Polizei Sportverein Elberfeld-Barmen 

Mitgliedsabzeichen, an langer Nadel. Zustand 2.
516437
€ 65,00

Polizei Sportverein Elberfeld-Barmen 

Das Mitgliedsabzeichen des Polizei-Sportverein Elberfeld-Barmen repräsentiert ein bedeutendes Kapitel der deutschen Polizeigeschichte während der Weimarer Republik. Dieses Abzeichen wurde für Mitglieder eines Polizeisportvereins gefertigt, der am 13. November 1921 in Elberfeld unter der Leitung von Polizei-Hauptmann Mechow als Gründungsvorsitzenden ins Leben gerufen wurde. Der Verein trug ursprünglich den Namen Polizei-Verein für Leibesübungen und wurde zwischen 1921 und 1923 in Polizei-Sportverein Elberfeld-Barmen umbenannt, wobei Polizei-Oberleutnant Sieckenius während dieser Umbenennung als Vorsitzender fungierte.

Der Verein entwickelte sich in den Jahren der Weimarer Republik zu einer bedeutenden sportlichen Institution für Angehörige der Schutzpolizei im Raum Elberfeld-Barmen. Mit ursprünglich etwa 100 Gründungsmitgliedern im Jahr 1921 wuchs die Organisation bis 1930 auf beachtliche 800 Mitglieder an. Die Vereinsfarben waren Schwarz-Gelb, die später bei der Fusion geändert werden sollten. Die sportlichen Aktivitäten des Vereins waren vielfältig: Bereits 1921 wurde eine Fußballabteilung gegründet, 1923 folgten Leichtathletik und im Juli 1923 eine Handballabteilung unter Leitung von Polizei-Leutnant Brinkmann. Polizei-Oberleutnant Lanz diente als erster Vorsitzender der Organisation.

Das Abzeichen selbst trägt die Inschrift “Polizei Sportverein Elberfeld-Barmen” und ist mit einer langen Nadel versehen, was dem typischen Format von Sport- und Vereinsabzeichen der Weimarer Republik entspricht. Es wurde von Mitgliedern der Schutzpolizei in Elberfeld-Barmen getragen und symbolisierte die Zugehörigkeit zu dieser polizeilichen Sportgemeinschaft in einer Zeit, in der körperliche Ertüchtigung und sportliche Aktivitäten für Polizeipersonal besonders betont wurden.

Die historische Bedeutung dieses Abzeichens liegt auch in seinem zeitlichen Kontext. Elberfeld und Barmen waren zwei eigenständige Industriestädte im Bergischen Land in Preußen, die am 1. August 1929 zur Stadt Wuppertal vereinigt wurden. Diese kommunale Neuordnung hatte direkte Auswirkungen auf den Polizeisportverein. Am 28. Februar 1930 fusionierte der Verein mit der Polizei-Sportvereinigung Solingen-Remscheid zum Polizei-Sportverein Bergisch-Land e.V. Die neuen Vereinsfarben wurden Grün-Weiß statt der bisherigen Schwarz-Gelb, was das ursprüngliche Abzeichen obsolet machte. Die Mitgliederzahl sank nach dieser Fusion und den Herausforderungen von 1931 auf etwa 400.

Der Verein wurde in den Jahren 1931 bis 1934 durch politische Umwälzungen und die Einrichtung der Landespolizei schwer getroffen und stand kurz vor der Auflösung. Während der nationalsozialistischen Periode von 1933 bis 1945 geriet der Club unter erheblichen Druck, überlebte jedoch. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Organisation neu konstituiert und besteht heute als ziviler Sportverein unter dem Namen Polizei-Sportverein Wuppertal 1921 e.V. fort.

Dieses Mitgliedsabzeichen dokumentiert somit eine spezifische Ära der deutschen Polizeigeschichte, als die Polizeikräfte der Weimarer Republik, insbesondere die Schutzpolizei, nach dem Ersten Weltkrieg reorganisiert wurden. Es steht exemplarisch für die breitere deutsche Sportvereinsbewegung der 1920er Jahre und die damalige Betonung körperlicher Fitness für Polizeipersonal in einer Phase politischer Instabilität unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg.