsnummer ermöglichte die Identifizierung des produzierenden Betriebes im System der deutschen Rüstungswirtschaft. Dieses System wurde eingeführt, um die Herkunft militärischer Ausrüstungsgegenstände nachvollziehen zu können und gleichzeitig aus Sicherheitsgründen die tatsächlichen Firmennamen zu verschleiern.

Das Modell 42 unterschied sich von seinen Vorgängern durch mehrere charakteristische Merkmale: Die Feldbluse hatte nur noch sechs Knöpfe statt der früheren acht, die Taschenpatten wurden vereinfacht, und der dunkelgrüne Kragen war nicht mehr abnehmbar. Diese Änderungen dienten der Materialeinsparung und beschleunigten Produktion, die angesichts der Kriegslage zunehmend wichtiger wurde.

Die drei Schlaufen für Steckabzeichen auf der linken Brust waren vorgesehen für das Eiserne Kreuz I. Klasse, das Infanterie-Sturmabzeichen und gegebenenfalls das Verwundetenabzeichen. Diese Auszeichnungen dokumentierten die Kampferfahrung und Tapferkeit des Trägers.

Das Seidenfutter im Inneren der Feldbluse war ein Qualitätsmerkmal, das ab 1943 zunehmend durch einfachere Materialien ersetzt wurde. Seine Präsenz in diesem Stück deutet auf eine Produktion in der Übergangsphase hin, als noch gewisse Qualitätsstandards aufrechterhalten werden konnten.

Die zeitgenössische Verkleinerung der Feldbluse ist ein authentisches Detail, das zeigt, dass das Kleidungsstück tatsächlich getragen und an die Bedürfnisse des Trägers angepasst wurde. Die Entfernung der Koppeltrageschlaufen könnte auf eine Verwendung in der Nachkriegszeit als ziviles Kleidungsstück hindeuten, was häufig vorkam, da Kleidung in der unmittelbaren Nachkriegszeit knapp war.

Das Infanterie-Regiment 6 hatte eine lange militärische Tradition, die bis in die preußische Armee zurückreichte. Während des Zweiten Weltkriegs waren Infanterieregimenter die Rückgrat der deutschen Landstreitkräfte und in allen Kriegsschauplätzen eingesetzt.

Die erhaltenen Maße der Feldbluse – Schulterbreite 43 cm, Armlänge 60 cm, Gesamtlänge 64 cm – entsprechen einer mittleren Größe und geben Aufschluss über die standardisierten Konfektionsgrößen der Wehrmacht. Die leichten Mottenschäden sind typisch für Textilien aus dieser Zeit und mindern den historischen Wert des Objekts nur geringfügig.

Diese Feldbluse ist ein authentisches Zeitzeugnis der deutschen Militärgeschichte und dokumentiert sowohl die technischen Aspekte der Uniformproduktion als auch die persönliche Geschichte eines Unteroffiziers der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.