III. Reich: Adolf Hitler - persönlicher Silberrahmen mit Originialradierung seines Geburtshauses in Braunau am Inn, persönliches Geschenk Hitlers an den Herzog von Windsor

Repräsentativer handgefertigter gehämmerter Silberrahmen im Stil der silbernen Staatsrahmen Hitlers, allerdings im übergroßen Sonderformat, Maß 44 x 39,5 cm. Im Rahmen die Originalradierung des Geburtshauses Adolf Hitlers in Braunau am Inn. Am linken unteren Rand Künstlersignatur "Ernst Zippens". Am rechten Rand handschriftliche Bezeichnung: "Braunau a. Inn, Geburtshaus des Führers". Auf dem Dedikationsfeld des Silberrahmens unterhalb des Fotos innerhalb eines Mäanderbandes der aufgelegte Hoheitsadler und die Initialen "AH". Am Rand Herstellermarke der Goldschmiede Gebrüder Wandinger "FHW" sowie der Silberstempel "925", Krone und Halbmond. Rückseitig Lederständer und Abdeckung aus dunkelbraunem Saffianleder. In repräsentativer Kassette ohne Hoheitsadler aus rotem Saffianleder. Im Innenteil rotes Samtfutter. Im Rücken Künstlersignatur der Buchbinderin "FRIEDA THIERSCH" Maße: 420 x 460 x 40 mm. Auf dem Kasettendeckel befindet sich ein eingeklebtes Schriftband aus den 1970er Jahren mit der Bezeichnung "Geschenk des Führers. An Herzog von Windsor" (mit Schreibfehler), die 2. Zeile wurde entfernt. Zustand 2. 
Die Gebrüder Wandinger stellten neben repräsentativen Geschenkobjekten im Auftrag Adolf Hitlers auch die silbernen Staatsrahmen sowie die vergoldeten Beschläge und Hoheitsadler für die Urkunden und Kassetten der höheren Stufen des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes her.
Verschiedene Formate dieses Geschenkrahmens der Goldschmiede Gebrüder Wandinger aus gehämmertem Silber mit dem von den Initialen Adolf Hitlers flankierten Hoheitsadler wurde von Hitler mit seinem eigenhändig signierten und meist mit einer persönlichen Widmung versehenen Porträtfoto sowohl an bedeutende Persönlichkeiten aus Staat, Wehrmacht und Partei und ausländische Staatsgäste, als auch an bedeutende Persönlichkeiten aus Kultur und Gesellschaft zu besonderen Anlässen überreicht. Die künstlerische Gesamtkonzeption stammt von Professor Gerdy Troost, der Witwe des von Hitler hoch geschätzten Architekten Paul Ludwig Troost. Adolf Hitler nahm persönlichen Anteil an der Gestaltung dieser Art von repräsentativen Geschenken und wirkte auf deren künstlerischen Entwurf teilweise selbst ein. Ausweislich des Archivs Professor Gerdy Troosts wurden etwa 100 solcher Silberrahmen für Geschenk - Porträtfotos Adolf Hitlers zur Überreichung an hochgestellte Persönlichkeiten durch die Gebrüder Wandinger angefertigt. Mindestens ein Exemplar wurde in silbervergoldeter Ausführung hergestellt. Diese Foto - Geschenkrahmen wurden in durch die Werkstatt der Buchbinderin Frieda Thiersch angefertigten Präsentationskassetten aus rotem Saffianleder mit in Silber, bzw. Gold geprägtem Hoheitsadler auf den Deckeln überreicht. Die herkömmlichen Geschenkrahmen haben die Abmessungen 390 x 285 mm. Das hier vorliegende, mutmaßlich für Adolf Hitler selbst angefertigte Exemplar besitzt die Maße 400 x 440 mm. Es ist meines Wissens das einzige Sonderformat dieses kunsthandwerklich äußerst aufwendig gearbeiteten Präsentationsrahmens, das bisher bekannt geworden ist. Typisch für die Schlichtheit der von Adolf Hitler für den eigenen Gebrauch bestimmten Gegenstände ist auch, daß anders als bei den Geschenkrahmen, die Saffianlederkassette nicht mit einem Hoheitsadler versehen wurde. Bedeutendes historisches Sammlungsstück von imposanter Größe und in dieser Form mit Sicherheit ein Unikat.

Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich hierbei um ein persönliches Geschenk Adolf Hitlers an der Herzog von Windsor, der abgedankte englische König Edward VIII. anlässlich dessen Besuchs auf dem Berghof im Jahr 1937. Der Herzog von Windsor galt bis Kriegsbeginn als einer der großen Verehrer Hitlers. 
437636

Hitlers Silberner Präsentationsrahmen mit Radierung des Geburtshauses in Braunau am Inn

Im Zentrum der repräsentativen Geschenkkultur des Dritten Reiches standen silberne Staatsrahmen, die Adolf Hitler an hochrangige Persönlichkeiten aus Staat, Wehrmacht, Partei und an ausländische Staatsgäste überreichen ließ. Dieser Brauch war keineswegs eine Erfindung des nationalsozialistischen Regimes: Bereits unter Kaiser Wilhelm wurden Staatsrahmen als besonderes Zeichen der Dankbarkeit und Wertschätzung überreicht. Die Weimarer Republik setzte diese Tradition fort, und nach der Machtübernahme durch Adolf Hitler wurde sie in repräsentativer Form weitergeführt.

Das hier vorliegende Objekt repräsentiert eine besondere Variante dieser Gattung. Anstelle des üblichen eigenhändig signierten Porträtfotos enthält der Rahmen eine Originalradierung des Geburtshauses Adolf Hitlers in Braunau am Inn, wo Hitler am 20. April 1889 geboren wurde. Am rechten Rand findet sich die handschriftliche Bezeichnung „Braunau a. Inn, Geburtshaus des Führers“.

Herstellung und Kunsthandwerk

Die silbernen Staatsrahmen wurden von den Zwillingen Franz und Hermann Wandinger in München gefertigt. Es handelt sich um handgehämmerte Silberrahmen aus 925er Silber (92,5 Prozent Reinsilber), wie die Punzierungen „FH/W“ (für Franz und Hermann Wandinger) sowie der Feingehaltsstempel „925“ mit Halbmond und Krone belegen. Die Gebrüder Wandinger stellten neben diesen repräsentativen Geschenkobjekten auch die vergoldeten Beschläge und Hoheitsadler für die Urkunden und Kassetten der höheren Stufen des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes her.

Der Rahmen besitzt ein dreistufiges gehämmertes Design mit einem charakteristischen Mäanderband im unteren Bereich, in dem ein aufgelegter Hoheitsadler flankiert von den Initialen „AH“ angebracht ist. Die Rückseite ist mit rotem Saffianleder bezogen und mit einem Lederständer versehen.

Die künstlerische Gesamtkonzeption dieser Präsentationsrahmen stammt von Professor Gerdy Troost, der Witwe des von Hitler hoch geschätzten Architekten Paul Ludwig Troost. Gerdy Troost war während des Dritten Reiches für die Innenausstattung von Hitlers offiziellen und privaten Residenzen verantwortlich, darunter die Alte Reichskanzlei in Berlin und der Berghof auf dem Obersalzberg. Adolf Hitler nahm persönlich Anteil an der Gestaltung dieser repräsentativen Geschenke und wirkte auf deren künstlerischen Entwurf teilweise selbst ein.

Die zugehörige Präsentationskassette wurde in der Werkstatt der Buchbinderin Frieda Thiersch gefertigt, die auf Empfehlung Gerdy Troosts persönlich von Hitler beauftragt wurde. Frieda Thiersch fertigte nicht nur diese Kassetten, sondern wurde auch damit betraut, „Werke des deutschen Genius“ für Hitlers Privatbibliothek auf dem Obersalzberg zu binden. Die Kassette besteht aus rotem Saffianleder mit rotem Samtfutter und trägt im Inneren die Künstlersignatur „FRIEDA THIERSCH“.

Ein außergewöhnliches Sonderformat

Dieses Exemplar weicht in mehrfacher Hinsicht von den üblichen Geschenkrahmen ab. Während das Standardformat der Rahmen 390 × 285 mm betrug, besitzt dieser Rahmen die übergroßen Maße von etwa 440 × 395 mm, mit einer Kassette von 420 × 460 × 40 mm. Ein weiteres bemerkenswertes Detail ist, dass die Saffianleder-Kassette – anders als bei den üblichen Geschenkrahmen – nicht mit einem silbergeprägten Hoheitsadler versehen wurde.

Dokumentiert ist, dass am 21. August 1936 einhundert solcher Rahmen dringend bestellt und geliefert wurden. In Sammlerkreisen werden diese Stücke als „Formal Frames“ oder „State Frames“ bezeichnet. Sie tauchen selten auf und befinden sich meist tief verborgen in Sammlungen.

Bekannte Empfänger

Bei Verwendung als Geschenkrahmen mit seinem Porträtfoto signierte Hitler persönlich jedes Bild und fügte meist eine handschriftliche Widmung hinzu. Diese wurden an bedeutende Persönlichkeiten des Militärs, der Partei, des Staates, an ausländische Amtsträger sowie an herausragende Vertreter aus Kultur und Wissenschaft überreicht. Ein dokumentiertes Beispiel ist der Rahmen für Ulrich Graf, den Hitler mit folgender Widmung versah: „Herrn Ulrich Graf, meinem alten und treuen Begleiter in schwerer Zeit, mit herzlichen Glückwünschen zu seinem 60. Geburtstag in alter Kameradschaft – Adolf Hitler – München 6. Juli 1938“.

Der Herzog von Windsor, der abgedankte englische König Edward VIII., und die Herzogin von Windsor trafen Hitler am 22. Oktober 1937 auf dem Berghof.

Nachkriegsgeschichte

Im Rahmen der Entnazifizierung wurde Gerdy Troost von der Hauptspruchkammer als „minderbelastet“ eingestuft und zu einer Geldstrafe von 500 DM sowie einem zehnjährigen Berufsverbot verurteilt. Nach Ablauf dieser Frist nahm sie ihre Arbeit wieder auf und verstarb 2003 im Alter von 98 Jahren. Das volle Ausmaß von Frieda Thierschs Aufträgen für das Dritte Reich wird möglicherweise nie bekannt werden, da der Großteil ihrer Werke und Unterlagen 1944 zerstört wurde. Solche Rahmen und zugehörige Objekte zirkulieren heute auf dem Sammlermarkt und in Auktionshäusern.

r