Baden 1. Weltkrieg Pickelhaube von der "Sieges-Pyramide" in New York

Pickelhaube feldgrau Modell 1915 für Mannschaften Infanterie. Fertigung in Kammerqualität um 1915. Lederhelm, komplett mit allen Beschlägen in Eisen feldgrau. Vorne der Badische Greif, original Ledersturmriemen an Knopf 91, beide Kokarden. Die Nackenschiene mit Belüftungsschieber. Abnehmbare Spitze mit Bajonettverschluß. Auf der Rückseite der Glocke mit dem Etikett der für die Pyramide vorgesehenen Helme, unten an der Nackenschiene mit der original Metallschlinge zum anbringen an der Pyramide. Innen mit gelaschtem Lederfutter. Größe ca. 54. Ungereinigt. Zustand 2.

Ein Stück von historischer und musealer Bedeutung!

1919 wurde in New York zur Feier des Sieges im "Great War" eine Pyramide von tausenden erbeuteten Pickelhauben auf der in "Victory Way" umbenannten "Park Avenue" errichtet. Die Stücke wurden dann im Anschluss an die Bürger verkauft und der Erlös an die Witwen und Waisen weitergegeben. Nur äußerst wenige dieser Stücke sind überliefert! Dieses ist das erste, welches wir in über 40 Jahren am Markt erstehen konnten!

https://www.military.com/history/new-york-city-built-wwi-victory-monument-out-of-85000-german-helmets.html

https://www.dailymail.co.uk/news/article-10934805/How-12-000-German-spiked-helmets-displayed-New-York-WWI.html
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Badische Pickelhaube Modell 1915 von der New Yorker “Victory Way”-Pyramide

Unter den Relikten des Ersten Weltkriegs nehmen nur wenige Objekte eine so ikonische Stellung ein wie die Pickelhaube – jener markante Spitzhelm, der über Jahrzehnte hinweg zum Sinnbild des preußischen und deutschen Militarismus wurde. Das hier vorliegende Exemplar, eine Pickelhaube feldgrau Modell 1915 für Mannschaften der Infanterie aus dem Großherzogtum Baden, verbindet die materielle Kultur des Krieges mit einem bemerkenswerten Kapitel der amerikanischen Nachkriegsgeschichte: der Errichtung gewaltiger Helmenpyramiden auf der New Yorker Park Avenue, die 1919 zur “Victory Way” umbenannt wurde.

Das Modell 1915 – letzte Generation der Pickelhaube

Die Pickelhaube war ein Spitzhelm aus Leder oder Metall, der im 19. und 20. Jahrhundert von preußischen und deutschen Soldaten aller Dienstgrade getragen wurde. Baden übernahm den Helm bis 1870. In den frühen Monaten des Ersten Weltkriegs zeigte sich jedoch schnell, dass die Pickelhaube den harten Bedingungen des Stellungskriegs nicht gewachsen war. Die Lederhelme boten kaum Schutz gegen Granatsplitter und Schrapnell, und die auffällige Spitze machte ihren Träger zur Zielscheibe.

Das Modell 1915 war die letzte Ausführung der Pickelhaube, bevor der Übergang zum Ganzstahlhelm eingeleitet wurde. Gemäß den Vorschriften von 1915 wurden bei den neuen Helmen keine Beschläge aus Messing, Silber oder Tombak mehr verwendet, wie es beim Vorgängermodell M1895 noch der Fall gewesen war. Stattdessen kamen Stahlbeschläge zum Einsatz, die chemisch oxidiert wurden, um eine graue, nicht reflektierende Oberfläche zu erzeugen. Alle Infanteriehelme vor und während 1914 waren aus Leder gefertigt worden – daran hielt man auch beim M1915 fest, wenngleich ab 1915 einige Pickelhauben auch aus dünnem Stahlblech hergestellt wurden. Materialengpässe führten zudem zur Einführung von Ersatz-Pickelhauben aus anderen Materialien. Eine wesentliche Neuerung des Modells 1915 war die abnehmbare Spitze mit Bajonettverschluss. Im September 1915 wurde angeordnet, dass die neuen Helme ohne Spitze zu tragen seien, wenn man sich in der vordersten Linie befand.

Ab 1916 wurde die Pickelhaube schrittweise durch den neuen deutschen Stahlhelm ersetzt, der einen deutlich besseren Schutz gegen Granatsplitter bot. Mit dem Zusammenbruch des Deutschen Kaiserreichs 1918 endete die Pickelhaube als Teil der militärischen Uniform.

Badische Besonderheiten

Die verschiedenen deutschen Bundesstaaten verwendeten unterschiedliche Frontplatten (Wappen) auf ihren Pickelhauben. Während Preußen, Bayern, Württemberg und Sachsen jeweils eigene Motive führten, zierte die badische Variante der gekrönte heraldische Greif – der Badische Greif. Ergänzt wurde das Erscheinungsbild durch zwei runde, farbige Kokarden hinter den Sturmriemen an den Seiten des Helms. Die rechte Kokarde war die Reichskokarde in den Farben Rot, Schwarz und Weiß, während die linke Kokarde den jeweiligen Bundesstaat des Soldaten kennzeichnete.

Das vorliegende Exemplar zeigt den Lederkörper mit sämtlichen Beschlägen in feldgrauem Eisen, dem badischen Greifen als Frontplatte, originalen Ledersturmriemen am Knopf 91, beiden Kokarden, einer Nackenschiene mit Belüftungsschieber, der abnehmbaren Spitze mit Bajonettverschluss sowie einem gelaschten Lederfutter. Die Helmgröße beträgt circa 54.

Die “Victory Way” in New York – 1919

Nach dem Waffenstillstand im November 1918 sammelten die Truppen der American Expeditionary Forces erbeutete deutsche Pickelhauben, vornehmlich aus deutschen Versorgungsdepots und Lagerhäusern in den besetzten Gebieten. Der Schwerpunkt lag auf gestapelter Ausrüstung und nicht auf einzelnen Schlachtfeldbergungen.

1919 veranstalteten die New Yorker die nationale Siegesfeier zum Ersten Weltkrieg. Der Sieg im “War to End All Wars” war ein Ereignis von enormer Bedeutung, und die Park Avenue der Stadt wurde für dieses Ereignis umgestaltet. Eine ganze Woche lang wurde ein fünf Häuserblöcke langer Abschnitt einer der belebtesten Straßen New Yorks gesperrt, um Platz für die “Victory Way” zu schaffen. Monumentale Pyramiden aus gestapelten erbeuteten deutschen Helmen bildeten die spektakulären Markierungen dieser Siegesstraße.

Die amerikanische Regierung stellte die Helme vor dem Grand Central Terminal aus, um die New Yorker zum Kauf von Kriegsanleihen zu bewegen. Deutsche Helme wurden zudem als Preise an Regierungsangestellte vergeben, die erfolgreich Anleihen verkauften. Die erbeutete deutsche Bewaffnung und die Helme wurden durch Auktionen und andere Verkaufsmethoden veräußert, um die Kriegsschulden zu tilgen. Der Großteil der ausgestellten Stücke war verkauft, als die Ausstellung Ende 1919 abgebaut wurde. Die verbliebenen Exemplare wurden anschließend auf Anfrage an Privatpersonen verkauft.

Bedeutung für die Sammlung

Dieses Exemplar trägt auf der Rückseite der Glocke ein originales Etikett, das es als einen der für die Pyramide vorgesehenen Helme identifiziert. An der Unterseite der Nackenschiene befindet sich zudem eine originale Metallschlinge, die zur Befestigung an der Pyramidenstruktur diente. Es handelt sich laut Händlerangabe um das erste Exemplar mit dieser Provenienz, das in über 40 Jahren auf dem Markt angeboten werden konnte – ein Hinweis auf die außerordentliche Seltenheit erhaltener Stücke mit dokumentierter Herkunft von der Victory-Pyramide.

In diesem Helm vereinen sich die Geschichte des badischen Militärs, die materielle Entwicklung der deutschen Kopfbedeckung im Ersten Weltkrieg und ein einzigartiges Kapitel der amerikanischen Erinnerungskultur zu einem Objekt von musealer Bedeutung.

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