Preussen Kriegsdenkmünze 1870/1871 für Kämpfer - Miniatur
Die Preußische Kriegsdenkmünze für Kämpfer 1870/1871 in Miniaturausführung repräsentiert eine der bedeutendsten militärischen Auszeichnungen des Deutschen Kaiserreichs und erinnert an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870 bis 1871, der zur Gründung des Deutschen Reiches führte.
Die vorliegende Miniatur mit einem Durchmesser von 20 mm wurde als tragbare Verkleinerung der regulären Kriegsdenkmünze geschaffen, die ursprünglich 27 mm maß. König Wilhelm I. von Preußen, der während des Krieges zum Deutschen Kaiser proklamiert wurde, stiftete diese Auszeichnung durch Allerhöchste Kabinetts-Order vom 20. Mai 1871. Die Denkmünze sollte allen preußischen Kombattanten verliehen werden, die aktiv an den Kampfhandlungen teilgenommen hatten.
Die Kriegsdenkmünze wurde in zwei Varianten ausgegeben: für Kämpfer und für Nicht-Kämpfer. Die Version für Kämpfer, wie sie hier in Miniatur vorliegt, war aus Bronze gefertigt und zeigte auf der Vorderseite das gekrönte preußische Wappen mit dem Wahlspruch “GOTT WAR MIT UNS IHM SEI DIE EHRE” im Kreis. Die Rückseite trug die Aufschrift “PREUSSENS KRIEGERN 1870-1871” sowie einen Eichenlaubkranz. Die Nicht-Kämpfer-Version war hingegen aus Stahl geprägt und trug eine andere Rückseitengestaltung.
Der Deutsch-Französische Krieg begann am 19. Juli 1870 und endete mit dem Vorfrieden von Versailles am 26. Februar 1871. Dieser Konflikt war von entscheidender Bedeutung für die deutsche Geschichte, da er nicht nur zur Niederlage Frankreichs führte, sondern auch die Vereinigung der deutschen Staaten unter preußischer Führung ermöglichte. Die Proklamation des Deutschen Kaiserreichs erfolgte am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal von Versailles - ein symbolischer Akt, der die neue Machtstellung Deutschlands in Europa manifestierte.
Miniaturausführungen von Orden und Kriegsdenkmünzen hatten im deutschen Kaiserreich eine besondere Funktion. Sie wurden nicht als eigenständige Auszeichnung verliehen, sondern dienten der Alltagstrageweise bei zivilen Anlässen. Während die vollformatigen Medaillen bei militärischen Zeremonien und offiziellen Staatsanlässen getragen wurden, konnten die Miniaturen an der Zivilkleidung angebracht werden, ohne zu aufdringlich zu wirken. Dies ermöglichte Veteranen, ihre Verdienste auch im bürgerlichen Leben diskret zur Schau zu stellen.
Die Trageweise erfolgte am originalen Band, das für die Kämpfer-Version in den Farben Schwarz-Weiß gehalten war - den preußischen Nationalfarben. Das Band war 29 mm breit und wurde nach den Bestimmungen der preußischen Ordensverwaltung einheitlich hergestellt. Die Miniatur wurde üblicherweise durch eine kleine Bandschnalle oder an einer Frackkette befestigt.
Über 1,2 Millionen dieser Kriegsdenkmünzen wurden an preußische Soldaten, Offiziere und Angehörige verbündeter Truppen ausgegeben. Dies macht sie zu einer der am häufigsten verliehenen deutschen Militärauszeichnungen des 19. Jahrhunderts. Die Miniaturversionen wurden privat von den Trägern oder deren Familien bei spezialisierten Juwelieren und Ordensfabriken in Auftrag gegeben. Bekannte Hersteller waren unter anderem die Firmen Godet & Sohn in Berlin und L. Christian Lauer in Nürnberg.
Der hier beschriebene Zustand 2 entspricht der numismatischen Erhaltungsklassifizierung und bezeichnet einen sehr guten Erhaltungszustand mit minimalen Gebrauchsspuren. Dies deutet darauf hin, dass die Miniatur zwar getragen wurde, aber sorgfältig aufbewahrt wurde und keine größeren Beschädigungen aufweist.
Die historische Bedeutung dieser Denkmünze geht weit über ihren materiellen Wert hinaus. Sie verkörpert einen Wendepunkt in der europäischen Geschichte und steht symbolisch für die Entstehung des Deutschen Reiches. Für Sammler militärischer Antiquitäten und Historiker bietet sie ein authentisches Zeugnis dieser Epoche. Die Miniaturausführung ist dabei besonders interessant, da sie die gesellschaftliche Praxis der Veteranenkultur im Kaiserreich widerspiegelt, wo militärische Verdienste ein Leben lang mit Stolz getragen wurden.
Heute sind diese Miniaturen gesuchte Sammlerstücke, die sowohl in privaten Sammlungen als auch in Museen zu finden sind. Sie dokumentieren nicht nur einen militärischen Konflikt, sondern auch die handwerkliche Qualität der damaligen Medailleure und die tiefe Verbundenheit der preußisch-deutschen Gesellschaft mit ihren militärischen Traditionen.