Waffen-SS Ärmelband für Mannschaften der 18. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Horst Wessel“
Das vorliegende Ärmelband der 18. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Horst Wessel" repräsentiert ein charakteristisches Kennzeichen einer der spätesten Waffen-SS-Divisionen des Zweiten Weltkriegs. Als Einheitsabzeichen am linken Unterärmel getragen, identifizierte dieses schwarze Band seinen Träger als Angehörigen einer Formation, die im Januar 1944 um einen Kern der 1. SS-Infanterie-Brigade (mot.) herum aufgestellt wurde.
Die Division bestand hauptsächlich aus ungarischen Volksdeutschen aus der Banat-Region. Ursprünglich im Januar 1944 als 18. SS-Panzergrenadier-Division bezeichnet, erhielt sie vor Oktober 1944 den Ehrennamen „Horst Wessel". Dieser Name ehrte Horst Wessel (1907-1930), einen SA-Führer, der 1930 getötet und vom NS-Regime zum Märtyrer stilisiert wurde. Er galt als Verfasser des Horst-Wessel-Liedes, der Parteihymne der NSDAP. Die Division sollte ursprünglich stark aus der SA rekrutieren, doch waren bis 1944 die meisten körperlich tauglichen SA-Männer bereits eingezogen oder freiwillig eingetreten.
Der Einsatzverlauf der Division erstreckte sich über mehrere Kriegsschauplätze: Während ihrer Ausbildung im Frühjahr 1944 wurde sie für Sicherungs- und Partisanenbekämpfungsaufgaben in Kroatien verwendet. Im Juni 1944 erfolgte die Verlegung nach Ungarn, gefolgt von Kämpfen im mittleren Frontabschnitt der Ostfront zwischen Juli und Oktober 1944. Im August 1944 nahm die Division an Operationen gegen den Slowakischen Nationalaufstand teil. Weitere Einsätze in Ungarn und der Tschechoslowakei folgten, bis die Division im Mai 1945 endgültig vernichtet wurde. Die Division wurde von SS-Brigadeführer Wilhelm Trabant (Januar 1944 - Januar 1945), SS-Gruppenführer Josef Fitzthum (Januar 1945), SS-Oberführer Georg Bochmann (Januar-März 1945) und SS-Standartenführer Heinrich Petersen (März-Mai 1945) kommandiert.
Das Ärmelband selbst wurde in Bevo-gewebter Fertigung hergestellt. Der Begriff „Bevo" bezieht sich auf maschinell gewebte Produktion, die besonders mit der Bandfabrik Ewald Vorsteher (BeVo) in Wuppertal assoziiert wird, obwohl während des Zweiten Weltkriegs verschiedene Hersteller ähnliche maschinell gewebte Ärmelbänder produzierten. Maschinell gewebte Ärmelbänder wurden ab 1943 zunehmend üblicher, da sie im Vergleich zu früheren RZM-maschinenbestickten Versionen eine kosteneffiziente und schnellere Produktionsmethode darstellten.
Das Band zeigt die maschinell gewebte Aufschrift „HORST WESSEL" in lateinischer Schrift mit silbergrauem Faden auf schwarzem Rayon. Oben und unten wird es von maschinell gewebten silbergrauen Tressen begrenzt. Die Rückseite weist das charakteristische „Salz-und-Pfeffer"-Muster (schwarz-weiß kariert) auf, das für Bevo-Webung diagnostisch ist. Mit einer Länge von 45 Zentimetern und einer Breite von etwa 28-30 Millimetern entspricht es den Standardmaßen für Waffen-SS-Ärmelbänder. Die nicht umgenähten Enden weisen auf eine vereinfachte Spätkriegsproduktion hin.
Getragen wurde das Ärmelband am linken Unterärmel der Feldbluse und des Mantels von Mannschaften und Unteroffizieren der Division. Die Vorschriften bestimmten, dass Ärmelbänder nicht an Hemden, Tarnkleidung oder Drillanzügen getragen werden durften. Die untere Kante wurde generell am oberen Rand der gespaltenen Naht des Jackenärmels platziert, etwa 14,5-15 Zentimeter vom Ärmelsaum entfernt. Ärmelbänder galten als besondere Ehre und durften nur von aktiven Angehörigen der bezeichneten Einheit getragen werden – bei Versetzung musste das Ärmelband entfernt werden.
Es existierten mehrere Produktionsvarianten dieses Ärmelbandes: RZM-maschinenbestickte Versionen (frühes Muster), Bevo-maschinell gewebte Versionen mit charakteristischer Salz-und-Pfeffer-Rückseite, Bevo-ähnliche Varianten mit unterschiedlichen Rückseitenmustern und vereinfachte Spätkriegs-Bevo-Versionen mit nicht umgenähten Enden ohne Herstellermarkierungen. Mannschaften und Unteroffiziere trugen Ärmelbänder mit weißer oder silbergrauer Beschriftung, während Offiziere Versionen mit Silberbullion-Faden trugen.
Nach Deutschlands Niederlage im Mai 1945 wurden alle SS-Abzeichen und Uniformen verboten. Viele Ärmelbänder wurden zerstört, versteckt oder von alliierten Soldaten als Kriegstrophäen mitgenommen. Originale Waffen-SS-Ärmelbänder gelten heute als historische Artefakte und werden von Militärhistorikern und Museen gesammelt. Der Verkauf und die zur Schaustellung solcher Gegenstände werden in verschiedenen Ländern unterschiedlich geregelt.