Verwundetenabzeichen in Silber 1918

Ausführung der Fa. Godet Berlin, Blech versilbert, Zustand 1a
507036
350,00

Verwundetenabzeichen in Silber 1918

Das Verwundetenabzeichen in Silber von 1918 stellt eine bedeutende militärische Auszeichnung des Deutschen Kaiserreichs während des Ersten Weltkriegs dar. Diese Ausführung wurde von der renommierten Firma Godet Berlin hergestellt, einem der bekanntesten und angesehensten Hersteller militärischer Orden und Ehrenzeichen in der deutschen Geschichte.

Das Verwundetenabzeichen wurde am 3. März 1918 durch Kaiser Wilhelm II. gestiftet und durch die Allerhöchste Kabinettsorder (AKO) eingeführt. Die Stiftung erfolgte in einer kritischen Phase des Ersten Weltkriegs, als die deutschen Streitkräfte ihre letzten großen Offensiven an der Westfront vorbereiteten. Das Abzeichen sollte die Opferbereitschaft und den persönlichen Einsatz verwundeter Soldaten würdigen und deren Leiden im Dienste des Vaterlandes sichtbar anerkennen.

Die Auszeichnung wurde in drei Stufen verliehen: in Schwarz für ein- oder zweimalige Verwundung, in Silber für drei- oder viermalige Verwundung, und in Gold für fünf- oder mehrmalige Verwundung. Das hier beschriebene silberne Verwundetenabzeichen repräsentiert somit eine mittlere Stufe, die bereits erhebliche persönliche Opfer bezeugt. Die Verleihungskriterien umfassten nicht nur Kampfverwundungen, sondern auch Verletzungen durch Unfälle im Dienst sowie gesundheitliche Schäden durch Gasangriffe oder Erfrierungen.

Die Firma Godet, mit vollständigem Namen F.W. Assmann & Söhne (die Marke Godet verwendend), war seit dem 19. Jahrhundert in Berlin ansässig und belieferte das preußische und später das deutsche Militär mit hochwertigen Orden und Ehrenzeichen. Die Werkstatt befand sich in der Charlottenstraße in Berlin und genoss einen exzellenten Ruf für handwerkliche Präzision und Qualität. Godet-Ausführungen zeichneten sich durch feine Details, sorgfältige Verarbeitung und die Verwendung hochwertiger Materialien aus.

Das Verwundetenabzeichen in Silber zeigt typischerweise einen Stahlhelm M1916 über zwei gekreuzten Schwertern, umgeben von einem Lorbeerkranz. Die silberne Ausführung wurde aus versilbertem Blech gefertigt, wie es bei diesem Exemplar der Fall ist. Die Rückseite weist üblicherweise eine horizontale Nadel zur Befestigung an der Uniform auf. Das Abzeichen wurde auf der linken Brustseite der Uniform getragen, unterhalb anderer Auszeichnungen.

Die Einführung des Verwundetenabzeichens 1918 kam relativ spät im Kriegsverlauf, was darauf hindeutet, dass die militärische Führung die Notwendigkeit erkannte, die Moral der Truppen durch offizielle Anerkennung ihrer Opfer zu stärken. Bis Kriegsende wurden hunderttausende dieser Abzeichen verliehen, wobei die schwarze Stufe am häufigsten war. Die silberne Ausführung war deutlich seltener und zeugt von wiederholten schweren Verwundungen.

Nach dem Ersten Weltkrieg behielt das Verwundetenabzeichen seine Bedeutung in der Weimarer Republik, wo Veteranen es weiterhin als Zeichen ihrer Kriegserfahrungen trugen. Die Tradition wurde später im Zweiten Weltkrieg mit einem modifizierten Design fortgesetzt, doch die Auszeichnungen des Ersten Weltkriegs behielten ihren besonderen historischen Stellenwert.

Aus sammlertechnischer Sicht sind Godet-Ausführungen besonders begehrt. Die Firma verwendete oft spezifische Herstellermerkmale und Punzierungen, die eine Authentifizierung ermöglichen. Der angegebene Zustand “1a” deutet auf ein außergewöhnlich gut erhaltenes Exemplar hin, bei dem die Versilberung vollständig erhalten ist und keine nennenswerten Beschädigungen oder Alterungsspuren aufweist.

Das Verwundetenabzeichen in Silber von 1918 ist nicht nur ein militärisches Ehrenzeichen, sondern auch ein bedeutendes zeithistorisches Dokument. Es verkörpert die immensen menschlichen Kosten des Ersten Weltkriegs und erinnert an die individuellen Schicksale von Millionen Soldaten, die im Schützengraben kämpften und litten. Jedes dieser Abzeichen steht für reale Verwundungen, Schmerzen und oft lebenslange körperliche oder seelische Beeinträchtigungen.