Kriegsmarine Metallbrustadler für die Sommeruniform der Offiziere (Beamte)

Buntmetall versilbert. Leicht getragen, Zustand 2-.
443537
165,00

Kriegsmarine Metallbrustadler für die Sommeruniform der Offiziere (Beamte)

Der Kriegsmarine Metallbrustadler für die Sommeruniform der Offiziere stellt ein charakteristisches Auszeichnungselement der deutschen Kriegsmarine während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese spezielle Ausführung des Brustadlers wurde von Offizieren und Beamten der Kriegsmarine auf der hellen Sommeruniform getragen und unterschied sich in Material und Ausführung deutlich von den textilen Varianten der Winteruniformen.

Die Kriegsmarine, als offizielle Bezeichnung der deutschen Seestreitkräfte von 1935 bis 1945, führte nach der Wiedereinführung der Wehrpflicht und dem Bruch des Versailler Vertrages ein umfassendes System von Uniformen und Abzeichen ein. Der Adler als nationales Emblem des Deutschen Reiches wurde auf allen Uniformteilen in verschiedenen Ausführungen getragen. Gemäß der Anzugordnung für die Kriegsmarine vom 1. Oktober 1936 und deren späteren Ergänzungen waren genaue Vorschriften für das Tragen der verschiedenen Adlerformen erlassen worden.

Das vorliegende Exemplar besteht aus versilbertem Buntmetall, eine Materialwahl, die für die Sommeruniform aus praktischen und ästhetischen Gründen getroffen wurde. Im Gegensatz zu den auf dunklen Uniformjacken aufgenähten Stoffadlern in Gelb oder Gold benötigte die weiße Sommeruniform einen Metalladler, der sich kontrastreich abhob. Das Buntmetall, typischerweise eine Zinklegierung oder Tombak, wurde versilbert, um einen edlen, glänzenden Effekt zu erzielen, der dem Rang und der Würde der Offiziersstellung entsprach.

Die Sommeruniform der Kriegsmarine-Offiziere bestand aus einem weißen Tuchrock oder einer weißen Jacke, die in den wärmeren Monaten oder in tropischen Einsatzgebieten getragen wurde. Der Metallbrustadler wurde mittig auf der Brust, oberhalb der Taschen angebracht. Die Befestigung erfolgte üblicherweise durch rückseitige Splinte oder Lötstifte, die durch den Uniformstoff geführt und umgebogen wurden.

Die Ikonographie des Adlers folgte den nationalen Vorgaben: Ein stilisierter Adler mit ausgebreiteten Schwingen, der in seinen Fängen ein Hakenkreuz im Eichenkranz hält. Die maritime Ausführung unterschied sich in Details von den Adlern anderer Wehrmachtsteile. Die Kriegsmarine verwendete eine spezifische Stilisierung, die sich durch die Schwingenhaltung und die Proportionen vom Heeresadler unterschied.

Die Produktion dieser Metallbrustadler erfolgte durch verschiedene autorisierte Hersteller, darunter renommierte Firmen wie Assmann & Söhne in Lüdenscheid, Friedrich Linden in Lüdenscheid, oder die Firma C.E. Juncker in Berlin. Die Qualität variierte je nach Hersteller und Produktionszeitpunkt. Frühe Kriegsproduktionen zeigten häufig eine höhere Detailgenauigkeit und bessere Materialqualität als spätere Fertigung unter Kriegsbedingungen.

Die Kategorie “Beamte” in der Kriegsmarine umfasste Verwaltungsoffiziere, Zahlmeister, Ingenieure, Ärzte und andere Spezialisten, die Offiziersrang innehatten, aber nicht zur militärischen Seeoffizierslaufbahn gehörten. Diese trugen dieselben Uniformvarianten wie die Seeoffiziere, unterschieden sich jedoch durch spezifische Ärmelabzeichen und Laufbahnfarben.

Der hier beschriebene Zustand “leicht getragen” deutet auf tatsächliche Verwendung hin. Die Versilberung kann Gebrauchsspuren wie leichte Abnutzungen, Oxidation oder minimale Kratzer aufweisen, was bei einem über 80 Jahre alten Objekt als normal anzusehen ist. Solche Tragespuren verleihen dem Stück historische Authentizität und dokumentieren seine tatsächliche Verwendung während der Dienstzeit.

Nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches 1945 wurde das Tragen aller militärischen Abzeichen mit nationalsozialistischen Symbolen verboten. Viele Uniformteile und Abzeichen wurden vernichtet, versteckt oder von Soldaten als Erinnerungsstücke aufbewahrt. Dies macht erhaltene Exemplare heute zu historischen Dokumenten einer vergangenen Epoche.

Aus heutiger militärhistorischer Perspektive sind solche Objekte wichtige Zeugnisse der Uniformkunde und Phaleristik. Sie dokumentieren Handwerkskunst, Materialverwendung, Produktionstechniken und das komplexe System militärischer Hierarchien und Traditionen. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit solchen Objekten dient dem historischen Verständnis und der Dokumentation, nicht der Glorifizierung.

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