Königreich Hannover Pelzmütze für Mannschaften im Husaren-Regiment Königin

Um 1850/60. Hohe Pelzmütze aus schwarzem Bärenfell. Vorne aufgelegt das silberne Devisenband „Peninsula Barossa“, darüber separat aufgelegt die Krone. Gewölbte silberne Schuppenketten an Löwenkopfrosetten. Fest vernähter roter Kolpak. Komplett mit dem weiß/gelben Paradebusch aus Rosshaar in silberner Tülle, arretiert mithilfe einer Schraube, und der weißen Fangschnur. Innen mit breitem schwarzem Lederschweißband, der Korpus innen mit Leinen verkleidet, der Deckel mit hellblauem Tuchfutter, gestempelt „KHD 91“, hinten auf dem Schweißband Nackenschutz vernäht. Größe ca. 54. Das Fell auf der Rückseite mit einer ca. handtellergroßen kahlen Stelle, sonst schön erhalten.

Sehr selten! Ein sehr schönes Stück für Mannschaften im Husaren-Regiment Königin bis zur Zeit des Deutsch-Deutschen Krieges 1866.
Das Königin-Husaren-Regiment steht in der Tradition des 2. Kavallerie-Regiments (auch Osnabrücker Husaren genannt). Für die Osnabrücker Husaren wird in der "Beschreibung des Königreichs Hannover" (1829) als zugeschriebenes Motto "Peninsula - Barossa" genannt. (Das 2. Husaren-Regiment hatte an der Schlacht von Barossa 1811 teilgenommen). Auch im Hof- und Staats-Handbuch für das Königreich Hannover von 1847 wird das Motto für das Königin-Husaren-Regiment genannt. Noch 1847 erhielten das Regiment Pelzmützen mit rotem Beutel. 1866 nahm das Regiment am Krieg gegen Preußen teil.

Die Pelzmütze stammt von der Schloss Marienburg aus der Auktion von Sotheby`s des Königlichen Hauses Hannover 2005.
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Königreich Hannover Pelzmütze für Mannschaften im Husaren-Regiment Königin

Die hier vorgestellte Pelzmütze für Mannschaften im Königin-Husaren-Regiment des Königreichs Hannover ist ein außergewöhnlich seltenes Zeugnis einer untergegangenen deutschen Militärtradition. Dieses Stück, datiert auf die Zeit um 1850–1860, verkörpert die stolze Regimentsgeschichte der hannoverschen Husaren, deren Wurzeln bis in die Napoleonischen Kriege zurückreichen und deren Ende mit der preußischen Annexion Hannovers im Jahre 1866 besiegelt wurde.

Vom King's German Legion zum Königin-Husaren-Regiment

Die Geschichte dieser Pelzmütze beginnt weit vor ihrer Herstellung. Als französische Truppen 1803 das Kurfürstentum Hannover besetzten, flohen zahlreiche hannoversche Soldaten nach Großbritannien, wo sie die King's German Legion (KGL) bildeten – eine der schlagkräftigsten Formationen in britischen Diensten. Die 2. Husaren der KGL nahmen am 5. März 1811 an der Schlacht von Barrosa während des Peninsularkrieges teil, wo sie britische Truppen in einem hart umkämpften Gefecht unterstützten. Dieses Engagement auf der Iberischen Halbinsel sollte zum prägenden Traditionsmerkmal des späteren Regiments werden.

Nach Napoleons endgültiger Niederlage wurde die KGL in den Jahren 1815–1816 aufgelöst, und ihre Veteranen wurden in die neu aufgestellte hannoversche Armee integriert. Im Jahr 1833 wurden alle hannoverschen Kavallerieeinheiten zunächst als Dragoner reorganisiert. Erst 1838 stellte König Ernst August II. von Hannover die Husarenregimenter wieder her und schuf dabei zwei Einheiten: das Garde-Husaren-Regiment und das Königin-Husaren-Regiment. Letzteres übernahm die Traditionen des 2. Kavallerie-Regiments, auch als Osnabrücker Husaren bekannt, und damit das Erbe der 2. KGL-Husaren.

Das Devisenband “Peninsula Barossa”

Das silberne Devisenband mit der Aufschrift “Peninsula Barossa”, das die Vorderseite dieser Pelzmütze ziert, ist ein direkter Verweis auf die Teilnahme an der Schlacht von Barrosa und den Peninsularkrieg. Dieses Motto wurde bereits in der “Beschreibung des Königreichs Hannover” von 1829 für die Osnabrücker Husaren erwähnt und im Hof- und Staats-Handbuch für das Königreich Hannover von 1847 für das Königin-Husaren-Regiment offiziell bestätigt. Es zeugt von der tiefen Verbundenheit des Regiments mit seinem britisch-hannoverschen Erbe aus den Napoleonischen Kriegen.

Die Pelzmütze als Husarenattribut

Im Jahr 1847 erhielten die hannoverschen Husarenregimenter Pelzmützen mit rotem Beutel (Kolpak). Die vorliegende Mütze ist eine hohe Pelzmütze aus schwarzem Bärenfell in der typischen zylindrischen Husarenform. Sie ist komplett erhalten mit dem weiß-gelben Paradebusch aus Rosshaar in silberner Tülle, der mittels einer Schraube arretiert wird, sowie der weißen Fangschnur. Die gewölbten silbernen Schuppenketten sind an Löwenkopfrosetten befestigt. Der fest vernähte rote Kolpak vervollständigt das charakteristische Erscheinungsbild. Im Inneren findet sich ein breites schwarzes Lederschweißband, eine Leinenauskleidung des Korpus sowie ein hellblaues Tuchfutter im Deckel. Die Verwendung von Bärenfell unterscheidet diese Mütze von den häufiger anzutreffenden Seehundfell-Kolpaks anderer Husarenregimenter dieser Epoche.

Das Ende des Königreichs Hannover 1866

Der Deutsch-Deutsche Krieg von 1866 (auch Deutscher Krieg oder Preußisch-Österreichischer Krieg genannt) besiegelte das Schicksal sowohl des Königreichs Hannover als auch seines Königin-Husaren-Regiments. Hannover stellte sich auf die Seite Österreichs und errang am 27. Juni 1866 bei der Schlacht von Langensalza einen taktischen Sieg. Dieser Erfolg war jedoch von kurzer Dauer: Von überlegenen preußischen Kräften eingeschlossen, musste die hannoversche Armee kurz darauf kapitulieren. Hannover wurde von Preußen annektiert, und die hannoversche Armee hörte auf zu existieren.

Am 27. September 1866 wurden die beiden hannoverschen Husarenregimenter – das Garde-Husaren-Regiment und das Königin-Husaren-Regiment – zusammengelegt und als Husaren-Regiment (Hannoversches) Nr. 15 in die preußische Armee eingegliedert. Das neue Regiment wurde zunächst in Düsseldorf stationiert und führte seine erste Revue am 13. Oktober 1866 durch. Im November 1867 wurde es offiziell in Hannoversches Husaren-Regiment Nr. 15 umbenannt.

Das Erbe nach 1866

Das Regiment nahm am Deutsch-Französischen Krieg 1870–71 teil und wurde 1871 nach Wandsbek bei Hamburg verlegt, wo es unter dem volkstümlichen Namen “Wandsbeker Husaren” bekannt wurde. Im Jahr 1898 ernannte Kaiser Wilhelm II. die Königin Wilhelmina der Niederlande zur Regimentschefin und benannte das Regiment in Husaren-Regiment “Königin Wilhelmina der Niederlande” (Hannoversches) Nr. 15 um. Ein Jahr später, 1899, genehmigte der Kaiser ehemaligen KGL-Einheiten, Schlachtehren einschließlich “Peninsula, Waterloo, El-Bodon, Barossa” auf ihrer Ausrüstung zu führen – eine späte Anerkennung jener Tradition, die auf der vorliegenden Pelzmütze bereits Jahrzehnte zuvor ihren Ausdruck gefunden hatte. Das Regiment diente im Ersten Weltkrieg und wurde 1919 aufgelöst.

Provenienz und Sammlungsbedeutung

Diese Pelzmütze stammt aus Schloss Marienburg und wurde bei der Sotheby's-Auktion des Königlichen Hauses Hannover im Jahr 2005 veräußert. Diese herausragende Provenienz unterstreicht die Bedeutung des Stückes. Als eines der äußerst seltenen erhaltenen Exemplare hannoverscher Militärkopfbedeckungen aus der Zeit vor der preußischen Annexion stellt diese Pelzmütze ein Sammlerstück von höchstem Rang dar – ein greifbares Relikt eines Königreichs, das 1866 von der Landkarte verschwand, dessen militärische Traditionen jedoch in der preußischen und späteren deutschen Armee weiterwirkten.

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