NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " NSKK Motor-Gr. Franken V. Fränkische Jura Geländefahrt 1939 "

Buntmetall vergoldet, Höhe 85 mm. Rückseitig mit Hersteller "B.H. Mayer Pforzheim". Zustand 2. 
315937
200,00

NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " NSKK Motor-Gr. Franken V. Fränkische Jura Geländefahrt 1939 "

Die vorliegende NSKK-Teilnehmerplakette zur V. Fränkischen Jura Geländefahrt 1939 der Motor-Gruppe Franken ist ein bedeutendes Zeugnis der Motorsportaktivitäten des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps in der Vorkriegszeit. Das aus vergoldetem Buntmetall gefertigte Stück mit einer Höhe von 85 mm trägt auf der Rückseite die Herstellermarke B.H. Mayer Pforzheim, einer renommierten Firma für Orden und Ehrenzeichen.

Das NSKK (Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps) wurde 1931 als Unterorganisation der SA gegründet und am 23. August 1934 durch Adolf Hitler zu einer eigenständigen Formation der NSDAP erhoben. Unter der Führung von Korpsführer Adolf Hühnlein entwickelte sich das NSKK zur zentralen Organisation für die motorisierte Ausbildung und Wehrsporterziehung im Deutschen Reich. Die Hauptaufgaben umfassten die kraftfahrtechnische Schulung, die Vorbereitung der Jugend auf den Wehrdienst und die Förderung des Motorsports.

Die Motor-Gruppe Franken war eine der regionalen Untergliederungen des NSKK und für das geografische Gebiet Franken in Bayern zuständig. Die Organisation war hierarchisch strukturiert, wobei Motor-Gruppen die mittlere Führungsebene darstellten und sich in mehrere Motor-Standarten, Motor-Stürme und weitere Einheiten gliederten. Franken als motorsportlich aktive Region bot mit seiner abwechslungsreichen Topographie ideale Bedingungen für Geländefahrten.

Die Fränkische Jura Geländefahrt war eine jährlich wiederkehrende Motorsportveranstaltung, die das fahrerische Können der Teilnehmer in anspruchsvollem Gelände prüfte. Das Jahr 1939 markierte bereits die fünfte Austragung dieser Veranstaltung, was auf eine Tradition seit mindestens 1935 hinweist. Geländefahrten waren wichtige Bestandteile der NSKK-Ausbildung und dienten nicht nur der sportlichen Ertüchtigung, sondern auch der Vorbereitung auf militärische Anforderungen. Die Streckenführung durch die Fränkische Jura mit ihren charakteristischen Karstlandschaften, Hügeln und schwierigen Wegverhältnissen stellte hohe Anforderungen an Fahrer und Fahrzeuge.

Die Plakette selbst ist als nichttragbare Teilnehmerplakette konzipiert, was bedeutet, dass sie nicht als Anstecknadel an der Uniform getragen wurde, sondern als Erinnerungs- und Sammlerstück diente. Solche Plaketten wurden typischerweise allen Teilnehmern einer Veranstaltung ausgehändigt, unabhängig von ihrer Platzierung. Sie dokumentierten die Teilnahme und wurden oft in privaten Sammlungen oder Vitrinen aufbewahrt.

Der Hersteller B.H. Mayer aus Pforzheim war eine der führenden Firmen für die Produktion von Orden, Ehrenzeichen und Plaketten im Deutschen Reich. Die Stadt Pforzheim hatte eine lange Tradition in der Schmuck- und Metallverarbeitung und beherbergte zahlreiche Unternehmen, die staatliche und militärische Auszeichnungen fertigten. Die Qualität der Mayer-Produkte war hochgeschätzt, was sich in der sorgfältigen Ausführung und Vergoldung der Plaketten widerspiegelte.

Das Jahr 1939 markiert einen bedeutsamen Wendepunkt in der deutschen Geschichte. Die Veranstaltung fand in einer Zeit statt, als das Deutsche Reich bereits auf Kriegskurs war. Mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg, was die Motorsportaktivitäten des NSKK grundlegend veränderte. Nach Kriegsbeginn wurden die zivilen Motorsportveranstaltungen weitgehend eingestellt, und das NSKK konzentrierte sich zunehmend auf militärische Ausbildungsaufgaben und die Unterstützung der Wehrmacht durch Transportdienste.

Die V. Fränkische Jura Geländefahrt war vermutlich eine der letzten großen zivilen NSKK-Veranstaltungen vor dem Krieg. Sie steht exemplarisch für die Doppelfunktion des NSKK: Einerseits als Motorsportorganisation, die den technischen Fortschritt und die Begeisterung für Kraftfahrzeuge förderte, andererseits als paramilitärische Organisation, die der wehrsportlichen Ertüchtigung und der Vorbereitung auf den Krieg diente.

Heute sind solche Plaketten wichtige historische Dokumente, die Einblick in die Organisationsstruktur, die Aktivitäten und die materielle Kultur des NSKK geben. Sie dokumentieren die regionale Verankerung der Organisation und die Bedeutung, die dem Motorsport in der NS-Zeit beigemessen wurde. Der gute Erhaltungszustand (Zustand 2) dieser Plakette macht sie zu einem wertvollen Zeugnis dieser historischen Epoche, das für die wissenschaftliche Forschung und museale Dokumentation von Bedeutung ist.