Verleihungsliste für das Deutsche Kreuz in Gold - Januar 1943
Die Verleihungsliste für das Deutsche Kreuz in Gold aus dem Januar 1943 repräsentiert ein wichtiges Dokument aus der Geschichte der deutschen Militärauszeichnungen während des Zweiten Weltkriegs. Als DinA4 Doppelblatt gefertigt, dokumentiert dieses Schriftstück die offiziellen Verleihungen einer der bedeutendsten Tapferkeitsauszeichnungen der Wehrmacht.
Das Deutsche Kreuz in Gold wurde durch die Stiftungsurkunde vom 28. September 1941 von Adolf Hitler als Führer und Oberster Befehlshaber der Wehrmacht eingeführt. Diese Auszeichnung sollte eine Lücke im deutschen Ordenssystem schließen, die zwischen dem Eisernen Kreuz I. Klasse und dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes bestand. Das Deutsche Kreuz existierte in zwei Stufen: in Gold für Tapferkeit und in Silber für Verdienste im Kriegseinsatz.
Die Verleihungspraxis war streng geregelt und erforderte umfangreiche Dokumentation. Jede Auszeichnung musste durch detaillierte Berichte über die erbrachten Leistungen begründet werden. Die Verleihungslisten waren offizielle Dokumente, die von den zuständigen militärischen Dienststellen erstellt und geführt wurden. Sie enthielten typischerweise den Namen des Ausgezeichneten, seinen Dienstgrad, seine Einheit sowie das Datum der Verleihung.
Der Januar 1943 markiert einen bedeutsamen Zeitpunkt in der Geschichte des Zweiten Weltkriegs. In diesem Monat endete die Schlacht um Stalingrad mit der Kapitulation der 6. Armee, was eine entscheidende Wende im Kriegsverlauf darstellte. Gleichzeitig intensivierten sich die Kämpfe an allen Fronten, was zu einer erhöhten Zahl von Verleihungen militärischer Auszeichnungen führte.
Die Herstellung solcher Listen erfolgte meist maschinenschriftlich auf offiziellem Briefpapier mit entsprechenden Dienststempelungen. Das DinA4-Format war das Standardformat für militärische Verwaltungsdokumente der Wehrmacht. Ein Doppelblatt bot ausreichend Platz für mehrere Einträge sowie für die erforderlichen Unterschriften und Genehmigungsvermerke durch vorgesetzte Offiziere.
Bis zum Kriegsende 1945 wurden etwa 24.204 Deutsche Kreuze in Gold verliehen, davon etwa 17.000 an Heeresangehörige, 4.300 an die Luftwaffe, 1.800 an die Waffen-SS und etwa 1.100 an die Kriegsmarine. Diese Zahlen verdeutlichen die relative Seltenheit dieser Auszeichnung im Vergleich zum Eisenen Kreuz, das millionenfach verliehen wurde.
Die Dokumentation von Ordensverleihungen diente mehreren Zwecken: Sie ermöglichte die Führung der Personalakten, dokumentierte die militärischen Leistungen für spätere Beförderungen und schuf eine offizielle Grundlage für das Tragen der Auszeichnung. Zudem wurden diese Listen für Propagandazwecke genutzt, indem Verleihungen in Armeezeitungen und anderen Publikationen veröffentlicht wurden.
Der heute vorliegende gebrauchte Zustand des Dokuments ist charakteristisch für Archivmaterialien aus dieser Zeit. Die Belastungen des Krieges, häufige Verlegungen von Dienststellen und die chaotischen Verhältnisse in den letzten Kriegsjahren führten oft zu Beschädigungen oder Abnutzungserscheinungen an solchen Dokumenten.
Aus historischer Sicht sind solche Verleihungslisten von großem Wert für die militärgeschichtliche Forschung. Sie ermöglichen die Rekonstruktion von Personalverläufen, die Dokumentation von Kampfhandlungen und bieten Einblicke in die militärische Organisation und Verwaltungspraxis der Wehrmacht. Für Familienforscher und Nachfahren können sie wichtige Informationen über das Schicksal von Angehörigen liefern.
Die Authentifizierung solcher Dokumente erfordert fundierte Kenntnisse über die damaligen Verwaltungsabläufe, Stempelformen, Papierqualität und Schreibmaschinentypen. Originale Verleihungslisten weisen typischerweise Durchschläge auf, da sie in mehrfacher Ausfertigung erstellt wurden – für die Personalakte, die vorgesetzte Dienststelle und oft auch für zentrale Archive.
Heute befinden sich viele dieser Dokumente in staatlichen und privaten Archiven weltweit. Sie sind wichtige Zeitzeugnisse einer dunklen Epoche der deutschen Geschichte und dienen der wissenschaftlichen Aufarbeitung dieser Zeit.