Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Silberne Ehrennadel für 25 jährige Mitgliedschaft

1. Form, an Nadel, rückseitig : GES.GESCH., Zustand 2.
525937
€ 35,00

Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Silberne Ehrennadel für 25 jährige Mitgliedschaft

Die Silberne Ehrennadel für 25-jährige Mitgliedschaft des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser (DRKB) dokumentiert die institutionelle Entwicklung des deutschen Veteranenwesens von der Weimarer Republik bis in die Zeit des Nationalsozialismus. Diese Auszeichnung wurde Mitgliedern verliehen, die dem Verband ein Vierteljahrhundert lang treu gedient hatten, und spiegelt die komplexe Geschichte einer Organisation wider, die von ihren demokratischen Ursprüngen zur Gleichschaltung unter dem NS-Regime überging.

Der Kyffhäuserbund entstand 1900 als Dachorganisation deutscher Veteranenvereine, benannt nach dem 1896 errichteten Kyffhäuser-Denkmal. Am 8. März 1921 formierte sich die Organisation während der Weimarer Republik zum Deutschen Reichskriegerbund Kyffhäuser. Der Verband vereinte ehemalige Teilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71, Veteranen des Ersten Weltkriegs sowie Reservisten. Während der Weimarer Republik wuchs die Organisation auf über 4 Millionen Mitglieder in mehr als 37.000 örtlichen Veteranenvereinigungen an, was ihre enorme gesellschaftliche Bedeutung unterstreicht.

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 wurde der DRKB der Gleichschaltung unterworfen. Am 4. März 1933 wurde Wilhelm Reinhard zum Bundesführer ernannt undrichtete die Organisation nach der NS-Ideologie aus. Der DRKB wurde am 4. März 1938 in NS-Reichskriegerbund (NSRKB) umbenannt und zur einzig autorisierten Veteranenorganisation im Dritten Reich. Diese Transformation markierte den vollständigen Übergang von einem traditionellen Veteranenverband zu einer nationalsozialistischen Massenorganisation.

Die 25-jährige Ehrennadel selbst verkörpert diese historische Entwicklung in ihrer Gestaltung. Das Abzeichen zeigt einen ovalen Eichenlaubkranz, ein schwarz emailliertes Medaillon mit der Zahl “25”, einen Schild mit dem schwarzen Kyffhäuser-Denkmal auf weißem Grund sowie eine schwarz-weiß-rote Reichsflagge im NSDAP-Stil. Die verwendeten Farben und Symbole verweisen auf die ideologische Ausrichtung der Organisation nach 1933. Das Abzeichen wurde aus versilbertem Tombak oder versilberter Bronze mit mehrfarbigen Emaille-Einlagen hergestellt und maß ungefähr 24 mm in der Breite und 30 bis 32 mm in der Höhe.

Die rückseitige Markierung GES.GESCH. (Gesetzlich Geschützt) weist auf den rechtlichen Schutzstatus des Designs hin. Verschiedene Hersteller produzierten diese Nadeln, erkennbar an unterschiedlichen Herstellernummern. Es existierten zwei bekannte Formen: die 1. Form mit langer Nadel (lange Nadel) und die 2. Form mit variierenden Befestigungsarten. Neben der 25-jährigen Ehrennadel gab es auch eine Goldene Ehrennadel für 50 Jahre Mitgliedschaft, was ein gestaffeltes Ehrungssystem dokumentiert.

Im März 1943 ordnete Hitler die Auflösung des NS-Reichskriegerbundes an, und dessen Vermögen wurde der NSDAP übertragen. Die örtlichen Vereine bestanden kurzzeitig unter Kontrolle der Partei fort und bildeten die Grundlage für Volkssturm-Einheiten. Nach der Niederlage Nazi-Deutschlands im Mai 1945 wurden alle nationalsozialistischen Organisationen durch das Kontrollratsgesetz Nr. 2 vom 10. Oktober 1945 verboten und aufgelöst. Der DRKB/NS-Reichskriegerbund hörte auf zu existieren.

Der Kyffhäuserbund wurde ab September 1952 in Westdeutschland während des Wiederaufbaus neu gegründet und schlug einen anderen Weg als sein Vorgänger aus der NS-Zeit ein. Heute sind DRKB-Mitgliedsabzeichen und Ehrennadeln gesuchte Sammlerstücke, die Einblick in die deutsche Veteranenkultur der Zwischenkriegszeit und der NS-Ära gewähren. Diese Auszeichnungen dokumentieren nicht nur individuelle Loyalität zu einer Organisation, sondern auch die tiefgreifenden politischen Transformationen, die Deutschland zwischen 1921 und 1945 durchlief.